Impuls zur Landtagswahl für eine effiziente Primärversorgung in Rheinland-Pfalz
Für die nächste Legislaturperiode fordert die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland nachhaltig wirkende Strukturveränderungen in der ambulant-ärztlichen Versorgung. Perspektivisch ist eine regionale Versorgungsplanung erforderlich, in der Kapazitäten der Primärversorgung, der fachärztlichen Grund- und Spezialversorgung, ambulante Leistungsanteile der Krankenhäuser sowie der Notfallversorgung übergreifend geplant werden.
Die ambulante ärztliche Versorgung muss im Sinne des Patientenwohls ressourcenschonender gestaltet werden. Eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… aus dem Jahr 2025 verdeutlicht die Schwierigkeiten der Verfügbarkeit von Facharztterminen. 65 Prozent der befragten Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer würden einen schnellen Facharzttermin nach einem vorherigen Besuch ihrer Hausarztpraxis bevorzugen und dabei auf die freie Arztwahl Jeder Patient hat das Recht, den (Zahn-)Arzt seines Vertrauens frei zu wählen. Dieses Recht kann aus… ohne vorherige Hausarztkonsultation verzichten. Weiterhin können sich 69 Prozent der Befragten sehr gut oder gut vorstellen, zukünftig mehr Aufgaben auf andere medizinischen Fachberufe (beispielsweise medizinische Fachangestellte) zu übertragen, um die Ärztinnen und Ärzte zu entlasten. Ziel dieser forsa-Umfrage war die Erhebung eines Stimmungsbildes in der Bevölkerung zum sogenannten Primärversorgungssystem.
Vor dem Hintergrund der altersbedingt schrumpfenden Hausarztdichte in Rheinland-Pfalz muss die vertragsärztliche Versorgung zu einer patientenorientierten und gesamtheitlichen Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… weiterentwickelt werden. Mehr vernetzte, aufeinander abgestimmte Strukturen könnten die Abläufe in Zukunft für die Patientinnen und Patienten übersichtlicher gestalten und auch helfen, Effizienzen in der Versorgung zu steigern.
Ein vielversprechender Lösungsansatz ist auch, niederschwellige ärztliche Leistungen an entsprechend ausgebildetes medizinisches Fachpersonal wie beispielsweise Advanced Practice Nurses, VERAH oder Physician Assistants zu übertragen. Durch den Schritt der Delegation niederschwelliger medizinischer Leistungen sowie der verstärkten Nutzung von Digitalisierung, sprich Telemedizin, ist auf Dauer eine gleichwertige ambulante Versorgung in der Stadt und auf dem Land denkbar. Aber auch Krankenhäuser beziehungsweise sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen sollen an der ambulanten Versorgung beteiligt werden.