Pressemitteilung

Krankenstand an Rhein und Ruhr erstmals seit 2022 gesunken

20.02.2026 AOK Rheinland/Hamburg 3 Min. Lesedauer

Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg zeigen Rückgang bei Atemwegserkrankungen – psychische Diagnosen steigen erneut

Nach einem kontinuierlichen Anstieg des Krankenstands seit dem Jahr 2022 sind die Menschen an Rhein und Ruhr im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr erstmals wieder seltener krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen. Nach Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg verringerte sich der Krankenstand von 7,18 Prozent im Jahr 2024 auf jetzt 7,01 Prozent. Auch die durchschnittliche Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage ging zurück: Berufstätige Versicherte waren 2025 im Durchschnitt 25,59 Tage krankgeschrieben – im Vergleich zu 26,22 Tagen im Vorjahr.

Sowohl der kurzfristige Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… bis zu sechs Wochen als auch der Langzeitkrankenstand gingen im Berichtsjahr im Vergleich zu 2024 zurück. Parallel dazu verbesserte sich auch die Gesundheitsquote leicht von 36,3 auf 36,7 Prozent. Dies bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Versicherten im Jahr 2025 keine krankheitsbedingten Fehlzeiten hatten. Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGF-Institut) der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg hat für diese Zahlen die Arbeitsunfähigkeitsdaten von mehr als einer Million Versicherten in großen Teilen Nordrhein-Westfalens analysiert.

Bei nahezu allen Diagnosehauptgruppen wurden im Jahr 2025 weniger Arbeitsunfähigkeitsfälle (AU-Fälle) und weniger Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) verzeichnet. Ein besonders deutlicher Rückgang ist bei den Atemwegserkrankungen zu beobachten: Die AU-Tage sanken in dieser Kategorie um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (von 522,4 auf 490,7 Tage). Dies dürfte unter anderem auf geringere Infektionszahlen im Winterhalbjahr und eine Entspannung im Belastungsgeschehen der klassischen Erkältungs- und Grippeerkrankungen zurückzuführen sein.

Anstieg der Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen

Im Gegensatz zu dieser Entspannung zeigt sich bei den psychischen Erkrankungen ein gegensätzlicher Trend: Die Zahl der AU-Fälle stieg um 1,7 Prozent, die Zahl der AU-Tage um 0,8 Prozent. Damit nimmt die Bedeutung psychischer Belastungen für die Fehlzeiten insgesamt weiter zu. Psychische Erkrankungen zählen zu den wenigen Diagnosegruppe mit steigenden Zahlen.

„Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass es insgesamt Fortschritte bei der gesundheitlichen Lage der Beschäftigten gibt“, sagt Merit Kirch, Geschäftsführerin des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg. „Gleichzeitig unterstreicht der weitere Anstieg von Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen, wie wichtig es ist, das Thema mentale Gesundheit in den Betrieben und in der Versorgung stärker in den Fokus zu nehmen.“

Krankenstand besonders hoch in belastungsintensiven Berufen

Den niedrigsten Krankenstand gab es 2025 erneut in der Branche Information und Kommunikation mit 4,29 Prozent, dicht gefolgt vom Gastgewerbe (4,70 Prozent) sowie den Dienstleistungen (4,81 Prozent). Deutlich höher lag der Krankenstand dagegen in körperlich anstrengenden und belastungsintensiven Berufen: Den höchsten Wert verzeichnete 2025 die Pflegebranche mit 9,13 Prozent, gefolgt von der Metallerzeugung (9,06 Prozent) und der Ver- und Entsorgungsbranche (8,78 Prozent). Insgesamt ging der Krankenstand in den meisten Branchen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.

Die AOK Rheinland/Hamburg und das BGF-Institut unterstützen Betriebe dabei, die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und die Resilienz zu stärken. Nähere Informationen gibt es dazu im Internet: www.bgf-institut.de

 

Tabelle: Branchenkrankenstände im Rheinland in Prozent 

     

Branche

Krankenstand 2024
(in Prozent)

Krankenstand 2025
(in Prozent)

 Information/Kommunikation

4,33

4,29

 Gastgewerbe 

4,84

4,70

 Sonst. Dienstleistungen

4,83

4,81

 Finanzen/Versicherungen  

5,02

4,99

 Vermittlung von Arbeitskräften

6,19

5,88

 Handel / Reparatur KFZ

6,22

6,20

 Gebäudebetreuung

6,72

6,43

 Erziehung und Unterricht

6,87

6,66

 Gesundheitswesen

6,76

6,70

 Großhandel

6,97

6,76

 Baugewerbe

6,89

6,82

 Einzelhandel

7,14

6,99

 Verkehr/Lagerei

7,76

7,51

 Maschinenbau/Fahrzeugbau

7,87

7,94

 Chemische Industrie

8,25

8,00

 Nahrungsmittelherstellung

8,56

8,19

 Allg. öffentl. Verwaltung

8,70

8,47

 Herstellung Metallwaren

8,73

8,54

 Ver- und Entsorgung

8,93

8,78

 Metallerzeugung

9,33

9,06

 Pflegebranche 

9,36

9,13

 

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Pressesprecherin

Anika Jurkuhn