Angebot anzeigen für:
Kontakt zu meiner AOK Nordost
Ort/Kasse korrigieren
Servicecenter werden geladen ...
Seitenpfad

Corona: Arbeitnehmer im Nordosten deutlich länger psychisch krank

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt fehlten Berlinerinnen und Berliner im Schnitt vier Tage weniger, wenn sie psychisch erkrankt waren, Brandenburger lagen rund zwei Tage unter, Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns rund einen Tag über dem Bundesdurchschnitt. Die Krankheitsdauer bei psychischen Erkrankungen nahm auch bundesweit deutlich zu.

Analyse auf Basis von Versichertendaten

Potsdam, 29. Oktober 2020. Arbeitnehmer im Nordosten, die sich aus psychischen Gründen krankschreiben ließen, fehlten in diesem Jahr deutlich länger bei der Arbeit als im Vorjahr. Das hat eine Auswertung der Krankmeldungen aller AOK Nordost versicherten Erwerbstätigen von Januar bis August durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ergeben. Etwa jeder vierte Einwohner aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist bei der AOK Nordost versichert.

Konkret fehlte eine psychisch erkrankte Person aus Berlin in diesem Jahr im Schnitt 25,1 Tage bei der Arbeit. In Brandenburg lag dieser Wert bei 27,7 Tagen und in Mecklenburg-Vorpommern bei 30,5 Tagen. In allen drei Bundesländern stieg die Krankheitsdauer im Vergleich zum Vorjahr deutlich an – um 12,5 Prozent (Brandenburg) bis 16 Prozent (Berlin).

„Diese Entwicklung steht vermutlich im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie“, analysiert Dr. Alexander Kugelstadt, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie im AOK-Ärztehaus „Centrum für Gesundheit“. „Bei vielen Patientinnen und Patienten mit Angsterkrankungen haben sich die Symptome seit Beginn der Pandemie verschlimmert. Auslöser waren zum Beispiel Sorgen vor Ansteckung mit SARS-CoV-2, Ängste um Angehörige oder vor einem drohenden Jobverlust.“

Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt fehlten Berlinerinnen und Berliner im Schnitt vier Tage weniger, wenn sie psychisch erkrankt waren, Brandenburger lagen rund zwei Tage unter, Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns rund einen Tag über dem Bundesdurchschnitt. Die Krankheitsdauer bei psychischen Erkrankungen nahm auch bundesweit deutlich zu.

Psychische Erkrankungen sind eine Volkskrankheit

Insgesamt kamen auf 100 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Nordosten 13,2 AU-Fälle wegen psychisch bedingter Beschwerden. Die Fallzahl hatte im Vorjahr noch 14 Tage betragen. „Vermutlich haben sich einige Betroffene aus Angst vor Ansteckung nicht in die Arztpraxis getraut, “ schätzt Dr. Alexander Kugelstadt.

Videosprechstunde am Institut für psychogene Erkrankungen

Am „Institut für psychogene Erkrankungen“ des Centrums für Gesundheit in Berlin können AOK-Versicherte eine psychosomatische Sprechstunde oder eine Psychotherapie in Anspruch nehmen. Nachdem eine stabile Arzt-Patienten-Beziehung etabliert ist, können die Therapie-Sitzungen auch per Videosprechstunde durchgeführt werden. Dieses Angebot wurde während des Lockdowns von bis zu 80 Prozent der Patientinnen und Patienten genutzt. „Mit der Videosprechstunde konnten wir Betroffenen gänzlich ohne Ansteckungsgefahr weiterhin helfen“, sagt Dr. Kugelstadt.

Online-Programme für eine stärkere Psyche

Die AOK Nordost bietet Betroffenen, die unter depressiven Symptomen leiden, auch digitale Online-Programme als zusätzliche Unterstützung zu einer psychotherapeutischen Behandlung.

moodgym ist ein kostenloses Online-Training für eine stärkere Psyche mit nachgewiesener Wirkung. Die Übungen helfen, ungesunde Gedankenmuster zu erkennen, sie durch neue zu ersetzen und so das Handeln positiv zu verändern – nach dem Motto: „Neu denken, sich besser fühlen“. Ziel des Programms ist es, depressive Symptome zu verringern oder Depressionen zu verhindern.

Weiterführende Informationen zu moodgym gibt es hier.

Auch Familienmitglieder, Partner und Freunde von depressiven Menschen geraten häufig an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Aus diesem Grund hat die AOK den Familiencoach Depression entwickelt: das erste Online-Programm, das sich speziell an Angehörige wendet.

Weiterführende Informationen zum Familiencoach Depression gibt es hier.

Hinweis für die Redaktionen

Für die Datenanalyse wurden die Arbeitsunfähigkeits-Fälle der krankengeldberechtigten AOK-Versicherten für den Zeitraum Januar bis August ausgewertet. Krankengeldberechtigt sind in der Regel Arbeitnehmer*innen, Rehabilitanden, Empfänger*innen von Arbeitslosengeld 1 und unter bestimmten Voraussetzungen auch Selbstständige.

Die Ergebnisse haben eine hohe Relevanz, denn die AOK Nordost ist in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit etwa 1,75 Millionen Versicherten die größte regionale Krankenkasse.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de