Fehlzeitenbilanz der AOK für Sachsen-Anhalt: Krankenstand 2025 leicht zurückgegangen
Elektronische AU ist Grund für starken Anstieg der Fehlzeiten von 2021 auf 2022
Elektronische AU ist Grund für starken Anstieg der Fehlzeiten von 2021 auf 2022
2025 haben Beschäftigte in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt 27,3 Tage krankheitsbedingt gefehlt und damit rund einen Tag weniger als 2024. Auch der Krankenstand war mit 7,5 Prozent niedriger als 2024 (7,7 Prozent). Das ergab eine Auswertung der AOK Sachsen-Anhalt unter den bei ihr versicherten Beschäftigten. Eine Analyse zeigt zudem, dass der überdurchschnittliche Anstieg der Fehlzeiten seit 2022 mit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) zu erklären ist.
Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen-Anhalt mit durchschnittlich 27,3 Krankheitstagen je beschäftigtem AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Mitglied auf Platz 2. Nur in Mecklenburg-Vorpommern haben die Menschen mit rund 27,5 Tagen im letzten Jahr länger krankheitsbedingt am Arbeitsplatz gefehlt. Mit 26,9 Tagen liegt Thüringen auf Platz 3. Am kürzesten haben die Menschen in Berlin mit 20,6 Krankheitstagen gefehlt.
Wenn Beschäftigte krankgeschrieben wurden, dauerte ein Fall im Durchschnitt 11,5 Tage – 2024 waren es noch 11,7 Tage. Den größten Anteil an allen Arbeitsunfähigkeitstagen (AU-Tagen) haben Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems mit 19,3 Prozent aller Tage, Atemwegserkrankungen (15,5 Prozent) und psychische Erkrankungen (13,1 Prozent).
In Landkreisen Krankenstand zum Teil deutlich gesunken
Im Vergleich der Landkreise hatte 2025 Mansfeld-Südharz mit 8,1 Prozent den höchsten Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… in Sachsen-Anhalt (siehe Tabelle). Danach folgen die Landkreise Börde, Salzlandkreis und Harz (jeweils 7,9 Prozent). Am niedrigsten war der Krankenstand in Magdeburg (6,6 Prozent) und Halle (Saale) (6,7 Prozent).
„Unsere Zahlen zeigen, dass 2025 in den meisten Landkreisen der Krankenstand immer noch hoch ist, grundsätzlich aber sinkt“, sagt Rene Bethke, Leiter Gesundheitsmanagement bei der AOK Sachsen-Anhalt. „Die stärkste Veränderung gab es im Landkreis Jerichower Land, hier ist der Krankenstand um 0,5 Prozentpunkte von 8,1 auf 7,6 Prozent im Jahr 2025 gefallen. Weitere größere Veränderungen gab es in den Landkreisen Harz, Salzlandkreis und Halle / Saale mit jeweils 0,4 Prozentpunkten.“
Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erfasst deutlich mehr Kurzzeiterkrankungen bis 14 Tage
Der Höchststand bei den Fehlzeiten in Sachsen-Anhalt wurde 2022 mit rund 29 Krankheitstagen erreicht. Seitdem sinken die Zahlen wieder. Damals waren jedoch die Fehlzeiten im Vergleich zu 2021 um mehr als 5 Tage sprunghaft gestiegen. „Der Hauptgrund dafür ist die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… im Jahr 2022, durch die deutlich mehr Kurzzeiterkrankungen bis 14 Tage erfasst werden“, sagt Bethke.
Das zeigen Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ): Während 2016 in Sachsen-Anhalt 6,6 AU-Tage auf diese kurzen Erkrankungen zurückzuführen waren, waren es 2022 10,5 und 2025 durchschnittlich 10 Ausfalltage. „Der starke Anstieg der Fehlzeiten wegen Kurzzeiterkrankungen ist ein Hinweis darauf, dass jetzt viele Fälle erfasst werden, die den Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… früher nicht gemeldet worden sind. Dazu zählen vor allem akute Atemwegsinfektionen“, so Bethke.
