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Impuls zur Landtagswahl für eine patientengerechte Krankenhausversorgung in Rheinland-Pfalz

12.03.2026 AOK Rheinland-Pfalz/Saarland 3 Min. Lesedauer

Für die nächste Legislaturperiode fordert die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland die konsequente Umsetzung der Krankenhaus- und Notfallreform. Begleitet werden muss der Prozess durch eine verständliche Kommunikation gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

Das Gebäude des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz.

Das von der GKV in Rheinland-Pfalz und im Saarland beauftragte und im Jahr 2024 veröffentlichte Gutachten „Zukunft der Krankenhausstrukturen in Rheinland-Pfalz und im Saarland“ des Instituts für Health Care Business GmbH (hcb GmbH) liefert wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für diesen notwendigen Strukturwandel. In Rheinland-Pfalz profitieren die Bürgerinnen und Bürger von gut erreichbaren Einrichtungen der Notfallversorgung, jedoch unterscheiden sich die Krankenhausstrukturen in Rheinland-Pfalz teilweise deutlich vom Bundesdurchschnitt. So zeigt das Gutachten der hcb GmbH beispielsweise überdurchschnittlich viele stationäre Fälle, eine 
unterdurchschnittlich hohe Bettenauslastung von rund 67 Prozent, den niedrigsten Case-Mix-Index (Schweregrad der Fälle) sowie unterdurchschnittliche Investitionsfördermittel bei vergleichsweise hohem Landesbasisfallwert Der Landesbasisfallwert dient im Rahmen der Krankenhausfinanzierung der Berechnung der Kosten, die… sowie ein großes Ambulantisierungspotenzial von 15 bis 21 Prozent aller vollstationären Fälle.

Dabei verfügt Rheinland-Pfalz – gemessen an Betten – über viele kleine und zudem unspezialisierte Häuser. Auch gibt es ein Potenzial zur Zentralisierung, indem mehrere kleine Standorte zu einem größeren Standort zusammengefasst werden könnten.

Die im Rahmen der Umsetzung der Krankenhausreform einzuführenden Leistungsgruppen Die Einführung von Leistungsgruppen ist Teil einer umfassenden Krankenhausreform, die der… sollen dazu beitragen, dass insbesondere planbare Leistungen in Krankenhäusern konzentriert werden, die entsprechende Qualitätsstandards und Mindestvorhaltezahlen erbringen. Eine von der Deutschen Krebsgesellschaft in Zusammenarbeit mit der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… angelegten Studie macht deutlich, dass bei einer Krebsbehandlung in zertifizierten Zentren weitaus bessere Überlebenschancen bestehen als bei unspezialisierten Kliniken. Dennoch werden derzeit über 50 Prozent aller Krebspatientinnen und -patienten außerhalb von Krebszentren behandelt; aber auch viele Zentren kommen indes auf sehr niedrige Fallzahlen. Diese Erkenntnisse machen deutlich, dass Spezialisierung und Zentralisierung der Leistungen im Vordergrund stehen müssen, um die Behandlungsqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern. Die nun geschaffenen Standards sollten nicht durch Ausnahmeregelungen aufgeweicht werden. Zu prüfen ist, ob einige Krankenhausaltstandorte sich zukünftig als ambulante beziehungsweise sektorenübergreifende Versorgungseinheiten eignen, um unter anderem im ländlichen Raum die Grundversorgung der Menschen zu stärken.

Weiterhin wichtig im Rahmen des zukünftigen Planungsprozesses ist eine klar gestufte stationäre Versorgung mit Personaluntergrenzen, aber auch -obergrenzen sowie die Mittelverwendung der Pflegebudgets für eine echte Gewährleistung der „Pflege am Bett“. Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Personalknappheit sollten hier dringend neue Wege eingeschlagen werden.

AOK-Positionspapier zur Landtagswahl 2026

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Porträt: Jan Rößler, Pressesprecher AOK Rheinland-Pfalz/Saarland
Pressesprecher

Jan Rößler

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