Pressemitteilung

Soziale Lage prägt Herzgesundheit: Hamburg hat von allen Bundesländern die niedrigste Herzinsuffizienz-Rate

21.09.2026 AOK Rheinland/Hamburg 4 Min. Lesedauer

AOK-Gesundheitsatlas zeigt: Rund 48.000 Hamburgerinnen und Hamburger ab 30 Jahren sind betroffen – Krankheitshäufigkeit steigt mit dem Alter

Prävention schützt vor Herzerkrankungen

Soziale Lage prägt Herzgesundheit: Hamburg hat von allen Bundesländern die niedrigste Herzinsuffizienz-Rate

Rund 48.100 Menschen ab 30 Jahren leben in Hamburg mit einer Herzinsuffizienz. Das entspricht einem Anteil von 3,8 Prozent der Bevölkerung ab 30 Jahren. Damit hat Hamburg von allen Bundesländern die niedrigste Herzinsuffizienz-Rate. Deutschlandweit liegt der Anteil bei 5,5 Prozent. Gleichzeitig zeigt der aktuelle „Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), dass die Herzgesundheit auch von den sozialen Lebensbedingungen geprägt wird.

Mit einer Prävalenz ist eine Messgröße aus der Epidemiologie, die die Häufigkeit einer Krankheit zu einem bestimmten… von 3,8 Prozent liegt Hamburg deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Auch wenn Unterschiede in der Alters- und Geschlechtsstruktur berücksichtigt werden, bleibt die Hansestadt im Bundesland-Vergleich mit einer Prävalenz von 4,4 Prozent auf Rang eins. Im Vergleich der deutschen Metropolen mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern liegt Hamburg auf Rang drei – hinter Frankfurt am Main (2,8 Prozent) und München (3,5 Prozent). „Die Zahlen für Hamburg sind im bundesweiten Vergleich erfreulich niedrig. Sie zeigen aber auch: Herzinsuffizienz ist keineswegs nur ein Problem des hohen Alters. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln“, sagt Thomas Bott, Regionaldirektor der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… in Hamburg.
Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, ist eine chronische und fortschreitende Erkrankung. Sie tritt häufig als Folge anderer Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf, insbesondere von koronarer Herzkrankheit und Bluthochdruck.

„Die Zahlen für Hamburg sind im bundesweiten Vergleich erfreulich niedrig. Sie zeigen aber auch: Herzinsuffizienz ist keineswegs nur ein Problem des hohen Alters. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und konsequent zu behandeln“

Thomas Bott

Regionaldirektor der AOK in Hamburg

Soziale Bedingungen beeinflussen die Herzgesundheit

Der Gesundheitsatlas zeigt bundesweit einen deutlichen Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und dem Auftreten von Herzinsuffizienz. In sozial und materiell besonders benachteiligten Regionen sind 6,8 Prozent der Menschen ab 30 Jahren betroffen. In Regionen mit den besten sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind es dagegen 4,4 Prozent.

Auch bei wichtigen Risikofaktoren zeigen sich deutliche Unterschiede. In Regionen mit einem hohen Anteil von Menschen mit Bluthochdruck liegt die Herzinsuffizienzrate bei 8,4 Prozent, in Regionen mit wenigen Hypertoniepatientinnen und -patienten bei 4,2 Prozent. Beim Rauchen reicht die Spanne von 4,7 bis 6,6 Prozent, beim Typ-2-Diabetes von 4,3 bis 8,1 Prozent.
Hamburg weist bei der sozialen Lage sowie bei den untersuchten regionalen Risikofaktoren insgesamt eine vergleichsweise gute Ausgangslage auf. Die Ergebnisse beziehen sich allerdings auf Zusammenhänge auf regionaler Ebene und erlauben keine direkten Aussagen über Ursache und Wirkung bei einzelnen Menschen. 

Herzinsuffizienz nimmt mit dem Alter stark zu

Wie bundesweit steigt die Häufigkeit einer Herzinsuffizienz auch in Hamburg mit zunehmendem Alter deutlich an. Bei den 60- bis 64-Jährigen sind 4,2 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen betroffen. Bei den 70- bis 74-Jährigen sind es 8,8 beziehungsweise 6,0 Prozent. Bei den 80- bis 84-Jährigen steigt der Anteil auf 17,5 Prozent bei den Männern und 15,8 Prozent bei den Frauen.

Am höchsten ist die Erkrankungshäufigkeit bei den Menschen ab 90 Jahren: Hier leben 28,3 Prozent der Männer und 25,3 Prozent der Frauen mit Herzinsuffizienz. Die meisten Betroffenen gibt es in Hamburg jedoch in der Altersgruppe der 80- bis 84-Jährigen. In dieser Altersgruppe leben rund 4.300 Männer und 5.500 Frauen mit Herzinsuffizienz. „Herzinsuffizienz entwickelt sich häufig über Jahre. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und Bewegungsmangel können das Risiko erhöhen. Deshalb ist Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… ein entscheidender Schlüssel: Je früher Risikofaktoren erkannt und behandelt werden, desto besser lässt sich die Herzgesundheit langfristig schützen“, so Bott.

Die wichtigsten Zahlen für Hamburg auf einen Blick

  • 48.100 Menschen ab 30 Jahren waren 2024 in Hamburg von Herzinsuffizienz betroffen. 
  • Das entspricht einer Prävalenz von 3,8 Prozent. 
  • Hamburg hat damit die niedrigste Herzinsuffizienzprävalenz aller Bundesländer. 
  • Im „fairen“ Vergleich unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht liegt Hamburg bei 4,4 Prozent und bleibt ebenfalls bundesweit auf Rang 1. 
  • Im Vergleich der deutschen Großstädte ab 500.000 Einwohnern liegt Hamburg mit 3,8 Prozent auf Rang 3. 
  • Bei den über 90-Jährigen sind 28,3 Prozent der Männer und 25,3 Prozent der Frauen betroffen. 
  • Die größte Zahl der Hamburger Betroffenen findet sich in der Altersgruppe 80 bis 84 Jahre. 
  • Bundesweit leben 3,2 Millionen Menschen ab 30 Jahren mit Herzinsuffizienz; die Prävalenz liegt bei 5,5 Prozent. 

Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ), „Gesundheitsatlas Herzinsuffizienz – Fokus Hamburg“, Datenjahr 2024, veröffentlicht im September 2026.

Hier gelangen Sie zum WIdO-Gesundheitsatlas. Der Gesundheitsatlas informiert über die gesundheitliche Situation aller Einwohnerinnen und Einwohner in Deutschland und umfasst viele weitere Indikationen über Herzinsuffizienz hinaus.

Informationen zur Region Hamburg finden Sie hier: 
Gesundheitsatlas Deutschland zu Herzinsuffizienz in Hamburg

 

1 passender Download

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Antje Kusalik
Pressesprecherin

Antje Kusalik

AOK Rheinland/Hamburg