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Arztbriefe hat fast jeder Patient schon einmal gesehen. Mit der Überweisung zum Facharzt geht meist auch die Notwendigkeit einher, den dort erstellen Befund in Papierform zum Hausarzt zurückzubringen. Die AOK PLUS erspart ihren Thüringer Versicherten jetzt diesen Weg. Und teilweise auch den zum Facharzt.

05.05.2022Autor/in: Matthias GottschalkRubrik: Versorgung und Innovation 0

Es könnte so leicht sein

Die Digitalisierung der Gesundheitslandschaft steckt derzeit vor einigen (positiv ausgedrückt) Herausforderungen. eRezept, eAU, e-irgendwas – kaum ein Vorhaben kommt ohne Verzögerungen, längere Übergangsfristen oder technische Probleme aus. Dabei würden nicht nur Ärzte, sondern auch Patienten von allen Anwendungen profitieren. Wie es der Zufall will, war ich heute bei meinem Arzt, um ein Rezept abzuholen. Mit An- und Abfahrt sowie Wartezeit war ich insgesamt eine Stunde unterwegs. Wie einfach und schnell würde es gehen, wenn das eRezept schon flächendeckend im Einsatz wäre…

Konsil: schnell und einfach

Ganz am Anfang des Prozesses steht bereits ein anderes „Problem“, das Patienten und Ärzte regelmäßig betrifft: Die Suche nach einem passenden Facharzt, um eine Diagnose zu erhalten. Es kommt vor, dass Patienten, Odysseus gleich, von einem Facharzt zum nächsten fahren, bevor sie ihr persönliches Ithaka erreichen. Mit dem neuen Angebot eKonsil soll diese Irrfahrt für AOK PLUS-Versicherte aus Thüringen der Vergangenheit angehören. Wie soll das gehen?

Im ersten Schritt: Papierlos. Sobald ein Hausarzt die Meinung eines Facharztes benötigt, kann er über seine Praxisverwaltungssoftware (PVS) eine Konsilanfrage an teilnehmende Fachärzte senden. Diese erhalten die Anfrage dann in ihrem elektronischen Posteingang. Der Vorteil dieses Vorgehens? Die angeschriebenen Fachärzte können auf Grundlage der übersendeten Informationen bereits eine erste Verdachtsdiagnose stellen – oder sagen, dass sie dafür der falsche Ansprechpartner sind und an andere Ärzte verweisen. Und das schnell und einfach per Mail So erhalten der Hausarzt sowie die Patienten zeitnah eine Rückinformation und vermeiden eine möglicherweise langwierige Suche nach dem richtigen Facharzt. Im besten Fall kann der Facharzt zur Diagnose auch gleich eine Behandlung vorschlagen und mit dem Hausarzt abstimmen.

Sichere Datenverbindung

Die Kommunikation zwischen Haus- und Facharzt findet dabei über das PVS statt. Da der Nachrichtenaustausch über die jeweiligen integrierten KIM (Kommunikation im Medizinwesen) -Adressen funktioniert, ist der Datenschutz sichergestellt. KIM ist eine besonders gesicherte Form des Mailingverkehrs, welcher für den Gesundheitssektor in Deutschland eingeführt wurde.
Derzeit steht das eKonsil allen Ärzten zur Verfügung, welcher über das PVS tomedo® des Thüringer Anbieters Zollsoft verfügt. Es finden bereits Gespräche zur Ausweitung mit weiteren PVS-Herstellern statt.

Kommunikation zwischen Krankenkasse und Arzt

Auch die AOK PLUS weitet ihre Kommunikationskanäle für Ärzte aus. Seit Anfang April 2022 verfügt die Gesundheitskasse über eine eigene KIM-Adresse. Die Einrichtung der Adresse ist zum einen Voraussetzung für den Erhalt von elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen. Zum anderen können sich Mediziner nun direkt über ihr PVS an die AOK PLUS wenden und Fragen klären oder Informationen einholen. Derzeit kann die AOK PLUS KIM-Nachrichten nur empfangen, senden noch nicht. Im Laufe des Jahres soll es möglich werden, dass Ärzte Antworten direkt in ihr KIM-Postfach erhalten. Aber unter „Verzögerung“ im Duden steht auch „siehe: Digitalisierung des Gesundheitswesens“.

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