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Kränker als der Durchschnitt

Zahlen gegenüber bin ich immer etwas skeptisch. Reflexartig denke ich an die arme Kuh, die im Dorfteich ertrank, obwohl der ja im Schnitt nur einen Meter tief war. Doch jetzt musste ich mich durch die aktuellen zahlenlastigen Gesundheitsberichte der AOK PLUS kämpfen.

10.03.2021Autor/in: Jutta BećRubrik: Versorgung und Innovation 0

Nun kann ich die Frage beantworten: Wie krank waren die Sachsen und Thüringer im Jahr 2020?

In den Berichten steht viel Interessantes zum Thema Arbeitsunfähigkeit (AU), zu Krankenstand, Ursachen, Fallzahlen und Dauer von Krankschreibungen im Jahr 2020. Sie zeigen u.a., welche Branchen und Berufsgruppen besonders häufig von Krankschreibungen betroffen sind und welche Regionen gesünder sind als andere. Analysiert wurden die Daten von 1,1 Millionen AOK-versicherten Erwerbstätigen in Sachsen und von knapp 500.000 in Thüringen. Aufgrund der jeweiligen Marktanteile von ca. 50 Prozent sind die Daten repräsentativ.

In Sachsen erhielten 26.312 AOK-versicherte Beschäftigte vom Arzt eine AU-Bescheinigung im Zusammenhang mit einer Covid-19-Diagnose. Die AU-Quote lag hier bei 2,71 Prozent und war damit die höchste in Deutschland. Thüringen landete mit der AU-Quote von 1,85 Prozent auf dem achten Platz.

Auf den Gesamt-Krankenstand in den beiden Bundesländern hat sich Covid-19 aber kaum ausgewirkt. Diese Krankschreibungen landeten in Sachsen erst auf Platz 10, in Thüringen auf Platz 12. Das weitverbreitete Arbeiten im Homeoffice hat den Krankenstand aber auch nicht gesenkt. In beiden Freistaaten stieg er um etwa ein Zehntelprozentpunkt auf jetzt 5,8 Prozent in Sachsen bzw. 6,3 Prozent in Thüringen. Damit wurde der Sachsenrekord aus dem Vorjahr erneut übertroffen. Beide Länder liegen wie schon seit Jahren über dem Bundesdurchschnitt von 5,4 Prozent.

Detaillierte Infos gibt es hier: Fehlzeiten-Report

Teuer für alle

Krankschreibungen kommen die Wirtschaft teuer zu stehen. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2019 in Deutschland auf insgesamt 88 Milliarden Euro bzw. den Ausfall an Bruttowertschöpfung auf 149 Milliarden Euro geschätzt. Die geschätzten Produktionsausfälle machten damit insgesamt einen Anteil von 2,5 Prozent am Bruttonationaleinkommen aus.

Für Sachsen und Thüringen ergeben sich aus den Krankenständen des Jahres 2020 Produktionsausfälle in Höhe von ca. 7,7 Milliarden Euro.

Unternehmen setzen auf Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Um den Krankenstand zu senken, engagieren sich inzwischen zahlreiche Unternehmen im Rahmen eines BGM für die Gesundheit ihrer Beschäftigten. Und setzen hier gern auf die Hilfe der AOK-Experten. Die AOK PLUS hat auch unter erschwerten Pandemiebedingungen im Vorjahr viele Firmen unterstützt. Sie investierte dafür rund 8,9 Millionen Euro. Davon profitierten ca. 284.000 Beschäftigte in 911 Unternehmen. In über 440 Unternehmen analysierten die AOK-Experten die krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Insgesamt setzte die AOK PLUS 1.500 Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung um. In Kooperationen, die über mehrere Jahre laufen, betreute sie 375 umfangreiche BGM-Projekte in den Unternehmen. Darüber hinaus wurden über 640 Aktionen wie Gesundheitstage, Kurse, Schulungen und Vorträge organisiert.

„Die AOK PLUS engagiert sich sehr für eine gesunde Arbeitswelt. Ihre Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung sind immer auf den speziellen Bedarf der Unternehmen in Sachsen und Thüringen abgestimmt. Damit trägt sie zu deren wirtschaftlichen Erfolg bei und hilft zugleich den Arbeitnehmern, gesund durch den Alltag und nach einem langen Arbeitsleben auch gesund in die Rente zu kommen.“

Sven Nobereit, Vorsitzender des Verwaltungsrates Arbeitgeberseite

Nicht nur wirtschaftliche Defizite

Die ökonomischen Auswirkungen von Krankschreibungen sind aber nur die eine Seite. Kurz- und langfristige Defizite im Bildungsbereich aufgrund hoher Krankenstände bei Lehrern und Erziehern sind ebenso schwierig in Zahlen zu fassen wie soziale Defizite durch krankheitsbedingtes Fehlen von Pflegekräften oder Sozialarbeitern. Aber genau in diesen Berufen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Altenpflege sowie im Bereich Betreuung und Erziehung von Kindern gab es laut Gesundheitsbericht der AOK PLUS die meisten Erkrankten im Zusammenhang mit Covid-19. 

Coronabedingte Fehlzeiten traten also vorrangig bei Berufen auf, in denen die Beschäftigten häufig mit vielen Menschen in Kontakt kommen. Tätigkeiten, die eher im Homeoffice oder in der freien Natur ausgeübt werden, waren dagegen mit einem niedrigeren Infektionsrisiko verbunden. Das betraf ebenso Berufe, die aufgrund der Lockdown-Maßnahmen gezwungenermaßen weniger Kontakte hatten, beispielsweise Berufe in der Gastronomie.

Doch Zahlen hin oder her: Hinter jedem AU-„Fall“ verbirgt sich ein kranker Mensch. Ein Mensch, der sich schlecht fühlt, der nicht oder nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann, der sich trotz Erkrankung eventuell parallel um kleine Kinder oder hochbetagte Eltern kümmern muss. Jede Krankschreibung weniger ist ein Gewinn für alle.

„Die Gesundheit unserer Versicherten zu fördern und damit Erkrankungen zu vermeiden, liegt uns sehr am Herzen. Prävention ist nicht nur kostengünstiger als die Behandlung sogenannter Volkskrankheiten. Sie hilft auch, Leid zu verhindern. Mit yuble.de hat die AOK PLUS bereits 2019 eine digitale professionsübergreifende Gesundheitsplattform für ihre Versicherten sowie für Behandler und Dienstleister in Sachsen und Thüringen gestartet. Diese hat sich im Pandemiejahr 2020 bewährt. Hier können die Versicherten unkompliziert kostenfreie Präventionskurse buchen, darunter auch zahlreiche Online-Kurse.“

Iris Kloppich, Vorsitzende des Verwaltungsrates Arbeitnehmerseite

Präventionskurse finden Sie hier.

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