Noch kein Weihnachtsbaumformat

„Ich sehe die Bäume vor lauter Pflanzen nicht.“ So standen die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse der Otto-Dix-Regelschule und ich heute im Geraer Stadtwald. Unser gemeinsames Ziel war es, die im vergangenen Herbst gepflanzten Jungbäume freizustellen – wie es im Fachjargon heißt.

14.07.2022Autor/in: Jenny FüstingRubrik: Allgemein, Grüner Kosmos und AOK-Welt 1

1.100 erradelte Bäume für Gera

Erklärungen zum Wald und wie man die Bäumchen am besten freistellt.

Aber erstmal der Reihe nach: Im vergangenen Jahr pflanzte die AOK PLUS gemeinsam mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern der jährlichen Fahrradaktion Mit dem Rad zur Arbeit in Sachsen und Thüringen über 2.200 Bäume. Die eine Hälfte fand ihre neue Heimat im Geraer Stadtwald. Rund 1.100 Weißtannen wurden hier auf einer Fläche, die wegen des Borkenkäferbefalls gerodet werden musste, eingesetzt. Gemeinsam mit dem Revierförster legten alle Freiwilligen nach einer kurzen Anleitung zum Pflanzen los und brachten die Setzlinge in den Waldboden. Bereits letzten November war ich als typisches Stadtkind überrascht, wie klein und zart diese namentlich stark klingenden Weißtannen anfangs waren.

Die Waldfläche ist riesig und es gibt einiges zu tun.

Die müssen noch ein wenig wachsen

Eine kleine Weißtanne freigestellt vom hohen Grün drumherum.

Auch heute erklärte der städtische Revierförster Ronald Felgner, was genau zu machen und zu beachten ist, bevor wir uns gemeinsam den Weg zur Waldfläche bahnten. Wieder einmal lag ich mit meiner naiven, stadtkindtypischen Annahme, dass mich mindestens Tannenbäumchen im kleinen Weihnachtsbaumformat erwarten würden, falsch. Auf der Suche nach den im vergangenen November gepflanzten Weißtannen, mussten wir schon genauer hinsehen und einiges an hohem Grün rundherum entfernen. Doch wir – die 22 Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen, Josephine Scholz, die Schulberaterin der AOK PLUS, und ich legten mit vollem Einsatz los.

Trockenheit gefährdet die Jungbäume

So lange die Mitte noch grün ist, ist das Bäumchen noch nicht an die Trockenheit verloren. Das Freistellen hilft, den wenigen Regen besser aufnehmen zu können.

Rund 20 bis 30 Zentimeter hoch ragen sie aus dem Boden und ein wenig fülliger sind sie geworden. Als Weihnachtsbäume eigenen sie sich erst in einigen Jahren. Um weiter wachsen zu können, muss das umliegende Grün entfernt werden, damit die kleinen Bäumchen ausreichend Licht und vor allem Wasser erhalten. Daran mangelt es seit Mai erheblich. „Nachdem die Bäume gut angingen“, wie der Revierförster berichtete, „haben wir nun rund 40 Prozent aufgrund der Trockenheit verloren. Umso wichtiger ist es, die Bäume freizustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Wasser aufzunehmen“, erklärt Felgner und hebt die Wichtigkeit unserer heutigen Aufgabe hervor.

Mathilda und Josphine Scholz, Schulberaterin der AOK PLUS, befreien die kleinen Bäumchen vom umliegenden Grün.

Die Schülerinnen und Schüler der Otto-Dix-Regelschule aus Gera sind keine Anfänger auf dem Gebiet Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die jungen Menschen leben das und erhielten deshalb auch 2020 die Auszeichnung „Thüringer Nachhaltigkeitsschule – Umweltschule in Europa“.

Weiter radeln für noch mehr Bäume

Auch in diesem Jahr läuft die Mitmach-Fahrradaktion bis zum 30. August wieder auf Hochtouren und jeder kann noch starten. Die AOK PLUS spendet erneut je 1.500 zurückgelegte Kilometer einen Baum. Zur Halbzeit Ende Juni sind bereits über 2,4 Millionen Kilometer erfahren und damit 479 Tonnen CO2 eingespart worden. Aktuell entspricht das über 1.600 neuen Bäumen.

Kommentare (1)

  • Andrea Ehlers

    am 25.07.2022 um 14.46 Uhr

    Danke an die Schüler der Otto-Dix-Schule für ihre tatkräftige Unterstützung. Ich bin gespannt, wie viele Bäume die MdRzA-Teilnehmer in diesem Jahr in Sachsen und Thüringen „erradeln“.

Beitrag kommentieren
Alle mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtangaben.