Digitale Gesundheit: Wo stehen wir und wo müssen wir hinkommen?
Die digitale Transformation ist längst auch ein Treiber für das Gesundheitswesen. Dabei ist die Digitalisierung als Systemaufgabe zu begreifen und Daten als Schlüssel zu einer erfolgreichen Umsetzung digitaler Strategien für ein Plus an Gesundheit. Im nun erschienenen Buch „Digitale Gesundheit in Deutschland“ hat Günter Wältermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, eine Reihe renommierter Expertinnen und Experten eingeladen, ihre Ansichten zur Digitalisierung im Gesundheitswesen und mögliche Anwendungsbeispiele einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmensetzung und Anwendungsbeschleunigung – wie dem Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG), dem Digital-Gesetz (DigiG) sowie des Rollouts von elektronischer Patientenakte und E-Rezept – steht das System vor einem Paradigmenwechsel. Wohin kann die Reise aber hingehen? Dieser Frage geht Wältermann als Herausgeber mit der Bestandsaufnahme digitaler Entwicklungen für das Gesundheitswesen gemeinsam mit Prof. Dr. Richard C. Geibel und Dr. Ulrich Arnold. Erschienen ist die Publikation im Verlag SpringerNature.
In seinem Beitrag zu einer „Plattform-Strategie der Krankenkassen“ breitet Wältermann das Zielbild eines digitalen Ökosystems für Versicherte und Patientinnen und Patienten aus - von der Vision eines digital aufgeschlossenen und zunehmend aufgestellten Krankenversicherers bis zur Umsetzung einer Plattform. Sie soll es den Versicherten künftig ermöglichen, „sämtliche Gesundheitsleistungen über eine zentrale Anlaufstelle eigenständig zu verwalten. Dies umfasst die Buchung von Arztterminen, das Einholen von Gesundheitsempfehlungen sowie die Bereitstellung individueller und personenzentrierter Behandlungsverläufe.“ Aus bisherigen Schnittstellen werden dank Digitalisierung und KI künftig Nahtstellen.
Der Aufbau des Buches gliedert sich in drei Bereiche:
- Rahmenbedingungen und Governance: Überblick über gesetzliche, organisatorische und technologische Grundlagen der digitalen Gesundheit – insbesondere GDNG, DigiG, ePA und E-Rezept
- Implementierung und Praxisbeispiele: Analyse konkreter Transformationsprozesse in Krankenhäusern, Praxen und Krankenkassen. Evaluation des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) und des DigitalRadar-Ansatzes zur Messung digitaler Reife
- Innovationen und Perspektiven: Diskussion aktueller Trends wie Künstliche Intelligenz (KI), Datenräume für Gesundheit (Health Data Spaces), Telemedizin, Digitale Pflegeanwendungen (DiPA) und digitale Ökosysteme
„Unsere Plattform von morgen soll es Versicherten ermöglichen, sämtliche Gesundheitsleistungen über eine zentrale Anlaufstelle zu nutzen. “
AOK-Vorstandschef
In 27 Kapiteln arbeitet „Digitale Gesundheit in Deutschland“ eine Reihe von Key Takeaways heraus:
- Digitalisierung ist eine Systemaufgabe
- Die Gesetzgebung kann ein Katalysator für Veränderungen sein
- Daten sind der Schlüssel
- Künstliche Intelligenz & Innovation sind die Instrumente
- Notwendig ist der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis
Wenn es gelingt, die Herausforderungen aktiv anzunehmen und den Prozess zu einem digitalisierten Gesundheits-Ökosystem erfolgreich zu gestalten, schreibt Wältermann in seinem Beitrag, „wird die Gesundheitsversorgung der Zukunft qualitativ, besser, schneller, verwaltungsärmer, effizienter und europäischer sein“.
Angaben zum Werk:
Buch: Digitale Gesundheit in Deutschland
Hrsg.: Günter Wältermann, Prof. Dr. Richard C. Geibel und Dr. Ulrich Arnold
Verlag: SpringerNature, 382 Seiten
ISBN: 978-3-658-47497-3
DOI: 10.1007/978-3-658-47498-0
Erscheinungsdatum: Oktober 2025
Online: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-47498-0
(Unter Mitarbeit von Katharina Achtert und Malte Fritsche aus dem Stabsbereich Politik - Gesundheitsökonomie der AOK Rheinland/Hamburg )