Pressemitteilung

AOK-Auswertung zum Kindertag: 70 Prozent der Kinderkrankentage wurden 2025 in Sachsen-Anhalt von Frauen genommen

01.06.2026 AOK Sachsen-Anhalt 4 Min. Lesedauer

Bundesweit die zweithöchste Männerbeteiligung

Krankes Kind mit Fieber im Bett
Die Betreuung kranker Kinder ist in Sachsen-Anhalt nach wie vor hauptsächlich Frauensache. 2025 wurden 70 Prozent aller Kinderkrankentage von Frauen beantragt. Foto: AOK-Mediendienst

Aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK

Eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum Internationalen Kindertag am 1. Juni zeigt, dass die Betreuung kranker Kinder nach wie vor hauptsächlich Frauensache ist. So wurden 2025 in Sachsen-Anhalt 70 Prozent aller Kinderkrankentage von weiblichen AOK-Mitgliedern beantragt. Allerdings ist die Beteiligung der Männer in Sachsen-Anhalt mit 30 Prozent der zweithöchste Wert im bundesweiten Vergleich. 

Im bundesweiten Durchschnitt werden rund 73 Prozent aller Kinderkrankentage von Frauen beantragt. Die ausgewogenste Aufteilung hat Sachsen: Hier entfielen auf die Mütter rund 69 Prozent und auf die Väter fast 31 Prozent der Kinderkrankentage. Sachsen-Anhalt liegt im Vergleich mit einer Aufteilung von 70/30 direkt dahinter. Die Auswertung zeigt zudem, dass in den neuen Bundesländern die Männerbeteiligung häufig höher ist als in den alten Bundesländern. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg liegen dabei an der Spitze. 

„Dennoch: Dass Kinderkrankentage in jedem einzelnen deutschen Bundesland auch im Jahr 2025 noch überwiegend von Frauen genommen werden, zeigt, wie ungleich die Sorgearbeit in Familien weiterhin verteilt ist“, sagt Corinna Beutel, Leiterin des Geschäftsbereichs Gesundheitsversorgung und Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… bei der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Sachsen-Anhalt. „Eltern sollen frei entscheiden können, wer das kranke Kind zu Hause betreut und wer arbeiten geht. Ich würde mir aber wünschen, dass diese Aufgabe nicht automatisch in großen Teilen Frauensache bleibt und Männer häufiger von ihrem eigenen Rechtsanspruch auf Kinderkrankentage Gebrauch machen.“ 

Rechtsanspruch für jedes Elternteil

Kinderkrankentage stehen jedem gesetzlich versicherten Elternteil gleichermaßen zu. Die Anzahl der Tage pro Jahr richtet sich dabei nach der jeweiligen Familiensituation. In einer Familie mit einem Kind hat jedes Elternteil Anspruch auf 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld (Alleinerziehende: 30 Tage), bei mehreren Kindern sind es mehr Tage. Die Inanspruchnahme setzt dabei ein ärztliches Attest voraus, eingeführt wurde die Leistung im Jahr 1974.

Zwar bieten Kinderkrankentage die Möglichkeit, zur Betreuung kranker Kinder der Arbeit fernzubleiben, sie gehen - anders als Krankmeldungen bei einer eigenen Arbeitsunfähigkeit liegt nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses dann vor, wenn der Versicherte aufgrund… - aber ab Tag eins auch mit Lohneinbußen einher. Aktuell haben Eltern bei einem Kinderkrankentag einen gesetzlichen Anspruch auf 90 Prozent des ausgefallenen Netto-Gehalts. Mit Urlaubs- oder Weihnachtsgeld kann das Kinderkrankengeld auf bis zu 100 Prozent ansteigen. Beantragt und ausgezahlt wird das Geld über die Krankenkasse. Zudem ist der maximale Brutto-Kinderkrankengeldanspruch pro Tag bei 135,63 Euro gedeckelt. Von dem Krankengeld Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten Krankengeld als Entgeltersatz. Es soll den… werden zudem noch Versichertenanteile zu Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. 

Beutel: „Dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, dürfte auch dazu beitragen, dass die Kinderkrankentagen nicht gleichberechtigt aufgeteilt werden. Gerade vor diesem Hintergrund ist es gut und wichtig, dass die zwischenzeitlich von der Bundesregierung im Rahmen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes vorgeschlagene Kürzung des Kinderkrankengeldes inzwischen vom Tisch ist und die ohnehin schon bestehenden Ungleichheiten somit nicht noch weiter verstärkt werden. Kinderkrankengeld ist eine wichtige Errungenschaft der Solidargemeinschaft, an der nicht gerüttelt werden sollte.“

Kinderkrankentage zuletzt wieder leicht rückläufig

Der Anteil der AOK-Mitglieder in Sachsen-Anhalt mit mindestens einem Kinderkrankenfall pro Jahr ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gesunken. So meldeten sich 2025 insgesamt 8,7 Prozent aller Frauen und Männer, die bei der AOK Sachsen-Anhalt versichert sind und Anspruch auf Kinderkrankengeld haben, mindestens einmal „Kind krank“ bei ihrem Arbeitgeber.

Im 10-Jahresvergleich wurde der Höchststand im Jahr 2022 während der Corona-Pandemie erreicht: Damals reichten 10,1 Prozent der AOK-Mitglieder mindestens einen Kinderkrankentag ein. Auf jeden eingereichten Kinderkrankenfall entfielen in jenem Jahr durchschnittlich 3,1 Tage – im Jahr 2025 waren es hingegen nur 2,7 Tage pro Fall. 

Zur AOK Sachsen-Anhalt:

Die AOK Sachsen-Anhalt betreut mehr als 850.000 Versicherte und 57.000 Arbeitgeber online und vor Ort im ganzen Land. Mit einem Marktanteil über 42 Prozent ist sie die größte regionale Krankenkasse in Sachsen-Anhalt.

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Porträt: Anna Mahler, Leiterin der Pressestelle und Pressesprecherin
Pressesprecherin

Anna-Kristina Mahler

AOK Sachsen-Anhalt