Mehr als jedes dritte Kind hat vor dem Schulstart Karies-Probleme
Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg: Rund 40 Prozent der Kinder haben bis zum Schulalter bereits Zahnfüllungen erhalten
In dieser Woche feiern in ganz Hamburg Erstklässler ihren ersten Schultag. Eine aktuelle Auswertung der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg zeigt: Bei vielen von ihnen haben Karies und seine Folgen schon Spuren hinterlassen. Bei rund 40 Prozent der untersuchten Kinder in Hamburg ist bis zum Schulalter mindestens eine Zahnfüllung eingesetzt worden. Hinzu kommen etliche Kinder mit kariösen Zähnen, die sich nicht in zahnärztlicher Behandlung befanden und die deshalb nicht in den Abrechnungsdaten erfasst wurden.
„Wenn mehr als jedes dritte Kind bereits vor der Einschulung eine Füllung benötigt, wird deutlich, wie wichtig es ist, die Zahngesundheit schon im Kleinkindalter in den Blick zu nehmen. Dabei lässt sich Karies in vielen Fällen durch gute Mundhygiene, zahngesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeiden.“
Regionaldirektor der AOK in Hamburg
„Wenn mehr als jedes dritte Kind bereits vor der Einschulung eine Füllung benötigt, wird deutlich, wie wichtig es ist, die Zahngesundheit schon im Kleinkindalter in den Blick zu nehmen“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor der AOK in Hamburg. „Dabei lässt sich Karies in vielen Fällen durch gute Mundhygiene, zahngesunde Ernährung und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen vermeiden.“
Für die Auswertung hat die AOK Rheinland/Hamburg die Abrechnungsdaten von Kindern der Geburtsjahrgänge 2017 und 2018 betrachtet. Untersucht wurde, bei wie vielen Kindern im Zeitraum von 2018 bis 2024 Zahnfüllungen abgerechnet worden waren. Die AOK-Auswertung erfasst nur bereits behandelte Karies-Erkrankungen, für die eine Füllung abgerechnet wurde. Kinder mit kariösen Zähnen, die noch nicht zahnärztlich behandelt wurden, sind darin nicht enthalten. Die letzte bundesweit vergleichbare epidemiologische Untersuchung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege (DAJ) stammt aus dem Jahr 2016. Damals hatten 56,4 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder ein naturgesundes Gebiss.
Früher Karies kann die Entwicklung beeinträchtigen
Karies muss von Anfang an ernst genommen werden. „Auch Milchzähne erfüllen wichtige Funktionen über das Kauen hinaus: Sie unterstützen zum Beispiel die Sprachentwicklung und dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne“, sagt Kieferorthopädin Dr. Saskia Handke vom AOK-Zahnzentrum. „Unbehandelt kann Karies Schmerzen verursachen, zu Entzündungen führen und sich negativ auf die weitere Zahn- und Kieferentwicklung auswirken.“
Deshalb ist Kariesvorsorge bereits bei kleinen Kindern wichtig. Das gesetzliche Früherkennungsprogramm beginnt im sechsten Lebensmonat. Ab dem sechsten Lebensjahr sollte jedes Kind mindestens zweimal jährlich zur zahnärztlichen Untersuchung gehen. Eine wichtige Rolle spielt neben dem regelmäßigen Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta auch die Fissurenversiegelung. Dabei werden besonders kariesanfällige Vertiefungen der Backenzähne geschützt. Die AOK Rheinland/Hamburg übernimmt die Kosten für die Zahnversiegelung der Backenzähne bis zum 18. Lebensjahr vollständig.
Hinweis für die Redaktionen:
Den Gesundheitsreport 2026 der AOK Rheinland/Hamburg finden Sie hier:
https://www.aok.de/pk/rh/gesundheitsberichterstattung/
Unter https://www.aok.de/pk/rh/gesundheitsreport-interaktiv findet sich eine interaktive Version des Gesundheitsreports.