Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse ist auf maximal 13 Euro kalendertäglich begrenzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, einen Zuschuss dazu zu leisten, damit die Arbeitnehmerin keine finanziellen Nachteile hat.

Höhe des Mutterschaftsgelds

Für die Dauer der Schutzfristen vor und nach der Geburt zahlt die gesetzliche Krankenkasse ein sogenanntes Mutterschaftsgeld als Einkommensersatz an die Arbeitnehmerin. Das ist im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt. Das Mutterschaftsgeld ist gesetzlich auf maximal 13 Euro täglich begrenzt und wird aus dem zuletzt bezogenen Nettoentgelt berechnet.

Entgeltbescheinigung für Mutterschaftsgeld

Zur Berechnung des Mutterschaftsgelds füllt der Arbeitgeber den entsprechenden Vordruck aus und übermittelt ihn im elektronischen Verfahren an die Krankenkasse der Beschäftigten. Die Übertragung der Entgeltbescheinigung erfolgt entweder direkt aus dem Entgeltabrechnungsprogramm oder mit einer Ausfüllhilfe; zum Beispiel mit der Software sv-net. Bestandteil des elektronisch übermittelten Datensatzes sind die Schlüsselzahlen für die Abgabegründe: 03 = Entgeltbescheinigung KV bei Mutterschaftsgeld.

Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld

Erhält die Beschäftigte ein höheres Nettoentgelt als ihren Anspruch auf Mutterschaftsgeld, gleicht der Arbeitgeber die Differenz zwischen dem Höchstbetrag des Mutterschaftsgelds (13 Euro) und dem kalendertäglichen Nettoentgelt aus. Beide Leistungen sind sowohl in der Höhe als auch in ihren Voraussetzungen miteinander verbunden. Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses zum Mutterschaftsgeld werden alle aus dem Arbeitsverhältnis zustehenden Beträge berücksichtigt, auch wenn diese nicht lohnsteuer- oder sozialversicherungspflichtig sind.

Steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit werden ebenso wie jede weitere geldwerte Gegenleistung berücksichtigt. Das gilt auch für laufend gewährte Anwesenheitsprämien und vermögenswirksame Leistungen.

Nicht berücksichtigt werden hingegen

  • Leistungen des Arbeitgebers zu einer zusätzlichen Alters- und Hinterbliebenenversorgung (Arbeitgeberzuschüsse, Arbeitgeberbeiträge, Umlagen zur VBL),
  • einmalig gezahltes Arbeitsentgelt, das in den Berücksichtigungszeitraum fällt, sowie
  • Entgeltminderungen aufgrund von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen und unverschuldeter Arbeitsversäumnis.

Für die Ermittlung des Arbeitgeberzuschusses gibt es unterschiedliche Berechnungsarten. Welche im Einzelnen anzuwenden ist, hängt davon ab, ob das Arbeitsentgelt als fester Monatsverdienst gezahlt wird oder ob eine Stunden-, Stück- oder Akkordlohnvereinbarung vorliegt.

Mutterschaftsgeld für nicht gesetzlich versicherte Arbeitnehmerinnen

Frauen, die nicht gesetzlich krankenversichert sind, erhalten ebenfalls Mutterschaftsgeld – aber nur in Höhe von höchstens 210 Euro für die gesamten Schutzfristen. Ausgezahlt wird es vom Bundesversicherungsamt, Mutterschaftsgeldstelle, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn. Für die Berechnung des Arbeitgeberzuschusses ist in solchen Fällen vom täglichen Nettoentgelt ein (fiktives) Mutterschaftsgeld von 13 Euro abzuziehen.

Weitergezahltes Entgelt

Zuschüsse des Arbeitgebers, die für die Zeit des Bezugs von Mutterschaftsgeld oder während des Bezugs von Elterngeld erzielt werden, gelten nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Voraussetzung dafür ist, dass die Zahlungen des Arbeitgebers zusammen mit dem Mutterschaftsgeld oder Elterngeld das Nettoarbeitsentgelt nicht um mehr als 50 Euro monatlich überschreiten. Wird die Bagatellgrenze (SV-Freibetrag) jedoch in einem Monat überschritten, ist das gesamte den SV-Freibetrag übersteigende Arbeitsentgelt beitragspflichtig.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

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