In Hamburger Hotels liegt der Krankenstand 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt
Aber es gibt auch einen positiven Trend: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage leicht entspannt, wie die AOK Rheinland/Hamburg ermittelt hat. Das gilt auch für Deutschland insgesamt.
Das Gastgewerbe erlebt weiterhin schwierige Zeiten. Viele Gäste schauen auf das Geld, aber die Preise steigen. Aushilfen und Fachpersonal sind schwer zu finden. Krankheitsbedingte Ausfälle verschärfen die Situation: In den Hotels, Pensionen und Gasthöfen in Hamburg lag der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… im Jahr 2025 mit 6,3 Prozent um rund 21 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Das zeigen Auswertungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg. Deutschlandweit lag der Krankenstand in dieser Branche im Jahr 2025 bei 5,2 Prozent.
Ein Krankenstand in Höhe von 6,3 Prozent bedeutet, dass im Schnitt täglich mehr als sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie in Hamburg krankgeschrieben sind. Dazu kommen noch kürzere Ausfallzeiten ohne Krankschreibung, die in den Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg nicht abgebildet werden. In die Auswertungen eingeflossen sind beispielsweise die Arbeitsfelder Gastronomie- und Hotelservice, Reinigung oder Küche.
„Hamburg erzielt Jahr für Jahr Besucherrekorde, doch dieser Erfolg hat seinen Preis. Die Schere zwischen steigenden Gästezahlen und Fachkräftemangel führt zu Mehrbelastungen im Hotelgewerbe. Eine mögliche Konsequenz aus dieser Entwicklung sehen wir in den aktuellen Krankheitsstatistiken der Branche“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor der AOK in Hamburg.
Immerhin gibt es aber eine positive Tendenz, denn im Jahr 2024 hatte der Krankenstand beim Hotelpersonal in Hamburg noch bei 6,4 Prozent gelegen und ist deshalb ähnlich wie in vielen anderen Berufen erstmals wieder rückläufig. Diese Werte hat das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGF-Institut) der AOK Rheinland/Hamburg ermittelt. Auch deutschlandweit hat sich der Krankenstand in der Hotellerie zuletzt leicht verbessert: von 5,3 Prozent im Jahr 2024 auf 5,2 Prozent im Jahr 2025. Das hat das Wissenschaftliche Institut (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) der AOK herausgefunden.
„Hamburg erzielt Jahr für Jahr Besucherrekorde, doch dieser Erfolg hat seinen Preis. Die Schere zwischen steigenden Gästezahlen und Fachkräftemangel führt zu Mehrbelastungen im Hotelgewerbe. Eine mögliche Konsequenz aus dieser Entwicklung sehen wir in den aktuellen Krankheitsstatistiken der Branche.“
Regionaldirektor der AOK in Hamburg
Elektronische AU könnte eine Rolle spielen
Beschäftigte in der Hotelbranche sind mit einem Altersdurchschnitt von unter 40 Jahren besonders jung, fast 30 Prozent von ihnen sind sogar jünger als 30. Aus diesem Grund liegt der Krankenstand der Branche traditionell leicht unter dem Durchschnittswert aller berufstätigen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg.
In der Hotellerie in Hamburg hatte der Krankenstand vor fünf Jahren, im Corona-Jahr 2021, aufgrund von Lockdown und Kurzarbeit einen Tiefstand von 3,4 Prozent erreicht. Nach der Pandemie ist er gestiegen und bewegt sich seitdem auf einem deutlich höheren Niveau als in den Jahren vor Corona. Dazu könnte auch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… (eAU) beigetragen haben, durch die Ausfälle in den Statistiken genauer erfasst werden.
Psychische Erkrankungen innerhalb von zehn Jahren verdreifacht
Welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereiten den Beschäftigten in Hotels und Pensionen die meisten Probleme? Für die in dieser Branche arbeitenden Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg insgesamt, also auch außerhalb von Hamburg, gilt: Im Jahr 2025 haben die AU-Tage aufgrund psychischer Störungen (15,9 Prozent) die Atemwegserkrankungen (15,0 Prozent) überholt. Auf Platz eins der Diagnosen stehen aber weiterhin Muskel-Skelett-Erkrankungen, die 19,4 Prozent der AU-Tage ausmachten. Wie in anderen Branchen auch ist im Zeitverlauf ein deutlicher Anstieg bei den psychischen Erkrankungen festzustellen: Vor zehn Jahren hatte der Anteil dieser AU-Tage in der Hotellerie noch bei 4,7 Prozent gelegen, seitdem hat er sich mehr als verdreifacht.
„Die Arbeit im Hotelgewerbe ist anspruchsvoll. Sie erfordert ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit und emotionaler Resilienz. Fachkräftemangel, Zeitdruck und Mehrarbeit erschweren die Tätigkeit. Alles zusammen wirkt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten aus und schlägt sich in den Fehlzeiten nieder“, sagt Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg.
Unterstützung für Betriebe
Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… der AOK Rhein-land/Hamburg unterstützt Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe mit Angeboten beispielsweise rund um die Themen Stressmanagement, Ernährung oder Rückengesundheit. Infos unter www.bgf-institut.de