Ist gutes Sterben möglich? – „Gesundheitsfrequenzen“ der AOK Niedersachsen gehen in die zweite Runde

Das Lebensende gestalten – unter diesem Motto stand die zweite Veranstaltung der Reihe „Gesundheitsfrequenzen“ der AOK Niedersachsen am 7. November 2019 im Sprengel Museum Hannover. Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, begrüßte rund 120 Gäste aus der Wirtschaft, der Politik, Wissenschaft und Kultur.

Das Bild zeigt den Schriftzug "Gesundheitsfrequenzen". Links neben dem Schriftzug drückt eine Frau mt ihrem Zeigefinger dem Betrachter zugewandt in einen weißen Kreis.© iStock / RyanKing999 ; Shutterstock / Here

Inhalte im Überblick

    Das Lebensende gestalten – Ist gutes Sterben möglich?

    Auf dem Bild ist Dr. Jürgen Peter zu sehen. © AOK
    Dr. Jürgen Peter

    „Viele Menschen haben Angst vor dieser letzten Lebensphase. Angst davor, in einem sterilen Krankenhaus oder in einer anonymen Einrichtung, angeschlossen an lebenserhaltende Apparaturen, das zu verlieren, was vorher am wichtigsten war: Selbstbestimmtheit, Freiheit und Würde“, so Dr. Peter in seiner Begrüßung.

    Der Veranstaltungstitel „Das Lebensende gestalten – Ist gutes Sterben möglich?“ war Anlass für unterschiedliche Betrachtungen auf das immer noch tabuisierte Thema Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschaft. Der Moderator Martin Brüning führte gewohnt pointiert durch den Abend.

    Im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlichen und religiös-philosophischen Vorträgen bewegten sich Prof. Dr. Lukas Radbruch, Direktor der Klinik für Palliativmedizin am Universitätsklinikum und Leiter des Zentrums Palliativmedizin am Malteser Krankenhaus in Bonn, sowie die Theologin und ehemalige Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers Dr. Margot Käßmann. Anregungen aus der Praxis gab Heike Metje, Mitarbeiterin des Ambulanten Palliativ- und Hospizdienstes Hannover.

    „Ein Arzt müsse zuletzt auch das Sterben zulassen“

    Auf dem Bild ist Prof. Dr. Lukas Radbruch zu sehen. © AOK
    Prof. Dr. Lukas Radbruch

    Ethische Aspekte der Hospiz- und Palliativmedizin stellte Prof. Dr. Radbruch in den Mittelpunkt seines Vortrags. Wie können Patienten Fürsorge erfahren und gleichzeitig ihre Autonomie behalten? Wichtig für den letzten Lebensweg sei die frühe Einbindung eines Palliativmediziners, der die Selbstbestimmung des Patienten im Blick hat. Ein Arzt müsse zuletzt auch das Sterben zulassen, wenn der Patient keine lebenserhaltenden Maßnahmen wünscht, so Prof. Dr. Radbruch.

    Der Tod dürfe kein Tabu sein“

    Auf dem Bild ist Dr. Margot Käßmann zu sehen. © AOK
    Dr. Margot Käßmann

    Dr. Margot Käßmann plädierte in ihrem Vortrag für einen offenen Umgang mit Sterben und Tod in unserer Gesellschaft. Der Tod dürfe kein Tabu sein, so Dr. Käßmann. Deshalb sei es wichtig, mit seinen Angehörigen zu sprechen und auch wichtige Vorkehrungen wie eine Patientenverfügung in Betracht zu ziehen. Ebenso seien Rituale im Umgang mit dem Tod ein wichtiges Mittel gegen ein Sterben in Einsamkeit.

    Künstlerische Begleitung

    Dr. Jürgen Peter© AOK
    David Tollmann stellt das fertige Bild vor.

    Künstlerisch begleitet wurde das Abendprogramm durch den Hannoveraner Künstler David Tollmann, der Licht und Schattenseiten des letzten Lebenswegs passend zu den Vorträgen in einem Bild festhielt.

    „Umdenken in der Gesellschaft“

    Heike Metje im Gespräch mit Martin Brüning.© AOK
    Heike Metje im Gespräch mit Martin Brüning

    Eindrücke aus der täglichen Arbeit im ambulanten Palliativ- und Hospizdienst gab Heike Metje: Es fände ein Umdenken in der Gesellschaft statt. Weit mehr Menschen machten sich heute Gedanken, wie sie ihre Nächsten auf dem letzten Lebensweg aktiv begleiten und unterstützen könnten.

    Zum Abschluss der Veranstaltung resümierte Dr. Jürgen Peter: „Um dem Sterben aktiv zu begegnen, ist eine gewisse Lebensklugheit unabdingbar – in Bezug auf den eigenen Tod und den offenen Umgang hiermit und in Bezug auf die Akzeptanz durch Angehörige. Eine würdevolle, menschliche Versorgung am Lebensende muss einen genauso hohen Stellenwert haben, wie medizinische Therapien zur Gesunderhaltung und Heilung“.

    Auf dem Bild sind drei Männer und eine Frau neben einem Gemälde zu sehen.
    Auf einem Tisch liegt ein Buch, daneben stehen Weingläser. Im Hintergrund sind Stehtische und Eventbeleuchtung zu erkennen.
    Vier junge Frauen in formeller Kleidung stehen hinter einem Tresen. Sie schauen lachend in die Kamera.
    Eine Gruppe von Menschen steht um einem Stehtisch und unterhält sich.
    Zwei Frauen unterhalten sich angeregt.
    Eine Gruppe von Menschen steht um einen Tisch und unterhält sich.
    Ein Mann und eine Frau unterhalten sich.
    Dr. Margot Käßmann hält eine Rede auf dem Podium.
    Eine lächelnde Frau und ein lächelnder Mann, die Teilnehmer einer AOK-Veranstaltung sind.
    Zwei Frauen stehen an einem Stehtisch und lächeln für die Kamera.
    Das Bild zeigt eine große Gruppe von Menschen auf einer Veranstaltung.
    Beleuchtete Informationstafeln stehen in einem verdunkeltem Gang.
    Eine Menschengruppe unterhält sich angeregt.
    Drei Menschen sitzen im Publikum auf einer Veranstaltung der AOK. Sie sind in ein angeregtes Gespräch vertieft.
    Ein selbstegmaltes Bild steht zwischen zwei Lampen. Die Lampen strahlen in rot und grün hoch entlang der Wand.
    Drei Menschen posieren vor einem selbstgemalten Bild.
    Vier Menschen posieren lächelnd für die Kamera vor einem selbstgemalten Bild.
    Eine Menschenmenge tummelt sich um Stehtische auf einer Veranstaltung der AOK.
    Eine Menschengruppe posiert vor einem Bild für die Kamera.
    Auf dem Bild ist sind drei Männer und zwei Frauen vor einem Gemälde zu sehen.
    Auf dem Bild sind drei Männer und eine Frau neben einem Gemälde zu sehen.
    Aktualisiert: 14.09.2021

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