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Quo vadis, Krankenhausstruktur?

Alle Wege führen zum neuen sächsischen Landeskrankenhausgesetz. Dessen Überarbeitung ist für 2022 angekündigt und die Akteure im Gesundheitswesen sind einig darüber, dass es kein „weiter so“ geben kann. Wo liegen Herausforderungen und wie sollen diese angegangen werden?

18.03.2021Autor/in: Matthias GottschalkRubrik: Versorgung und Innovation 0

Die Krankenhauslandschaft in Sachsen steht im Bundesvergleich gut dar. Jedoch steht sie auch im Freistaat vor Problemen, die über kurz oder lang die medizinische Versorgung erschweren können. Die Corona-Pandemie hat dabei in einigen Bereichen den Finger in die Wunde(n) gelegt. So wurde zum Beispiel deutlich, dass für die Versorgung von COVID-19-Patienten nicht durch die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten limitiert wird, sondern durch den Mangel an Pflegepersonal. Dieser stellt eines der drängendsten Probleme dar, vor allem im Hinblick auf eine immer älter werdende Gesellschaft. Denn dem größer werdenden Anteil an (alten) Patienten steht ein kleiner werdender Anteil an verfügbaren Arbeitskräften gegenüber.

Zielbild nötig

Neben Fragen zur Bewältigung der Fachkräftesituation verlangt auch die Krankenhausstruktur nach einem zukunftsfähigen Zielbild. Das schließt wichtige Fragen zur Behandlungsqualität mit ein. Nicht jedes Krankenhaus muss alles können und eine Spezialisierung von Leistungsbereichen steigert erwiesenermaßen die Qualität von Behandlungen. Während der ersten Welle der Pandemie haben die Krankenhäuser in Sachsen zusammengefunden und gemeinsam die Behandlung von COVID-19-Patienten organisiert. So wurden COVID-Behandlungszentren benannt, Therapieansätze krankenhausübergreifend diskutiert und festgelegt sowie Verlegungskonzepte gemeinsam erarbeitet. Und das alles per Video- oder Telefonkonferenz. Die Kliniken haben bewiesen, wie gut Spezialisierung und Zentralisierung funktionieren können, und dabei trotzdem eine flächendeckende Versorgung gewährleistet ist – dies gilt es zu bewahren und auf andere Leistungsbereiche zu übertragen.

Zukunftswerkstatt

Die Notwendigkeit, die Einsicht und vor allem der Wille zur Veränderung sind da. Aus diesem Grund treffen sich auf Einladung des Sächsischen Ministeriums für Soziales die sächsischen Krankenkassen, die sächsische Krankenhausgesellschaft, die sächsische Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen in der angesprochenen Zukunftswerkstatt. Aufgrund der derzeitigen Situation komplett digital. Das Ziel dabei ist auch klar: Die notwendigen Veränderungen diskutieren und festhalten, welche Änderungen speziell es im Sächsischen Krankenhausgesetz braucht. Denn für einen neuen Weg in der Landeskrankenhausplanung wird ein veränderter gesetzlicher Rahmen gebraucht.

Gemeinsam

Bisher bestand der Prozess darin, dass jeder Akteur eigene Positionen erarbeitete und diese dann in den Gesetzgebungsprozess eingebracht wurden. Mit der Zukunftswerkstatt wird ein neuer Weg gegangen: In insgesamt sechs Workshops erarbeiten alle Akteure gemeinsam Thesen für die künftige Krankenhausplanung. Die sechs Workshops sind:

  1. Gesellschaftlicher Wandel (Demographie)
  2. Flächendeckende Versorgung
  3. Strukturen/Planung
  4. Qualität
  5. Finanzierung
  6. Rechtliche Umsetzung

Die ersten beiden Termine fanden bereits statt und haben deutlich gemacht, dass sich alle Beteiligten der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst sind. Denn wie bereits mehrfach gesagt: ein „weiter so“ darf es nicht geben, damit die sächsische Krankenhauslandschaft zukunftsfest weiterentwickelt werden kann.

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