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Wie hältst du’s mit der Transparenz? Intensivbettenzahl der Kliniken jetzt für alle einsehbar.

„Transparenz ist in der Politik und im politischen Diskurs eine Forderung bzw. ein für erstrebenswert gehaltener Zustand frei zugänglicher Informationen und stetiger Rechenschaft über Abläufe, Sachverhalte, Vorhaben und Entscheidungsprozesse. Damit verbunden die Vorstellung einer offenen Kommunikation zwischen den Akteuren.“ So definiert das Online-Lexikon Wikipedia Transparenz im politischen Sinne. Ein wichtiger Aspekt bleibt dabei noch außen […]

11.05.2020Autor/in: Dörte HartungRubrik: Presse und Politik 0

„Transparenz ist in der Politik und im politischen Diskurs eine Forderung bzw. ein für erstrebenswert gehaltener Zustand frei zugänglicher Informationen und stetiger Rechenschaft über Abläufe, Sachverhalte, Vorhaben und Entscheidungsprozesse. Damit verbunden die Vorstellung einer offenen Kommunikation zwischen den Akteuren.“ So definiert das Online-Lexikon Wikipedia Transparenz im politischen Sinne. Ein wichtiger Aspekt bleibt dabei noch außen vor: Transparenz schafft Vertrauen. Und Vertrauen ist im Gesundheitswesen für die Menschen ein wichtiges Element.

„Transparenz von oben“

Im Fokus der deutschen Gesundheitspolitik stehen aktuell die Krankenhäuser. Sie sollten ausreichend Kapazitäten vorhalten und diese gegebenenfalls ausbauen, um ausreichend Möglichkeiten zu haben, Covid-19-Erkrankte gut zu behandeln. Um größtmögliche Transparenz bei der Bettenzahl und den freien Kapazitäten in den Kliniken zu erhalten, sind diese seit dem 10. April per Verordnung verpflichtet, ihre Intensivbetten und aggregierten Fallzahlen von Covid-19-Fällen in einem Register zu führen. Was bis März noch unmöglich schien und nur von wenigen Krankenhäusern freiwillig veröffentlicht wurde, ist jetzt durch politischen Druck Realität geworden. Das Register liegt beim DIVI e. V. (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) und wird mit dem RKI (Robert Koch-Institut) als gemeinwohlorientiertes Projekt betrieben. Auch die Internetseiten der Sozialministerien fächern den regionalen Blick auf und zeigen aktuelle Zahlen auf Kreis- und Stadtebene.

Genauer Überblick

Der Vorteil: ob Bürgermeister, Landrat oder interessierter Bürger – alle können jetzt für ihre Stadt, für ihre Region genau und transparent einsehen, wie welches Krankenhaus belegt und ausgelastet ist. Das schafft Fakten und hilft, in den Dialog mit den Menschen vor Ort zu treten. Aktuell verzeichnet zum Beispiel der Landkreis Görlitz mit seinen Kliniken keine am Corona-Virus erkrankten Menschen auf den Intensivstationen. Im besonders betroffenen Landkreis Greiz ist dagegen ein Drittel der Betten entsprechend belegt. Insgesamt gibt es in Sachsen knapp 600 freie Intensivbetten und etwa 1.100 belegte. In Thüringen liegen die Zahlen dafür bei 430 freien und etwa 600 belegten Betten. Ende April beanspruchten Covid-19-Patienten in Sachsen und Thüringen nur ca. 4,3 bis 5,8 Prozent der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten.

Medizinischer Austausch zu Behandlungen

Diese Transparenz hat auch Vorteile für die Ärzte. Sie können sich leichter über Behandlungsmöglichkeiten austauschen, wenn sie wissen, dass die Kollegen im Nachbarkrankenhaus ebenfalls einige Fälle erfolgreich behandelt haben. Auch die Verteilung von Covid-19-Erkrankten, die stationär behandelt werden müssen, kann so leichter geschehen.

Schnellere Reaktionen und Qualitätsanspruch

Auch für die Krankenkassen hat diese neue Transparenz positive Auswirkungen. Die AOK PLUS als regional größte Kasse kann – gemeinsam mit den Kliniken – viel schneller auf bestimmte Situationen reagieren. Auch schafft Transparenz aus Sicht der AOK PLUS nicht nur Vertrauen, sondern rückt zudem wichtige Qualitätsaspekte ins Licht. Mit dem AOK-Krankenhausnavigator, der Behandlungshäufigkeit und -qualität bestimmter Krankheiten in den Kliniken für Versicherte darlegt, setzen wir schon seit Jahren auf ein solches Instrument.

Die Rechtsverordnung für die verpflichtende Auskunft der Intensivkapazitäten an das DIVI-Register ist vorerst nur für den Zeitraum der Pandemie vorgesehen. Aus Sicht der AOK PLUS reagiert die Politik hier noch zu zögerlich und sollte die Vorschrift zur Transparenz nicht nur dauerhaft beibehalten, sondern auch noch auf weitere Bereiche, Zahlen und Daten der Kliniken ausweiten. Die Vorteile liegen auf der Hand. Zum einen macht dieses Vorgehen die Versorgung in Sachsen und Thüringen ein Stück besser. Zum anderen stärken die Zahlen das Vertrauen der Menschen. Gefährliches Halbwissen ist nie gut, aber besonders in diesen speziellen Pandemie-Zeiten sind klare Fakten immer von Vorteil.

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