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Therapie verbessern per App

Mit Neolexon und Nia hat die AOK PLUS erstmals Gesundheitsapps als Mehrleistung in ihre Satzung aufgenommen. Von der Entscheidung werden Versicherte mit Neurodermitis profitieren sowie Kinder, die aufgrund von Aussprachestörungen in logopädischer Behandlung sind.

13.12.2021Autor/in: Katja ZeidlerRubrik: Versorgung und Innovation 0

Die Arikulationsapp Neolexon wurde für Kinder im Vor- und Grundschulalter entwickelt. Die Kombination aus der digitalen Anwendung und der logopädischen Behandlung soll eine abwechslungsreiche und individuelle Therapie ermöglichen: Angepasst an den Therapiefortschritt gibt der Therapeut Übungen für das selbstständige Training auf dem Smartphone oder Tablet des Kindes mit nach Hause.

Nia bietet eine digitale Begleitung für Neurodermitis-Betroffene an. Ursprünglich aus Gründerstipendiumsprojekt an der Berliner Charité entstanden, liefert die Anwendung sowohl für Patienten als auch Angehörige personalisierte Inhalte und Funktionen, die zu mehr Wohlbefinden verhelfen.

Patienten stärken

Dem Beschluss des Verwaltungsrates war eine detaillierte Analyse vorausgegangen, welche Zielgruppen unter den 3,4 Millionen Versicherten der AOK PLUS von einem digitalen Unterstützungsangebot profitieren könnten. Mit Neolexon und Nia schließt die Gesundheitskasse zwei Lücken in ihrem Produktportfolio, das bisher keine Angebote für Menschen mit Sprachstörung oder Neurodermitis beinhaltete.

 „Ganz konkret erwarten wir, dass Neolexon durch seine Gestaltung Kinder zum eigenständigen Üben animiert und die Eltern entlastet werden“, sagt René Manthei, Bereichsleiter Versorgungsmonitoring bei der AOK PLUS. „Nia hat großes Potenzial, die Neurodermitispatienten im Umgang mit ihrer Erkrankung zu stärken und die Zahl der Arztbesuche sowie den Medikamentenkonsum zu senken.“

Damit Gesundheits-Apps für eine Aufnahme in die Satzung in Frage kommen, müssen sie mehrere Anforderungen erfüllen. So muss sich stets um ein zertifiziertes Medizinprodukt handeln, das die Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit erfüllt und bei dem – um Unterschied zu Wellness-Anwendungen – ein kurativer oder gesundheitsvorsorgender Zweck mit Bezug zu einer konkreten Diagnose im Vordergrund steht. „Wir erleben die Zusammenarbeit mit Krankenkassen als sehr positiv. Beide Seiten können voneinander profitieren und gemeinsam das Beste für die Versorgung erreichen“, sagt Dr. Mona Späth, Geschäftsführerin von Limedix und Mitentwicklerin der App Neolexon.

Preisdiskussion hält an

Im hochregulierten deutschen Gesundheitsmarkt fassen Startups zunehmend Fuß – bedingt auch dadurch, dass Krankenkassen selbst ausgewählte digitale Gesundheitsanwendungen in ihre Satzung aufnehmen und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) seit Oktober 2020 ein Verzeichnis von „Apps auf Rezept“ führt, die Arzt vom verschrieben oder direkt von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden.

Die Ansichten darüber, welcher Preis für digitale Gesundheitsanwendungen angemessen ist, gingen zwischen Anbietern und Krankenkassen lange auseinander. Krankenkassen forderten Höchstpreise, die Hersteller waren dagegen. AOK PLUS-Vorstand Stefan Knupfer glaubt nicht, dass Höchstpreise auch langfristig benötigt würden, sagte der dem Handelsblatt. Mit der zunehmenden Zahl gelisteten der DiGa wachse auch die Konkurrenz unter den Anwendungen, so dass sich Anbieter mit hohen Preis nicht durchsetzen würden. „Der Markt wird sich ein Stück weit selbst regulieren“, so Knupfer.


Weitere Informationen zu den Apps, wie Versicherte diese nutzen können und wie der Erstattungsprozess funktioniert, sind auf plus.aok.de verfügbar.

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