Mehr als jedes dritte Kind im Rheinland hatte vor dem Schulstart schon Karies-Probleme
Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg: Rund 36 Prozent der Kinder haben bis zum Schulalter bereits Zahnfüllungen. Regionale Unterschiede zeigen sich deutlich.
In dieser Woche beginnt in Nordrhein-Westfalen das neue Schuljahr. Eine aktuelle Auswertung der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg zeigt: Bei vielen Kindern haben Karies und seine Folgen schon vor der Einschulung Spuren hinterlassen. Bei rund 36 Prozent der untersuchten Kinder an Rhein und Ruhr ist bis zum Schulalter mindestens eine Zahnfüllung eingesetzt worden. Hinzu kommen etliche Kinder mit kariösen Zähnen, die sich nicht in zahnärztlicher Behandlung befanden und die deshalb nicht in den Abrechnungsdaten erfasst wurden.
Für die Auswertung hat die AOK Rheinland/Hamburg die Abrechnungsdaten von Kindern der Geburtsjahrgänge 2017 und 2018 betrachtet. Untersucht wurde, bei wie vielen Kindern im Zeitraum von 2018 bis 2024 Zahnfüllungen abgerechnet worden waren. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Den höchsten Anteil von Kindern mit einem Gebiss ohne Füllungen weist der Kreis Viersen mit rund 70 Prozent auf. Es folgen der Kreis Kleve mit 69 Prozent und der Kreis Euskirchen mit knapp 68 Prozent. Ein anderes Bild zeigt sich in Mönchengladbach: Dort hatten lediglich rund 59 Prozent der Kinder keine Füllung. Auch in Oberhausen sind es mit knapp 60 Prozent vergleichsweise wenige. Für das gesamte Gebiet der AOK Rheinland/Hamburg liegt der Anteil bei 64,2 Prozent.
„Dass mehr als jedes dritte Kind schon vor dem Schulstart eine Füllung benötigt hat, zeigt, wie wichtig Zahngesundheit bereits im Kleinkindalter ist“, sagt Kieferorthopädin Dr. Saskia Handke vom AOK-Zahnzentrum. „Karies ist vermeidbar: Entscheidend sind eine gute Mundhygiene, eine zahngesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorge Für die medizinische Vorsorge und die Rehabilitation gilt der Grundsatz ambulant vor stationär – das… .“
Die AOK-Auswertung erfasst nur bereits behandelte Karies-Erkrankungen, für die eine Füllung abgerechnet wurde. Kinder mit kariösen Zähnen, die noch nicht zahnärztlich behandelt wurden, sind darin nicht enthalten. Die letzte bundesweit vergleichbare epidemiologische Untersuchung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) stammt aus dem Jahr 2016. Damals hatten 56,4 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder ein naturgesundes Gebiss.
Früher Karies kann die Entwicklung beeinträchtigen
Karies muss von Anfang an ernst genommen werden. „Auch Milchzähne erfüllen wichtige Funktionen über das Kauen hinaus: Sie unterstützen zum Beispiel die Sprachentwicklung und dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne“, sagt Dr. Saskia Handke. „Unbehandelt kann Karies Schmerzen verursachen, zu Entzündungen führen und sich negativ auf die weitere Zahn- und Kieferentwicklung auswirken.“
Deshalb ist Kariesvorsorge bereits bei kleinen Kindern wichtig. Das gesetzliche Früherkennungsprogramm beginnt im sechsten Lebensmonat. Ab dem sechsten Lebensjahr sollte jedes Kind mindestens zweimal jährlich zur zahnärztlichen Untersuchung gehen. Eine wichtige Rolle spielt neben dem regelmäßigen Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta auch die Fissurenversiegelung. Dabei werden besonders kariesanfällige Vertiefungen der Backenzähne geschützt. Die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt die Kosten für die Zahnversiegelung der Backenzähne bis zum 18. Lebensjahr vollständig. Die Expertinnen und Experten des AOK-Zahnzentrums sind auch auf Kinderzahnheilkunde spezialisiert. Zum Leistungsspektrum zählen Frühuntersuchungen, Milchzahnsanierungen, Versorgung von Milchzahnlücken oder Fissurenversiegelungen.
Hinweis für die Redaktionen:
Den Gesundheitsreport 2026 der AOK Rheinland/Hamburg finden Sie hier:
https://www.aok.de/pk/rh/gesundheitsberichterstattung/
Unter https://www.aok.de/pk/rh/gesundheitsreport-interaktiv findet sich eine interaktive Version des Gesundheitsreports.