Pressemitteilung

Hotelpersonal: Krankenstand liegt an Rhein und Ruhr über 25 Prozent höher als vor zehn Jahren

04.08.2026 AOK Rheinland/Hamburg 4 Min. Lesedauer

Aber es gibt auch einen positiven Trend: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lage leicht entspannt. Das gilt für das Rheinland, aber auch für NRW insgesamt und deutschlandweit.

In die Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg sind auch die AU-Zahlen des Reinigungspersonals der Hotels eingeflossen.
In die Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg sind auch die AU-Zahlen des Hotel-Reinigungspersonals eingeflossen.

Das Gastgewerbe erlebt weiterhin schwierige Zeiten. Viele Gäste schauen auf das Geld, aber die Preise steigen. Aushilfen und Fachpersonal sind schwer zu finden. Krankheitsbedingte Ausfälle verschärfen die Situation: In den Hotels, Pensionen und Gasthöfen lag der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… im Jahr 2025 mit 5,9 Prozent um rund 26 Prozent höher als noch vor zehn Jahren (4,6 Prozent). Das zeigen Auswertungen der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg für das Gebiet zwischen Rhein und Ruhr. In Nordrhein-Westfalen insgesamt lag der Krankenstand in dieser Branche im Jahr 2025 bei 5,7 Prozent und deutschlandweit bei 5,2 Prozent.

Ein Krankenstand in dieser Höhe bedeutet, dass täglich zwischen fünf und sechs von 100 Beschäftigten in der Hotellerie krankgeschrieben sind. Dazu kommen noch kürzere Ausfallzeiten ohne Krankschreibung, die in den Zahlen der Gesundheitskasse nicht abgebildet werden. In die Auswertungen eingeflossen sind beispielsweise die Arbeitsfelder Gastronomie- und Hotelservice, Reinigung oder Küche.

Doch es gibt eine positive Tendenz, denn im Jahr 2024 hatte der Krankenstand beim Hotelpersonal an Rhein und Ruhr noch bei 6,1 Prozent gelegen und ist deshalb ähnlich wie in vielen anderen Berufen erstmals wieder rückläufig. Diese Werte hat das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung Seit dem Inkrafttreten des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes zum 1. April 2007 sind die bisherigen… (BGF-Institut) der AOK Rheinland/Hamburg ermittelt. Auch in Nordrhein-Westfalen insgesamt und deutschlandweit hat sich der Krankenstand in der Hotellerie zuletzt leicht verbessert. In NRW ist er von 5,9 Prozent im Jahr 2024 auf 5,7 Prozent im Jahr 2025 gesunken, deutschlandweit von 5,3 Prozent im Jahr 2024 auf 5,2 Prozent im Jahr 2025. Das hat das Wissenschaftliche Institut (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) der AOK herausgefunden.

Elektronische AU könnte eine Rolle spielen

Die Beschäftigten in der Hotelbranche sind mit einem Altersdurchschnitt von unter 40 Jahren besonders jung, fast 30 Prozent von ihnen sind sogar jünger als 30. Aus diesem Grund liegt der Krankenstand der Branche traditionell leicht unter dem Durchschnittswert aller berufstätigen Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg. 

In den Hotels, Pensionen und Gasthöfen im Rheinland hatte der Krankenstand in den Corona-Jahren 2020 (3,8 Prozent) und 2021 (3,7 Prozent) aufgrund von Lockdown und Kurzarbeit einen Tiefstand erreicht, nach der Pandemie ist er deutlich gestiegen und hat seitdem ein höheres Niveau als in den Jahren vor Corona erreicht. Dazu könnte auch die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Seit dem 1. Juli 2022 sind Vertragsärztinnen und -ärzte dazu verpflichtet, die Daten der bislang in… (eAU) beigetragen haben, durch die Ausfälle in den Statistiken genauer erfasst werden.

„Die Arbeit im Hotelgewerbe ist anspruchsvoll. Sie erfordert ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit und emotionaler Resilienz. Fachkräftemangel, Zeitdruck und Mehrarbeit erschweren die Tätigkeit. Alles zusammen wirkt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten aus und schlägt sich in den Fehlzeiten nieder.“

Michael Wenninghoff

Geschäftsführer des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg

Psychische Erkrankungen innerhalb von zehn Jahren verdreifacht

Welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen bereiten den Beschäftigten in Hotels und Pensionen die meisten Probleme? Für die in dieser Branche arbeitenden Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg gilt: Im Jahr 2025 haben die AU-Tage aufgrund psychischer Störungen (15,9 Prozent) die Atemwegserkrankungen (15,0 Prozent) überholt. Auf Platz eins der Diagnosen stehen aber weiterhin Muskel-Skelett-Erkrankungen, die 19,4 Prozent der AU-Tage ausmachten. Wie in anderen Branchen auch ist im Zeitverlauf ein deutlicher Anstieg bei den psychischen Erkrankungen festzustellen: Vor zehn Jahren hatte der Anteil dieser AU-Tage in der Hotellerie noch bei 4,7 Prozent gelegen, seitdem hat er sich mehr als verdreifacht.

„Die Arbeit im Hotelgewerbe ist anspruchsvoll. Sie erfordert ein hohes Maß an körperlicher Belastbarkeit und emotionaler Resilienz. Fachkräftemangel, Zeitdruck und Mehrarbeit erschweren die Tätigkeit. Alles zusammen wirkt sich auf die Gesundheit der Beschäftigten aus und schlägt sich in den Fehlzeiten nieder“, sagt Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des BGF-Instituts der AOK Rheinland/Hamburg.

Unterstützung für Betriebe

Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… der AOK Rheinland/Hamburg unterstützt Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe mit Angeboten beispielsweise rund um die Themen Stressmanagement, Ernährung oder Rückengesundheit. Infos unter www.bgf-institut.de

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Kirsten Simon
Pressesprecherin

Kirsten Simon

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