Pressemitteilung

Primärversorgung vor dem Wendepunkt: Politik muss handeln

09.10.2026 AOK Rheinland/Hamburg 5 Min. Lesedauer

Fachtag an der Charité in Berlin: AOK und NAVIGATION fordern verlässliche Finanzierungs- und Rechtsstrukturen für Primärversorgungszentren

Fachtag Primärversorgung: Politik muss handeln

Fachtag an der Charité in Berlin: AOK und NAVIGATION fordern verlässliche Finanzierungs- und Rechtsstrukturen für Primärversorgungszentren

Beim Fachtag „Von Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… zu Primary Health Care – Primärversorgungszentren als Anker einer notwendigen Transformation“ kamen gestern rund 180 Teilnehmende aus Politik, Wissenschaft, Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… und Versorgungspraxis an der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Primärversorgungszentren (PVZ) zu einem festen Bestandteil der ambulanten Regelversorgung werden können, insbesondere mit Blick auf nachhaltige Finanzierung, die Zusammenarbeit verschiedener Gesundheitsberufe und geeignete Trägerstrukturen. Die Ausrichtenden wollen die Ergebnisse des Fachtags in den kommenden Wochen in einen gemeinsamen Forderungskatalog überführen und der Politik vorlegen.

Wie gelingt es, dass Menschen unabhängig von Einkommen, Bildung und Wohnort schnell die Versorgung finden, die sie brauchen, auch bei psychischen und sozialen Belastungen? Die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg und die AOK Nordost erproben gemeinsam mit dem Projekt NAVIGATION dafür Primärversorgungszentren in Hamburg und Berlin. Ärztinnen und Ärzte, Community Health Nurses, Psychologinnen und Psychologen sowie Fachkräfte der Sozialberatung arbeiten dort gleichberechtigt in einem Team und nehmen gesundheitliche, psychische und soziale Bedarfe gemeinsam in den Blick.

Gerechte Gesundheitsversorgung schafft Vertrauen in unsere Demokratie

Wie wir Gesundheit organisieren, sei immer auch eine Frage danach, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen, sagte Katja Schlegel, Projektleiterin der Poliklinik Polikliniken sind integrierte medizinische Versorgungseinrichtungen oder ambulante Abteilungen… Veddel, in ihrer Abschlussrede. „Vertrauen entsteht nicht durch Imagekampagnen. Vertrauen entsteht durch Erfahrung.“ Die Gesundheitsversorgung ist dafür ein besonders wichtiger Ort: Menschen erleben dort, ob ihre Lebensrealität zählt und ihre Stimme gehört wird. „Ein Primärversorgungszentrum ist nicht nur Gesundheitsinfrastruktur. Es kann ein Ort sein, an dem Demokratie im Alltag erfahrbar wird.“

„Gesundheits- und Sozialpolitik sind wesentlich für das Vertrauen in unsere Demokratie. Deshalb brauchen wir im Gesundheitswesen Strukturreformen, die den Namen verdienen. Der Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung liegt in einem gut austarierten Primärversorgungssystem mit eng zusammenwirkenden Disziplinen, effizienten Teamstrukturen und sektoren-übergreifenden Netzwerken.“

Porträt von Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg

Matthias Mohrmann

Stellvertretender Vorstand AOK Rheinland/Hamburg

„Gesundheits- und Sozialpolitik sind wesentlich für das Vertrauen in unsere Demokratie. Deshalb brauchen wir im Gesundheitswesen Strukturreformen, die den Namen verdienen. Der Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung liegt in einem gut austarierten Primärversorgungssystem mit eng zusammenwirkenden Disziplinen, effizienten Teamstrukturen und sektorenübergreifenden Netzwerken“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, die NAVIGATION gemeinsam mit der AOK Nordost begleitet. „Eine an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Primärversorgung sorgt für mehr Gesundheitsgerechtigkeit, da sie unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen und Gesundheitskompetenzen berücksichtigt. Das Projekt NAVIGATION liefert wichtige Erkenntnisse zu einer interprofessionellen Primärversorgung und kann wertvolle Hinweise zu deren Ausgestaltung auch auf Bundesebene liefern.“

„Warum sind gute Versorgungskonzepte überhaupt noch Projekte?“

„Wir wissen inzwischen viel. Wir haben Erfahrungen, wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele aus der Praxis. Was uns fehlt, sind politische Entscheidungen und Strukturen, die gute Versorgung zum Regelfall machen“, sagte Schlegel. Interprofessionalität dürfe kein Innovationsbonus sein, Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… keine Zusatzleistung und die Beteiligung der Menschen vor Ort keine freiwillige Ergänzung. Sie müssten zum Kern guter Versorgung werden.

