Pressemitteilung

Krankenstand im Handwerk sinkt erstmals seit Jahren

01.10.2026 AOK Rheinland/Hamburg 5 Min. Lesedauer

Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg zeigen aber auch große Unterschiede zwischen den Gewerken. 2025 waren Beschäftigte im Gerüstbau und Maurerhandwerk besonders häufig krankgeschrieben, am niedrigsten lag der Krankenstand in Kosmetik- und Friseurgewerbe.

Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen sind besonders häufig wegen Muskel-Skelett-Problemen krankgeschrieben.ers viele Arbeitsunfä-higkeitstage (AU-Tage) aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen.
Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen sind besonders häufig wegen Muskel-Skelett-Problemen krankgeschrieben.

Nach Jahren des Anstiegs ist der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… im Handwerk 2025 erstmals wieder leicht gesunken. Nach Auswertungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg lag er im vergangenen Jahr bei 7,11 Prozent und damit um 0,18 Prozentpunkte niedriger als 2024 (7,29 Prozent). Das bedeutet: Im Durchschnitt waren an jedem Tag gut sieben von 100 Beschäftigten im Handwerk krankgeschrieben. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tätigkeitsfeldern. Den höchsten Krankenstand verzeichnete die AOK Rheinland/Hamburg mit 10,07 Prozent im Gerüstbau, gefolgt vom Maurerhandwerk mit 9,52 Prozent. Besonders niedrig war der Krankenstand im Tätigkeitsfeld Kosmetik mit 2,47 Prozent und im Friseurgewerbe mit 4,23 Prozent.

Rückblickend liegt der Krankenstand im Handwerk allerdings weiterhin deutlich über dem Niveau von vor zehn Jahren. 2016 hatte er insgesamt 5,89 Prozent betragen und damit rund 1,2 Prozentpunkte weniger als 2025. In die Auswertungen des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGFI) der AOK Rheinland/Hamburg sind die Daten von rund 300.000 erwerbstätigen Versicherten im Handwerk eingeflossen.

 „Die Bedingungen haben sich für handwerkliche Betriebe spürbar verändert. Neben langfristigen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel und Wettbewerbsdruck gewinnen weitere Faktoren an Bedeutung. Dazu zählen die Digitalisierung, steigende Anforderungen durch Klimaschutz und Energiewende sowie anhaltende Lieferkettenprobleme und Preissteigerungen“, sagt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts. Gerade im Bau- und Ausbaugewerbe sei der Bedarf an Fachkräften hoch. Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung gehörten deshalb zu den drängendsten Aufgaben. 

„Die Bedingungen haben sich für handwerkliche Betriebe spürbar verändert. Neben langfristigen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, Fachkräftemangel und Wettbewerbsdruck gewinnen weitere Faktoren an Bedeutung. Dazu zählen die Digitalisierung, steigende Anforderungen durch Klimaschutz und Energiewende sowie anhaltende Lieferkettenprobleme und Preissteigerungen.“

Merit Kirch

Geschäftsführerin des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg

Gesundheitliche Belastungen unterscheiden sich je nach Tätigkeit

Wie sich die gesundheitlichen Belastungen auswirken, hängt im Handwerk stark von der Tätigkeit ab. Beschäftigte in körperlich anspruchsvollen Berufen wie Gerüstbau, Maurerhandwerk oder Fliesenlegerei verzeichnen besonders viele Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. In Tätigkeiten, bei denen Beschäftigte Staub, Dämpfen oder Gasen ausgesetzt sind, können Atemwegserkrankungen eine große Rolle spielen: Hier weist die Fahrzeuglackiererei den höchsten Wert bei den AU-Tagen auf. Verletzungen sind insbesondere bei Beschäftigten in der Zimmerei und Dachdeckerei ein häufiger Grund für Arbeitsunfähigkeit liegt nach der Definition des Gemeinsamen Bundesausschusses dann vor, wenn der Versicherte aufgrund… .

Deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken

Über dem durchschnittlichen Krankenstand im Handwerk von 7,11 Prozent lagen 2025 die Tätigkeitsfelder Gerüstbau (10,07 Prozent), Maurerarbeiten (9,52 Prozent), Textilreinigung (9,21 Prozent), Glaserei (8,67 Prozent), Zimmerei (8,46 Prozent), Fliesenlegerei (7,96 Prozent), Dachdeckerei (7,92 Prozent), Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (7,66 Prozent), Zweiradmechanik (7,58 Prozent), Bautischlerei (7,56 Prozent) sowie Maler- und Lackiererei (7,33 Prozent).

Die niedrigsten Krankenstände verzeichnete die AOK Rheinland/Hamburg in den Tätigkeitsfeldern Kosmetik (2,47 Prozent), Friseurgewerbe (4,23 Prozent) und Zahntechnik (4,77 Prozent).

BGF-Institut bietet Betrieben Unterstützung an

Mit Angeboten rund um die Themen Gesundheit und Führung, Stressmanagement, Resilienz oder positive Psychologie unterstützt das BGF-Institut Handwerksbetriebe und andere Unternehmen dabei, psychische Belastungen zu reduzieren und die seelische Gesundheit ihrer Beschäftigten nachhaltig zu stärken. Weitere Informationen dazu finden sich unter www.bgf-institut.de

Geschlechterverteilung

Der Anteil der Frauen im Handwerk ist traditionell eher gering, jedoch gibt es je nach Tätigkeitsbereich große Unterschiede. Im Baugewerbe dominieren die Männer deutlich, dort liegt der Frauenanteil nur bei 0 bis 7,2 Prozent. Eher wenige Männer arbeiten dagegen in der Kosmetik (21,5 Prozent), bei den Reinigungskräften (30,1 Prozent) sowie in der Augenoptik (30,3 Prozent).

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Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Kirsten Simon
Pressesprecherin

Kirsten Simon

AOK Rheinland/Hamburg