Neuer Höchstwert bei finanzieller Belastung von Pflegeheim-Bewohnenden im Saarland erreicht
Eigenteil steigt auf 2.856 Euro
Auch im vergangenen Jahr ist im Saarland die durchschnittliche finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen, die im Pflegeheim leben, laut einer aktuellen Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) weiter angewachsen. Die pflegebedingten Zuzahlungen stiegen Ende 2025 auf 2.856 Euro. Trotz der Einführung von Zuschlägen zur Begrenzung des Eigenanteils an den pflegebedingten Aufwendungen liegt die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner infolge der steigenden Preise inzwischen wieder über dem Niveau des Jahres 2021, also vor der Einführung der Zuschläge durch die Politik. Eine Prognose des WIdO zur weiteren Entwicklung offenbart, dass die Anhebung der Zuschläge und die Dynamisierung der Leistungssätze den Trend zu immer höheren finanziellen Belastungen nicht bremsen können.
Die aktuellen Daten zeigen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner im Saarland Ende des Jahres 2025 von der Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… 950 Euro pro Monat für ihre pflegebedingten Eigenanteile in Form der nach Wohndauer gestaffelten Zuschläge erstattet bekamen. Durchschnittlich 1.022 Euro mussten sie selbst für die Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… zuzahlen, hinzu kamen im Schnitt 1.230 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 604 Euro für Investitionskosten. Daraus ergibt sich die Gesamtbelastung von 2.856 Euro pro Monat für 2025. Sie liegt damit über dem Niveau vor der Einführung der nach Wohndauer gestaffelten Zuschläge zur Entlastung, die seit dem 1. Januar 2022 greifen.
Die Gesamtkosten für einen Heimplatz lagen im Saarland Ende 2025 im Mittel bei 5.308 Euro. Von diesem Gesamtbetrag zahlte die Pflegekasse im Durchschnitt 2.451 Euro. Bei den Pflegebedürftigen mit langer Wohndauer haben die Zuschläge laut der Auswertung durchaus für eine deutliche Entlastung gesorgt. So hatten Bewohnerinnen und Bewohner mit einer Wohndauer von mehr als drei Jahren im Jahr 2025 eine Gesamtbelastung von reduzierten 2.327 Euro zu tragen.
„Es sind leider immer höhere Eigenanteilen feststellbar. Die Dynamik ist ungebrochen. So fiel die durchschnittliche finanzielle Belastung der Bewohnerinnen und Bewohner im Jahr 2017 im Saarland mit 2.178 Euro noch rund 700 Euro niedriger aus als heute“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. Mit Beginn des Jahres 2025 stiegen bundesweit einheitlich auch die allgemeinen Leistungssätze der Pflegeversicherung: Statt beispielsweise bisher 1.775 Euro pro Monat bei Pflegegrad Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) sind zum 1. Januar 2017 in der Pflegeversicherung die… 4 gibt es dann 1.855 Euro (plus 4,5 Prozent). „Die Kosten für die Pflege im Heim steigen aufgrund höherer Lohnkosten infolge der Verpflichtung der Einrichtungen zur tariflichen Bezahlung ihrer Beschäftigten und den inflationsbedingten Tarifsteigerungen kontinuierlich“, erläutert Niemeyer.
AOK zeigt Auswege auf - Ruf an die Politik
Es werden nachhaltige Lösungen zur Begrenzung der steigenden Eigenanteile und zur finanziellen Entlastung der Betroffenen benötigt werden. „So ist die Herausnahme der Ausbildungskosten aus den Eigenanteilen eine Maßnahme, die aus AOK-Sicht schnell Abhilfe schafft. Die Pflegeheimbewohnenden würden sofort um etwa eine Milliarde Euro entlastet.“ Auch ist nicht einleuchtend, warum die Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe eigentlich bei den Pflegebedürftigen abgeladen werden, statt sie aus Steuermitteln zu finanzieren. Neben dem Bund sind gleichsam die Länder gefordert, ihren Teil zur Entlastung beizutragen: Die Investitionskosten der Pflegeheime sollten nicht mehr weiter den Pflegebedürftigen aufgebürdet werden. Sie müssen stattdessen als Teil der Daseinsvorsorge vollständig von den Ländern getragen werden, als weiterer Baustein zu einer wirksamen Entlastung der Betroffenen.