Pressemitteilung

Krankenstand im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken, aber psychische Erkrankungen nehmen zu

11.08.2026 AOK Rheinland/Hamburg 3 Min. Lesedauer

Weniger Erkältungen und Grippefälle sorgen für zurückgehende Fehlzeiten. Das zeigen Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg.

Der Krankenstand ist in der ersten Hälfte des Jahres 2026 leicht gesunken, die Fälle psychischer Erkrankungen nahmen aber zu.
Der Krankenstand ist im ersten Halbjahr 2026 leicht gesunken, die Fälle psychischer Erkrankungen nahmen aber zu.

Die Diskussion über krankheitsbedingte Fehlzeiten am Arbeitsplatz hält an. Unter anderem wird darüber gesprochen, ob Beschäftigte künftig bereits ab dem ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen müssen. Hintergrund sind die hohen Krankenstände der vergangenen Jahre. Aktuelle Auswertungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg zeigen nun jedoch eine leichte Entspannung: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… der berufstätigen Versicherten bei 7,04 Prozent. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres betrug er noch 7,22 Prozent. Den bisherigen Höchstwert hatte die AOK Rheinland/Hamburg im ersten Halbjahr 2024 mit 7,30 Prozent verzeichnet.

Ein Krankenstand von 7,04 Prozent bedeutet, dass an jedem Kalendertag durchschnittlich rund sieben von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt allerdings, dass der Rückgang ausschließlich auf kürzere Erkrankungen zurückzuführen ist. Während die Krankenstände mit einer Dauer von bis zu 42 Tagen sanken, nahm der Langzeitkrankenstand mit Arbeitsunfähigkeiten von mehr als 42 Tagen leicht zu – von 1,73 Prozent im ersten Halbjahr 2025 auf 1,76 Prozent im ersten Halbjahr 2026.

„Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte die frühe Hitzewelle zu den höheren Fehlzeiten beigetragen haben. Betrachtet man die Entwicklung der Monatskrankenstände, zeigt sich insbesondere im Juni ein deutlicher Anstieg.“

Merit Kirch

Geschäftsführerin des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg

Robert Koch-Institut: Influenza spielte ab April keine Rolle mehr

Auch zwischen den einzelnen Erkrankungsarten zeigen sich deutliche Unter-schiede. Die Zahl der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund von Atemwegserkrankungen und Infektionen ist im ersten Halbjahr 2026 zum Teil deutlich zurückgegangen. Dagegen stiegen die Arbeitsunfähigkeitsfälle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Erkrankungen. Im Falle der Herz-Kreislauf-Erkrankungen gab es einen Anstieg um 9,4 Prozent vom ersten Halbjahr 2025 zum ersten Halbjahr 2026, bei den psychischen Erkrankungen um 7,0 Prozent.

„Bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnte die frühe Hitzewelle zu den höheren Fehlzeiten beigetragen haben. Betrachtet man die Entwicklung der Monatskrankenstände, zeigt sich insbesondere im Juni ein deutlicher Anstieg“, sagt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts.

Für die im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr (2025) geringeren Fallzahlen bei den Atemwegserkrankungen und Infektionen liefert das Robert Koch-Institut eine mögliche Erklärung: Demnach verlief die Grippewelle im Winter 2025/2026 kürzer als im Vorjahr und endete bereits im März 2026. Im April und Mai spielte das Influenzavirus kaum noch eine Rolle. 

Den höchsten Krankenstand des ersten Halbjahres verzeichnete die AOK Rheinland/Hamburg im Februar 2026. Anschließend gingen die Monatswerte bis Mai kontinuierlich zurück, bevor sie im Juni wieder leicht anstiegen. Mit Ausnahme des Monats Juni lag der Krankenstand im ersten Halbjahr 2026 in jedem Monat unter dem entsprechenden Vorjahreswert.

„Dass sich der Krankenstand der Beschäftigten insgesamt leicht entspannt hat, ist eine gute Nachricht", sagt Merit Kirch. „Gleichzeitig dürfen wir die Entwicklung bei den psychischen Erkrankungen nicht aus dem Blick verlieren. Die Zahl der Fehltage steigt hier weiter. Unternehmen sollten deshalb die mentale Gesundheit ihrer Beschäftigten stärker in den Fokus rücken."

Das BGF-Institut unterstützt Unternehmen

Die AOK Rheinland/Hamburg und das BGF-Institut unterstützen Betriebe dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und die Resilienz zu stärken. Nähere Informationen gibt es dazu im Internet: www.bgf-institut.de

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Kirsten Simon
Pressesprecherin

Kirsten Simon

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