Forderung an die Politik

Im Ergebnis der Fachtagung sind sich alle Beteiligten einig: Primärversorgungszentren müssen als reguläre Versorgungsform gesetzlich verankern werden, damit erprobte Ansätze nach Projektende nicht auslaufen. Koordination, Case Management Fallmanagement oder Case Management in der gesundheitlichen Versorgung ist ursprünglich eine… , Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und Teamarbeit muss entsprechend finanziert werden, auch die Zeit, die Fachkräfte dafür aufwenden, Menschen durch ein komplexes Versorgungssystem zu begleiten. Dazu gehört eine Vergütung Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen werden nach unterschiedlichen Systemen vergütet. Die… , die Teams und Versorgungsverantwortung statt Einzelleistungen honoriert, und eine höhere Strukturfinanzierung für sozial benachteiligte Regionen. Zudem sollen die Menschen vor Ort die Primärversorgung aktiv mitgestalten können. Ihre Beteiligung soll über Strukturen wie Gesundheitskonferenzen oder Community Boards verbindlich und institutionell abgesichert werden.

Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, betont in dem Zusammenhang: „Ein erfolgreiches Programm darf nicht mit dem Auslaufen einer Projektförderung enden. Aber Selektivverträge allein können auch nicht die Lösung sein. Ein Primärversorgungszentrum kann nicht allein von den Beitragszahlenden der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden, wenn soziale Beratung, Prävention, Gesundheitsförderung oder Unterstützung bei bürokratischen Hürden mit zu seinem Portfolio gehören. Hier müssen weitere Kostenträger und die kommunale Ebene bei der Finanzierung mit herangezogen werden.“ Dr. med. Patricia Hänel, die Konsortialführerin von NAVIGATION, richtete zum Abschluss einen Appell an Politik, Wissenschaft, Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… und die Menschen in der Versorgungspraxis: „Wir fordern keinen Luxus. Wir fordern eine Versorgung, die dem Anspruch einer demokratischen und sozialen Gesellschaft gerecht wird.“

Eine Veranstaltung des Innovationsfondsprojekts NAVIGATION

Charité – Universitätsmedizin Berlin | Professur Öffentliche Gesundheit, TU Dresden | Geko Berlin | Poliklinik Polikliniken sind integrierte medizinische Versorgungseinrichtungen oder ambulante Abteilungen… Veddel In Kooperation mit: Deutsche Gesellschaft für öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG), Deutsche Gesellschaft für Public Health "Public Health" (übersetzt: "öffentliche Gesundheit") verfolgt das Ziel, Bedingungen zu schaffen und… (DGPH), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention Wissenschaftliche Fachgesellschaft, die Forschende, Lehrende und Praktiker unterschiedlicher… (DGSMP)

Bildmaterial: Download unter https://aufbruch-primaerversorgung.de/presse/ Passwort: pvz2026

NAVIGATION

NAVIGATION wird vom Innovationsfonds Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz vom 16. Juli 2015 gibt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) den… des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördert und erprobt interprofessionelle Primärversorgungszentren in der Poliklinik Polikliniken sind integrierte medizinische Versorgungseinrichtungen oder ambulante Abteilungen… Veddel in Hamburg und im GeKo Berlin in Neukölln. Die AOK Rheinland/Hamburg und die AOK Nordost unterstützen das Projekt als Konsortialpartner. Im Rahmen der Interventionsphase werden zwischen April 2025 und März 2027 insgesamt 496 Patientinnen und Patienten in den lokalen Gesundheitszentren versorgt.

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Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Antje Kusalik
Pressesprecherin

Antje Kusalik

AOK Rheinland/Hamburg