Niemeyer: Terminvergabe in Praxen muss sich nach Notwendigkeit richten
Die Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pflaz/Saarland, Dr. Martina Niemeyer, anlässlich der Diskussion um gerechte Terminvergabe in Arztpraxen:
„Als AOK
Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart…
– Die Gesundheitskasse sehen wir die oft beschriebene Ungleichbehandlung von Kassen- und Privatpatienten kritisch. Eine ‘Zweiklassenmedizin’ muss vermieden werden. Denn wer echte Gleichbehandlung will, sollte dafür sorgen, dass bei der Terminvergabe nicht mehr danach gefragt werden darf, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist. 90 Prozent der Menschen in Deutschland sind gesetzlich versichert - daher ist wichtig, dass es künftig bei der Terminvergabe einzig und allein um die medizinische Notwendigkeit geht und nicht darum, ob jemand GKV- oder PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) wird Versicherungsschutz durch private Unternehmen…
-/Privatversichert ist.
Die Sicherung einer qualitativ guten und zugleich wirtschaftlichen Gesundheitsversorgung ist die gemeinsame Aufgabe der Selbstverwaltung und der Politik. Dafür müssen die Partner die vorhandenen Versorgungsstrukturen bedarfsgerecht weiterentwickeln, Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausweiten und neue Wege, zum Beispiel in der Telemedizin gehen. Die Menschen brauchen die Gewissheit, dass sie bei der Ärztin oder beim Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung… ihres Vertrauens Rat und Hilfe im Krankheitsfall suchen dürfen.
In der Diskussion um die Benachteiligung von GKV-Patienten bei der Terminvergabe in Arztpraxen hat die AOK somit eine klare Position: Für einen bedarfsgerechten Zugang zur Versorgung für Patientinnen und Patienten und mehr Effizienz im System durch gezielte Steuerung, schlägt die AOK zwei Instrumente vor: Zum einen soll die bestehende hausärztliche Versorgung verlässlicher werden und zu einem teambasierten Primärversorgungssystem weiterentwickelt werden. Zum anderen soll als neues Steuerungselement eine schnelle Ersteinschätzung des konkreten Bedarfs und der Dringlichkeit erfolgen, damit Patientenanliegen zielgerichteter an die richtigen Versorgungsebenen vermittelt werden können. Diese Ersteinschätzung soll in den Primärversorgungspraxen und flankierend bei den Leitstellen/Terminservicestellen Terminservicestellen vermitteln gesetzlich Krankenversicherten Termine bei fachärztlichen,… der Kassenärztlichen Vereinigungen möglich sein.
Fokus unseres Konzepts sind Primärversorgungspraxen als ein gut erreichbarer und verlässlicher Anlaufpunkt für Patientinnen und Patienten. Sowohl Primärversorger als auch Fachärztinnen und -ärzte sollen weiter frei gewählt werden dürfen, mit Zugang zur fachärztlichen Versorgung allerdings erst nach qualifizierter Überweisung. Mit Blick auf lange Wartezeiten auf Termine muss die fachärztliche Versorgung Die ambulante vertragsärztliche Versorgung ist unterteilt in eine hausärztliche und eine… bedarfsgerecht ausgerichtet werden."