Pressemitteilung

Saarland: Rund 40 Prozent aller Hausarztpraxen setzen bereits auf interprofessionelle Versorgung

28.10.2026 AOK Rheinland-Pfalz/Saarland 3 Min. Lesedauer

WIdO-Analyse zur hausärztlichen Versorgung im Saarland

Eine medizinische Fachperson in weißem Kittel zeigt einer sitzenden Patientin ein Tablet und erklärt ihr digitale Gesundheitsinformationen während eines Gesprächs.

Zu den Plänen der Bundesregierung zur Einführung eines teambasierten Primärversorgungssystems und vor den Hintergrund des demographischen Wandels zeigt eine erste Bestandsaufnahme des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), dass in rund 40 Prozent der saarländischen Hausarztpraxen qualifiziertes, nicht-ärztliches Praxispersonal bereits in die Patientenversorgung eingebunden ist. 

„Bereits vor dem Auftakt der Gesetzgebung zur angekündigten Einführung der interprofessionellen Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… setzen 40 Prozent aller Hausarztpraxen im Saarland qualifiziertes, nicht-ärztliches Personal in der Patientenversorgung ein. Das zeigt, dass der vorgesehene Mix in der Versorgung aus Ärztinnen und Ärzten, ergänzt durch andere Berufsgruppen wie NäPA und VERAH direkt an die Versorgungsrealität anknüpft“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse. Interprofessionelle Praxen seien, neben einer gezielten Steuerung von Patientinnen und Patienten durch das Versorgungslabyrinth, jedoch nur ein Baustein einer erfolgsversprechenden Primärversorgungsreform. 

In den letzten zehn Jahren haben beide Berufsbilder der WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… -Studie zufolge stark an Bedeutung für die Versorgung gewonnen: Die Anzahl hausärztlicher Praxen im Saarland, die mindestens eine dieser Fachkräfte beschäftigten, hat sich im Beobachtungszeitraum (2015 zu 2024) verdoppelt – trotz einer insgesamt rückläufigen Anzahl an Praxen. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass von den hausärztlichen Praxen bislang 60 Prozent noch keine NäPA oder VERAH beschäftigen – hier gibt es noch Ausbaupotential.

Die Analyse des WIdO identifiziert dabei klare Muster, unter welchen Bedingungen die interprofessionelle Versorgung bereits verbreitet ist: So werden NäPA und VERAH vor allem in größeren, arbeitsteilig organisierten Praxen mit mehreren Ärztinnen und Ärzten eingesetzt. Darüber hinaus sind im Saarland NäPA und VERAH im Vergleich von ländlichen zum städtischen Raum nahezu gleich verteilt (36 Prozent zu 40 Prozent). Praxen mit NäPA und VERAH versorgen der WIdO-Analyse zufolge anteilig etwas mehr chronisch kranke und pflegebedürftige Patientinnen und Patienten. Sie unterscheiden sich ansonsten im Patientenklientel jedoch nur geringfügig von Praxen ohne NäPA und VERAH.

Hintergrund:

Für die als e-Paper veröffentlichte Analyse „Interprofessionelle Teams in der hausärztlichen Versorgung. Eine Bestandsaufnahme auf Basis von Routinedaten“ wurden AOK-Abrechnungsdaten der Jahre 2015 bis 2024 ausgewertet. Analysiert wurden zwei in Deutschland etablierte berufliche Qualifizierungsmodelle, die gezielt zur Entlastung der hausärztlichen Kapazitäten beitragen können: NäPA (Nicht-ärztliche Praxisassistenten) und VERAH (Versorgungsassistenten in der Hausarztpraxis). Beide Qualifikationen weisen ein ähnliches Tätigkeits- und Kompetenzprofil auf und übernehmen unter anderem wichtige Aufgaben in der Betreuung chronisch Kranker. Auf Basis dieser Daten lässt sich ableiten, ob eine Praxis (wenn sie die entsprechenden Anforderungen erfüllt) eine NäPA oder VERAH beschäftigt, nicht jedoch, wie viele NäPA beziehungsweise VERAH je Praxis tätig sind oder welche konkreten Tätigkeiten diese ausüben. 

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Porträt: Jan Rößler, Pressesprecher AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
Pressesprecher

Jan Rößler

AOK Rheinland-Pfalz/Saarland