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Für die Gesundheit: Apps auf Rezept

Welche Potentiale sehen Sie in den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) für Versicherte, Ärzte und weitere Leistungserbringer? Digitale Gesundheitsanwendungen selbst sind natürlich keineswegs eine Neuheit der vergangenen zwei Jahre. Denken Sie beispielsweise an Tracking- und Workout-Anwendungen. Doch mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) haben nun alle gesetzlich Versicherten ab sofort einen Anspruch auf die Versorgung mit digitalen Versorgungslösungen. Genau […]

07.09.2020Autor: Matthias GottschalkRubrik: Versorgung und Innovation 0

Welche Potentiale sehen Sie in den Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) für Versicherte, Ärzte und weitere Leistungserbringer?

Digitale Gesundheitsanwendungen selbst sind natürlich keineswegs eine Neuheit der vergangenen zwei Jahre. Denken Sie beispielsweise an Tracking- und Workout-Anwendungen. Doch mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) haben nun alle gesetzlich Versicherten ab sofort einen Anspruch auf die Versorgung mit digitalen Versorgungslösungen.
Genau darin sehe ich auch das größte Potential der DiGA: Sie werden mit dem Zweck eines medizinischen Nutzens oder einer Verfahrensverbesserung verordnet bzw. genehmigt. Damit stehen nachgewiesene Mehrwehrte für die Patienten und Versicherten im Fokus. Bereits im Herbst 2020 sollen mehr als 30 solche Anwendungen im DiGA-Verzeichnis am BfArM gelistet und damit verordnungsfähig sein.

Was erwarten Sie von den Krankenkassen und den Ärzten bei der Umsetzung der DiGA?

Die Rückmeldung der Ärzteschaft fällt noch verhalten aus. Die Vorbehalte: DiGA würden sich nicht nahtlos in den Versorgungsalltag integrieren und für Ärzte weitere Zusatzaufwände bedeuten. Doch bis eine Anwendung im erstattungsfähigen Verzeichnis angekommen ist, hat sie längst ihren positiven Effekt für die Patienten bewiesen. Ich hoffe, dass dieser Mehrwert mittelfristig auch bei der Verordnung honoriert und im Versorgungsgeschehen berücksichtigt wird – zum Wohle der Patienten. Daneben können die digitalen Gesundheitshelfer direkt durch gesetzliche Krankenkassen genehmigt werden – ohne vorherige Verordnung durch einen Leistungserbringer, sofern dessen Therapiehoheit nicht eingeschränkt wird. Die Krankenkassen sind nun außerdem dazu verpflichtet, ihre Versicherten in Bezug auf digitale Gesundheitskompetenz zu schulen. Sie sollten ihre neue Rolle als aktive digitale Versorgungsmanager wahrnehmen und die Verankerung digitaler Anwendungen im Gesundheitsmarkt vorantreiben.

Wo liegen derzeit noch Probleme bei der Einführung bzw. Umsetzung der DiGA?

Derzeit sind DiGA noch digitale Vorreiter im ambulanten Sektor. Erst perspektivisch werden eRezept und eVerordnung einen ganzheitlich papierfreien Prozess ermöglichen. Wir befinden uns also mitten in einem Umbruch. Der Weg in ein digitales Gesundheitssystem und eine digitale Versorgung ist bereitet: Nun müssen ihn Leistungserbringer, Krankenkassen und nicht zuletzt auch die Patienten gemeinsam beschreiten.

Sie halten auch eigene Veranstaltungen zum Thema DiGAs ab. Was sind die Hauptfragen, die Ihnen TeilnehmerInnen immer wieder stellen?

Wir haben mit DiGA360° eine eigene Informations- und Austauschplattform rund um Digitale Gesundheitsanwendungen initiiert und sind positiver Dinge, dass wir zeitnah eine substanzielle Anzahl an Anwendungen im DiGA-Verzeichnis wiederfinden werden.
Manches bleibt noch zu klären: Welcher Preisrahmen wird vom GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Herstellerverbänden für den 12-monatigen Erprobungszeitraum gesteckt? Welche Preise können anhand welcher tatsächlichen Kriterien im Anschluss individuell zwischen Anbieter und GKV-Spitzenverband verhandelt werden? Und wie erreichen die DiGA-Anbieter im Anschluss eine erfolgreiche Positionierung am Markt? Eine reine Listung im DiGA-Verzeichnis bedeutet schließlich nicht, dass sie auch von Ärzten verordnet, von Krankenkassen genehmigt und/oder von Patienten aktiv nachgefragt wird.

Gibt es noch offene Fragen hinsichtlich der rechtlichen Ausgestaltung? Wo sehen Sie noch Nachbesserungsbedarf?

Durch das DVG sind konkrete Umsetzungsdetails nicht abschließend geklärt. So ist beispielsweise noch nicht klar, in welchen konkreten Situationen und auf welcher Datenbasis eine gesetzliche Krankenkasse eine DiGA direkt genehmigen darf und dabei sicher sein kann, nicht in die Therapiehoheit des Arztes einzugreifen. Die beteiligten Akteure, allen voran das Bundesministerium für Gesundheit, gehen offen damit um, dass es sich bei der Umsetzung des Gesetzes um einen möglichst iterativen, transparenten Prozess handeln soll: Es werden Vorschläge unterbreitet und den Beteiligten die Möglichkeit zu Feedback eingeräumt. Das dauert.

Welche weiteren Potentiale bietet das Digitale-Versorgungs-Gesetz für die Digitalisierung des Gesundheitswesens?

Neben dem Antragsprozess zum DiGA-Verzeichnis führt das DVG noch weitere Neuregelungen ein: So können sich gesetzliche Krankenkassen fortan über abgesicherte Fonds finanziell an DiGA-Herstellern beteiligen; es werden die Grundlagen für einen interoperablen Datenaustausch und für eine sektorenübergreifende Forschungsdatenbank gelegt. Außerdem regelt es die Pflichten zur Förderung digitaler Gesundheitskompetenz über alle Gesellschaftsgruppen hinweg. Der Wettbewerb um digitale Versorgung wird maßgeblich durch die im Rahmen des DVG gestärkten Rechte und Kompetenzen der gesetzlichen Krankenkassen vorangetrieben.

Zu Martin Blaschka:

Er ist studierter Kommunikationsmanager (M.A.) und seit 2015 für das WIG2 Institut tätig. Er beschäftigt sich aktuell mit digitalen Versorgungsinnovationen, dem Aufbau von digital Health-Partnernetzwerken sowie der Konzeption und Realisierung von neuen Innovationsformaten im Gesundheitswesen.

 

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