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Der "Mausarm": Wenn die Arbeit am PC schmerzhaft ist

AOK Hessen informiert zu einer neuen „Berufskrankheit“

13.10.2008

Finger und Handgelenke werden vor allem durch das Ar-beiten mit der Maus fortwährend belastet. Im Extremfall kann dies zu ei-nem "Mausarm" führen: Betroffene leiden unter starken Schmerzen in Hand, Arm, Schulter oder Nacken. "Wichtig ist darum, eine Überbean-spruchung zu vermeiden", sagt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Ihr Rat: "Legen Sie regelmäßig Pausen ein und achten Sie auf eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung."

Rund zwei Drittel derjenigen, die täglich mehr als drei Stunden am Computer arbeiten, klagen über körperliche Beschwerden - Tendenz steigend. Die Ursa-chen hierfür liegen zumeist in einer ungünstigen Körperhaltung bei fortwäh-render Beanspruchung. Schmerzen stellen sich zum Beispiel ein, wenn sich die Maus zu weit vom Körper entfernt befindet und der Arm in der Folge stark gestreckt wird. Selbst eine vermeintlich entspannte, zurückgelehnte Haltung im Stuhl belastet die Schulter-Arm-Muskulatur dauerhaft.

Schmerzen sind Warnsignal
Um schneller durch das Internet oder durch Programme navigieren zu können, nehmen "PC-Arbeiter" oftmals die Hand gar nicht mehr von der Maus - selbst wenn bereits erste Schmerzen auftreten. Doch Schmerzen sollten als Warnsignal ernst genommen werden. Denn bei Symptomen des "Repetitive Strain Injury" (RSI) - wie Mediziner den "Mausarm" nennen - handelt es sich zumeist um Mikroverletzungen und Gewebsveränderungen, die in den nächtli-chen Ruhephasen nicht mehr heilen können. „Sie verursachen zu Beginn oft nur ein Kribbeln oder Kraftlosigkeit im Unterarm, später kann es dann auch zu Schmerzen, Verspannungen, und sogar Sehnenscheidenentzündungen kom-men. Dabei breitet sich die Beeinträchtigung häufig über Finger, Handgelenk und Unterarm weiter in den Nacken- und Schulterbereich aus“, so Dr. Smith. Bei anhaltend falscher oder zu großer Belastung können irreparable Schäden mit Dauerschmerzen die Folge sein.

Wer viel am Computer arbeitet, sollte deshalb auf seine Sitz- und Arbeitshaltung achten. Entsprechend sollte sich die Maus näher am Körper befinden und nicht dauerhaft festgehalten werden. Dabei sollten die Arme entspannt aufliegen und zwischendurch mit Dehnübungen aufgelockert werden, um Muskelblockaden und Verspannungen zu vermeiden. Viele Arbeitsschritte am PC, die mit der Maus ausgeführt werden, kann man auch über sogenannte Shortcuts – also mit Tastaturbefehlen – erledigen. Eine Übersicht über die gängigen Shortcuts findet man im Hilfemenü (Taste F1) oder im Internet. Hilfreich kann es auch sein, zwischendurch die Maus zu wechseln. Denn ein unterschiedliches Mausdesign zwingt die Finger zum Umgewöhnen: Muskeln und Nerven werden unterschiedlich angesprochen und aktiviert. Auch gibt es spezielle, ergonomisch geformte „Mäuse“ und Mousepads.

Ergonomische Tastatur als Alternative
Aber nicht nur das Navigieren mit der Maus, auch unergonomische Bewe-gungsabläufe beim Bedienen der Tastatur können zu den beschriebenen Beschwerden führen. Bei Arbeitstätigkeiten, deren Inhalt hauptsächlich im Erfassen von Texten auf der Tastatur besteht, Profis kommen auf bis zu 80.000 Anschläge pro Arbeitstag, ist es ratsam, eine ergonomische, zweigeteilte Tastatur zu nutzen. Diese ermöglicht dem Bildschirmarbeiter eine natürliche Stellung der Hände zueinander, setzt jedoch die Fähigkeit voraus, im Zehn-Finger-System zu schreiben. Eine flache Tastatur und eine Handballenaufla-ge verhindern das Überstrecken in den Handgelenken. Als Nebeneffekt der entspannteren Haltung der Hände und Unterarme reduziert sich die Anspannung im Schulter-Nacken-Bereich.

“Bei Schwellungen oder einem tauben Gefühl in Fingern, Händen, Handgelenken, Armen oder Schultern sollten sie außerdem einen Mediziner zu Rate ziehen“, rät die AOK-Ärztin. Am besten jedoch ist es, dauerhaften Beschwer-den vorzubeugen und rechtzeitig für ergonomisch günstige Arbeitsbedingungen zu achten.

Pressekontakt

Ansprechpartner für diese Pressemitteilung
Riyad Salhi - 06172 272-143 oder Riyad.Salhi@he.aok.de