Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...
Seitenpfad

In Templin startet das Projekt HerzCheck

Innovative Medizin auf dem Land

Potsdam/Schwerin, 1. Juli 2021. In Templin wurde jetzt gemeinsam mit Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher das Innovationsfondsprojekt HerzCheck gestartet. Es ermöglicht die Früherkennung der Herzinsuffizienz mithilfe mobiler Magnetresonanztomografie (MRT) auch in ländlichen Regionen.

Rund 2,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Herzinsuffizienz, einer sogenannten Herzschwäche. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglicht oft eine frühzeitige Erkennung und Therapie dieser gefährlichen Volkskrankheit, ist auf dem Land aber meist nicht verfügbar. Mit dem Projekt „HerzCheck“ werden MRT-Untersuchungen des Herzens jetzt auch in ländlichen Regionen Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns möglich gemacht: mithilfe mobiler MRT-Einheiten und telemedizinischer Befundung durch Ärztinnen und Ärzte des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB).

Experten geben Therapie-Empfehlung nach telemedizinischer Befundung

Die mobilen MRT-Einheiten können an regionalen Kliniken oder ambulanten Einrichtungen wie Ärztehäusern aufgestellt werden. Der erste mobile Standort des Projektes „HerzCheck“ befindet sich am Sana Krankenhaus in Templin. Geschultes medizintechnisches Personal führt die MRT-Untersuchung sicher und zuverlässig durch. Die Untersuchungsdaten werden unter Beachtung aller Datenschutz-Vorgaben online an das DHZB übermittelt und dort durch ein geschultes Fachärzteteam ausgewertet. Die Patientinnen und Patienten werden je nach Schweregrad des Befundes in unterschiedliche Behandlungsgruppen zur wohnortnahen Prävention und Therapie bei Haus- oder Fachärztinnen und -ärzten eingeteilt.

Herzinsuffizienz frühzeitig erkennen

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Befundes legen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte vor Ort die notwendigen weiteren ambulanten oder stationären Maßnahmen der Therapie fest. Ein Jahr nach der Erstuntersuchung wird der gesundheitliche Zustand aller Patientinnen und Patienten mit auffälligem Befund erneut untersucht und der Therapieerfolg wissenschaftlich evaluiert. Auch eine Teilgruppe mit unauffälligem Befund wird als Stichprobe erneut untersucht. Ziel ist es, eine Herzinsuffizienz bei Patientinnen und Patienten mit Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und so die Prognose und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zudem können hohe Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz, beispielsweise durch häufige Krankenhausaufenthalte, deutlich gesenkt oder sogar vermieden werden. 

HerzCheck schließt medizinische Versorgungslücke

„Mit den modernen Mitteln ambulanter Diagnostik und mit Hilfe der Telemedizin können wir Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten auch in ländlichen Regionen ein optimales Diagnose- und Therapieangebot machen, gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen vor Ort und auf eine kosteneffiziente und ressourcenschonende Weise“, sagt Konsortialführer Prof. Dr. med. Sebastian Kelle, Kardiologe und Oberarzt am Deutschen Herzzentrum Berlin. „Wir sind überzeugt, mit dem HerzCheck-Projekt eine medizinische Versorgungslücke schließen zu können und freuen uns sehr, das Projekt mit Hilfe der Fördermittel des Innovationsfonds umsetzen zu können.“

In ländlichen Regionen braucht es gute Vernetzung und digitale Unterstützung

Für die AOK Nordost, die als Konsortialpartner an dem Projekt beteiligt ist, ist HerzCheck ein weiterer Baustein in ihrer Initiative Stadt.Land.Gesund. für eine bessere medizinische Versorgung insbesondere in den ländlichen Regionen. „Gesundheit ist aus unserer Sicht vor allem ein regionales Gut. Sie wird maßgeblich durch die Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort beeinflusst – und durch den vorhandenen oder fehlenden Zugang zu konkreten Gesundheitsangeboten. Wir stehen vor allem im ländlichen Raum vor den Herausforderungen einer immer älter und damit zunehmend immobiler werdenden Bevölkerung und gleichzeitigem Fachkräftemangel. Und wenn die Menschen nicht mehr so einfach zur Medizin kommen können, müssen wir die Medizin zu den Menschen bringen: durch innovative, effiziente Lösungen, die auf einer guten Vernetzung und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten basieren“, sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.

Das Projekt

HerzCheck ist ein Innovationsfondsprojekt unter medizinischer Leitung des Deutschen Herzzentrums Berlin. Es wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit über 7 Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind die AOK Nordost ­­– die Gesundheitskasse, die Firma medneo als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme und der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg.

Fotos

  • Coypright: HerzCheck/Börner
  • Coypright: HerzCheck/Börner

Anhang

Weitere Fotos zum „HerzCheck“-Projekt stehen Ihnen hier zur Nutzung unter Berücksichtigung des Copyrights (©HerzCheck/Külker) zur Verfügung: https://we.tl/t-8H5v8hkC7p

Hintergrundinformationen

Herzinsuffizienz

•    Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn die Pumpleistung des Herzens nicht mehr ausreicht, um den Blutbedarf (Sauerstoffbedarf) des Körpers zu decken. Rund 2,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an diesem Krankheitsbild (Stand 2017), die Zahl der Erkrankten nimmt zu. Die Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten Todesursachen und verursacht in Deutschland Kosten von jährlich über 5 Milliarden Euro.
•    Typische Symptome sind Abnahme der Belastbarkeit, Luftknappheit und Einlagerung von Wasser in Beinen und Gewebe (Ödeme). Eine Herzinsuffizienz begünstigt in vielen Fällen auch andere schwere Erkrankungen wie Demenz und Niereninsuffizienz.
•    Das Risiko, an einer Herzinsuffizienz zu erkranken, ist in dünn besiedelten ländlichen Kreisen gegenüber Großstädten um 40 Prozent erhöht.
•    Die Herzinsuffizienz verläuft in den meisten Fällen zunächst symptomfrei: Der Herzmuskel ist bereits geschädigt, pumpt aber noch ausreichend Blut. Eine zuverlässige Diagnose ist dann meist nur mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) möglich.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist das höchste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen.

Er bestimmt in Form von Richtlinien, welche medizinischen Leistungen die ca. 73 Millionen Versicherten beanspruchen können. Darüber hinaus beschließt der G-BA Maßnahmen der Qualitätssicherung für Praxen und Krankenhäuser. Der G-BA wird von den vier großen Selbstverwaltungsorganisationen im Gesundheitssystem gebildet:
•    Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV),
•    Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV),
•    Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und
•    Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband).

Innovationsfonds
Der G-BA hat den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung ausgerichtet sind, zu fördern. Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung einen Innovationsfonds aufgelegt. Ziel des Innovationsfonds ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Die Mittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de