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Aus SV wird AOK

Es ist ein gewohntes Bild in ganz Deutschland: überall gibt es die AOK, in jeder
Stadt, in jeder Region. Das O in AOK steht für Ort und es ist ein Teil unserer
DNA, nah an den Menschen zu sein. Vor Ort eben. Vor gut 30 Jahren hat in Leipzig,
wie überall in den damals noch sogenannten neuen Bundesländern, die AOK
nach dem Ende der DDR wieder ihre Türen für die Versicherten geöffnet. Ich war
dabei und kann mich noch gut erinnern.

20.10.2021Autor/in: Bernd LemkeRubrik: Allgemein, Grüner Kosmos und AOK-Welt, Presse und Politik 0

Im Juli 1990 wurde ich gefragt, ob ich als Teil eines 12-köpfigen Errichtungsteams bis zum Ende des Jahres nach Leipzig gehen könnte. Als ich kurz danach aus dem Urlaub zurückkehrte, empfing man mich mit den Worten: „Du wirst schon erwartet.“ Drei Tage später war ich zum ersten Mal in Leipzig. Die Aufgabe unseres Teams wurde wie folgt beschrieben: Immobilien finden und herrichten, Geräte und Einrichtungsgegenstände beschaffen, MitarbeiterInnen einstellen und schulen, Verträge mit Leistungserbringern schließen – alles in allem: die AOK Leipzig startklar machen.

Heldenstadt Leipzig

Als gebürtiger Rheinländer habe ich die friedliche Revolution im Herbst 1989 nur aus der Ferne beobachten können. Die Rolle der Menschen in Leipzig, die Friedensgebete in der Nikolaikirche, die Montagsdemos auf dem Ring – all das ging und geht mir bis heute unter die Haut und hat mir die Entscheidung, gerade dort hin zu gehen, leicht gemacht.

Zuerst trat aber Ernüchterung ein. Wir standen praktisch vor dem Nichts. Die Anmietung geeigneter Räumlichkeiten war extrem schwierig, den wenigen Neubauten stand eine hohe Anzahl an verfallenen unbenutzbaren Altbauten gegenüber. Die enorme Nachfrage von Unternehmen und Institutionen, die alle gleichzeitig auf der Suche nach Geschäftsräumen waren, machte es nicht leichter. Zum Glück konnten wir nach und nach rund 400 Beschäftigte der Leipziger Sozialversicherung für die AOK in Leipzig gewinnen – Kontakte und Ortskenntnisse inklusive.

Ein besonderes Ereignis war die Eröffnung der ersten Geschäftsstelle – nicht nur für den Raum Leipzig. Am 9. November 1990 konnten wir in der Grimmaischen Straße/ Ecke Nikolaistraße, praktisch im Schatten der Nikolaikirche und im Haus der ebenfalls geschichtsträchtigen Löwen-Apotheke, die erste AOK-Filiale der neuen Bundesländer mitten in Leipzig eröffnen.

In unserem AOK-Haus wohnten Studierende

Das Leipziger AOK-Gebäude in der Willmar-Schwabe-Straße 2 ist ein einmaliger denkmalgeschützter Art-Déco-Bau. In der aus heutiger Sicht atemberaubend kurzen Zeit von nur drei Jahren wurde das Haus auf dem 10.000 Quadratmeter großen Areal gebaut. Am 3. Oktober 1925, vor fast 100 Jahren, zog die AOK in den fünfgeschossigen Bau ein. Rückblickend ein Datum, das auch aus einem anderen Grund gefeiert wird: als Tag der Deutschen Einheit.

Im Jahr 1944 beschädigten Bombenangriffe das Haus erheblich. Das Dach wurde fast vollständig zerstört und nur notdürftig repariert. In der DDR war das Gebäude dann Internat für die DHfK (Deutsche Hochschule für Körperkultur). Wir konnten 1990 die schrittweise Rückgabe des Hauses vereinbaren, was dazu führte, dass wir trotz Baustelle in den unteren beiden Etagen gearbeitet haben und auch eine Filiale geöffnet war, während in den oberen Etagen nach wie vor Studenten wohnten, inklusive Kleinkaliber-Schießanlage.

Im zweiten Stock – im heutigen großen Sitzungssaal – trainierten die Bogenschützen. Ab und zu kam ich morgens zur Arbeit und mit mir trudelten gleichzeitig ein paar Nachtschwärmer ein, die dann nach oben schwankten, um schlafen zu gehen. Später am Vormittag kam es immer mal zu Begegnungen mit Studenten im Schlafanzug, mit Kulturbeutel und Handtuch unterm Arm, auf dem Weg in die Waschräume. Die denkmalgerechte Sanierung begann 1991 und dauerte sechs Jahre – doppelt so lange wie die ursprüngliche gesamte Bauzeit in den 1920er Jahren.

30 Jahre danach

Es zeigt sich, dass die 1991 wiedereröffnete AOK Leipzig Teil des Beginns einer Erfolgsgeschichte war. 1997 erfolgte die Vereinigung der drei sächsischen AOKs (Dresden, Chemnitz und Leipzig) zur AOK Sachsen mit rund 2,3 Millionen Versicherten und 5.500 Beschäftigten. 2008 folgte die Fusion der AOK Sachsen mit der AOK Thüringen zur AOK PLUS, der heute mit über 3,4 Millionen Versicherten etwa jede(r) zweite Einwohner(in) in Sachsen und Thüringen die Gesundheit anvertraut.

Nicht alles ist anders

Die heutigen Herausforderungen sind ganz anders. Die Corona-Pandemie bestimmt nun seit einem Jahr einen großen Teil des Geschehens im Gesundheitswesen. Wechselnde politische Verantwortliche im Gesundheitsministerium in Berlin sorgen für steigende Ausgaben der AOK PLUS und die Digitalisierung im Gesundheitswesen eröffnet viele neue Möglichkeiten. Es gibt aber auch nach 30 Jahren noch Konstanten: Orientierung an den Kunden und Teamwork! Wir haben in der AOK PLUS einiges erreicht. Wir sind klarer Marktführer und bieten Top-Leistungen zu einem sehr guten Preis. Das schafft man nur, wenn man wirklich im Sinne der Kunden agiert und sich bei allen neuen Entwicklungen fragt: was nützt unseren Kunden?

Deshalb gibt es heute zum Beispiel ein engmaschiges und sehr gut erreichbares Netz aus modernen Filialen mit hervorragend qualifizierten KundenberaterInnen – daneben aber auch die Online-Filiale für diejenigen, die ihre Angelegenheiten lieber bequem von zuhause aus erledigen möchten. Mehr noch: mit yuble gibt es bei der AOK PLUS die Plattform für ein vernetztes Gesundheitswesen, auf der die Versicherten direkt mit den richtigen Ansprechpartnern für ihre Gesundheit zusammenkommen können.

Hätte ich mir das vorstellen können, als ich vor über 30 Jahren in einem überheizten SV-Büro mit Wohnzimmer-Schrankwand und Couchgarnitur in Leipzig ankam? Eher nicht! Vor 30 Jahren war es dagegen wichtig, mit einem umgebauten Bus als rollende Geschäftsstelle in die ländlichen Regionen zu fahren, denn das Filialnetz musste erst wachsen und ein Telefon hatte noch längst nicht jeder.

Diese Entwicklung zeigt aber deutlich, wie spannend wohl auch die kommenden Jahre sein werden…

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