Seit der Einführung der eAU im Jahr 2022 werden alle AU-Bescheinigungen automatisch von den Arztpraxen an die Krankenkassen geschickt. Zuvor oblag es den Versicherten, die Papier-Bescheinigungen an ihre Krankenkasse zu übermitteln – und dies wurde insbesondere bei kurz andauernden Erkrankungen nicht zuverlässig gemacht. Folgerichtig wären jetzt die Krankmeldungen infolge kurzer Erkrankungen deutlich gestiegen.
Der Missbrauch der telefonischen Krankmeldung spielt dagegen kaum eine Rolle. Eine Analyse des WIdO im letzten Jahr zeigte, dass 2024 bei den Atemwegserkrankungen nur 1,5 Prozent aller Krankheitsfälle telefonisch ausgestellt wurden.
Ausfallzeiten wegen psychischer Erkrankungen weiter gestiegen
Für die Auswertung wurden auch die Langzeiterkrankungen über sechs Wochen analysiert. Sie machten in Sachsen-Anhalt 2025 zwar nur 3,5 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitsfälle aus, verursachten aber 38,4 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage. Erkrankungen mit üblicherweise langen Ausfallzeiten sind psychische Erkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Muskel/Skelett-Erkrankungen.
2025 gab es hier insbesondere bei psychischen Erkrankungen einen Anstieg. Entfielen 2024 noch 12,6 Prozent aller AU-Tage auf diese Diagnose, waren es 2025 13,1 Prozent. Im Vergleich zu den anderen Diagnosegruppen hatten psychische Erkrankungen mit durchschnittlich 26,2 Arbeitsunfähigkeitstagen je Fall zudem die längsten Ausfallzeiten.
„Hier kann die betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… Ansätze bieten, um die Widerstandsfähigkeit und psychische Belastbarkeit von Beschäftigten zu stärken. Eine transparente, partizipative und gesundheitsorientierte Unternehmenskultur und Führung sind zentrale Stellschrauben, um Mitarbeitende gesund zu erhalten und langfristig an die Unternehmen zu binden. Das zeigen immer wieder die Analyse-Ergebnisse der Fehlzeiten-Reporte der vergangenen Jahre“, so Bethke.
Krankenstände und Arbeitsunfähigkeitstage je Fall in den Landkreisen in Sachsen-Anhalt
Landkreis | Krankenstand in Prozent | AU-Tage je Fall 2025 | |
|---|---|---|---|
2025 | 2024 | ||
| Altmarkkreis Salzwedel | 7,7 | 7,7 | 12,6 |
| Anhalt-Bitterfeld | 7,6 | 7,8 | 11,9 |
| Börde | 7,9 | 8,0 | 11,6 |
| Burgenlandkreis | 7,7 | 7,9 | 12,5 |
| Dessau-Roßlau, Stadt | 7,4 | 7,5 | 11,4 |
| Halle (Saale), Stadt | 6,7 | 7,1 | 9,2 |
| Harz | 7,9 | 8,3 | 12,4 |
| Jerichower Land | 7,6 | 8,1 | 12,4 |
| Magdeburg, Landeshauptstadt | 6,6 | 6,9 | 9,6 |
| Mansfeld-Südharz | 8,1 | 8,3 | 12,9 |
| Saalekreis | 7,4 | 7,7 | 11,1 |
| Sachsen-Anhalt | 7,5 | 7,7 | 11,5 |
| Salzlandkreis | 7,9 | 8,3 | 12,1 |
| Stendal | 7,3 | 7,5 | 11,5 |
| Wittenberg | 7,5 | 7,8 | 12,9 |
Quelle: AOK Sachsen-Anhalt / WIdO
Zur AOK Sachsen-Anhalt:
Die AOK Sachsen-Anhalt betreut mehr als 850.000 Versicherte und 57.000 Arbeitgeber online und vor Ort im ganzen Land. Mit einem Marktanteil über 42 Prozent ist sie die größte regionale Krankenkasse in Sachsen-Anhalt.
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Rene Bethke, Leiter Gesundheitsmanagement bei der AOK Sachsen-Anhalt. Foto: Mahler / AOK Sachsen-Anhalt
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Durch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung werden seit 2022 deutlich mehr Kurzzeiterkrankungen bis 14 Tage erfasst. Dazu zählen insbesondere akute Infektionen der Atemwege. Foto: AOK
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