Gesundheitsreport: Jedes vierte Kind wird in Hamburg nicht von einer kinderärztlichen Praxis versorgt
24 Prozent der Behandlungsfälle von Kindern und Jugendlichen erfolgen hausärztlich.
24 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Hamburg werden nicht in kinder- und jugendärztlichen, sondern in hausärztlichen Praxen betreut. Das zeigen Auswertungen für den Gesundheitsreport 2026 der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Rheinland/Hamburg, der gerade erschienen ist. Der Bericht erfasst Auffälligkeiten in der medizinischen Versorgung und blickt auf regionale Herausforderungen. Dabei wird auch deutlich, dass viele Menschen weiterhin die Krebs-Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… vernachlässigen. Nur jede dritte Frau (33,2 Prozent) und knapp jeder vierte Mann (23,5 Prozent) nehmen entsprechende Untersuchungen wahr.
Der Gesundheitsreport 2026 der AOK Rheinland/Hamburg belegt aber auch: 73 Prozent der Behandlungsfälle in Hamburg finden in einer hausärztlichen Praxis statt, die von der Wohnung der Versicherten mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten erreichbar ist. Auch die kinder- und jugendärztliche Versorgung ist überwiegend gut erreichbar: In über 80 Prozent der Fälle liegt die Fahrtzeit zur aufgesuchten Praxis bei bis zu 20 Minuten.
Die Auswertung der Behandlungsfälle von Kindern und Jugendlichen in hausärztlichen Praxen zeigt aber, dass jedes vierte Kind (23,9 Prozent) bis 17 Jahre in Hamburg in hausärztlichen Praxen behandelt wird. Diese hohen Werte deuten auf mögliche Schwierigkeiten in der Sicherstellung der fachärztlichen pädiatrischen Versorgung in Hamburg hin.
Geringe Teilnahme an Krebsfrüherkennung trotz guter Vorsorgeangebote
Mit Hilfe von Früherkennungsuntersuchungen sollen Krankheiten frühzeitig erkannt und damit schwere Verläufe und Komplikationen vermieden werden. Während 66 Prozent der Frauen und fast 57 Prozent der Männer in Hamburg zwischen 2022 und 2024 am allgemeinen Gesundheits-Check-up teilgenommen haben, fällt die Nutzung der Krebsfrüherkennungsangebote deutlich geringer aus. Nur jede dritte Hamburgerin (33,2 Prozent) und knapp jeder vierte Hamburger (23,5 Prozent) nehmen entsprechende Untersuchungen wahr. Auch beim Mammographie-Screening liegt die Teilnahmequote bei nur 46 Prozent. Besonders niedrig ist die Inanspruchnahme der Darmkrebs-Früherkennung: Seit 2019 sind Männer zwischen 50 und 54 Jahren erstmals anspruchsberechtigt. Die Auswertung zeigt, dass nur 10 Prozent in den ersten fünf Jahren eine Früherkennungskoloskopie in Anspruch nahmen. Berücksichtigt wurden zudem Frauen, die im Jahr 2019 55 Jahre alt wurden.
Hohe Krankenhausfallzahlen und Hinweise auf mögliche Fehlbelegungen im stationären Bereich
Weiterhin hoch ist die Anzahl an Krankenhausfällen: Im Jahr 2025 kamen auf 1.000 AOK-Versicherte insgesamt 200 Krankenhausaufenthalte in Hamburg. Zu hinterfragen ist, ob eine stationäre Aufnahme in allen Fällen medizinisch zwingend erforderlich war. Hinweise zeigen sich insbesondere bei einfachen Eingriffen ohne komplizierende Faktoren, die in der Auswertung betrachtet wurden. Diese machten im Jahr 2025 rund 19 Fälle je 1.000 Versicherte in Hamburg aus. Insgesamt ist von einer höheren Fallzahl Summe aller Abrechnungsfälle in einem Abrechnungszeitraum. auszugehen. Die Auswertung verdeutlicht außerdem, dass über 55 der Krankenhausfälle je 1.000 Versicherte in Hamburg (27,6 Prozent) durch eine qualitativ hochwertige ambulante Versorgung im Vorfeld hätten vermieden werden können.
„Ein Krankenhausaufenthalt endet, wenn Patientinnen und Patienten nicht mehr stationär behandlungsbedürftig sind. Dennoch kommt es in Hamburg bei fast 20 Prozent der über 65-Jährigen innerhalb von 30 Tagen zu einer Wiederaufnahme nach Entlassung“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor in Hamburg der AOK Rheinland/Hamburg. „Dieser sogenannte Drehtüreffekt hat verschiedene Ursachen, etwa eine unzureichende Anschlussversorgung oder eine nicht angepasste häusliche Situation. Entscheidend ist, den Unterstützungsbedarf bereits vor der Entlassung sorgfältig zu klären. Nur so lässt sich vermeiden, dass Betroffene wiederholt in einen Versorgungskreislauf geraten, der sie und das Gesundheitssystem belastet.“
Krankenhauseinweisungen bei pflegebedürftigen Menschen oft vermeidbar
4,9 Prozent der Bevölkerung in Hamburg sind pflegebedürftig. 7,3 Menschen je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner werden stationär betreut. Bei Erkrankungen werden Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner oft ins Krankenhaus Krankenhäuser sind Einrichtungen der stationären Versorgung, deren Kern die Akut- beziehungsweise… eingewiesen. Laut der Auswertung wären einige Krankenhausaufenthalte jedoch vermeidbar. Im Jahr 2025 galt dies für durchschnittlich 13 Krankenhausaufenthalte je 100 dauerhaft im Pflegeheim lebende Menschen. Gesundheitliche Probleme wie Wunden oder Flüssigkeitsmangel haben zu den Klinikaufenthalten geführt, wären unter geeigneten pflegerischen Bedingungen aber möglicherweise vermeidbar gewesen. Demgegenüber stehen über 47 Krankenhausaufenthalte je 100 Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner aufgrund von Hautabszessen, Diabetes, Bronchitis oder Infektionskrankheiten, die bereits im Pflegeheim hätten behandelt werden können. Gerade bei akuten Zustandsveränderungen ist eine schnelle ärztliche Einschätzung entscheidend. Hier setzt das Projekt „VNP“, eine virtuelle Notfallversorgung für Pflegebedürftige, an: Nicht notwendige Rettungsfahrten von Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen in die Notaufnahme sollen durch eine medizinische Ersteinschätzung mittels Telediagnostik vermieden werden. Mit Hilfe dieser lässt sich entscheiden, ob der Transport in die Notaufnahme erforderlich oder eine alternative Versorgung besser geeignet ist.
Hinweise für die Redaktionen:
Für den Gesundheitsreport werden überwiegend Routinedaten
auch Sekundärdaten genannt, sind Daten, die routinemäßig von der gesetzlichen Krankenversicherung…
von Versicherten der AOK Rheinland/Hamburg ausgewertet. Rechnen Leistungserbringer
Unter diesem Sammelbegriff werden alle Personengruppen zusammengefasst, mit denen die Krankenkassen…
ihre Leistungen mit der Krankenkasse ab, übermitteln sie eine Vielzahl an abrechnungsrelevanten Informationen, z.B. behandelte Krankheiten und erbrachte Leistungen. Diese Angaben können im Hinblick auf die gesundheitliche Lage und Gesundheitsversorgung analysiert werden.
Den Gesundheitsreport 2026 finden Sie hier.