Demenz: Zahl der Betroffenen im Rheinland steigt bis zum Jahr 2060 um mehr als 50 Prozent
AOK-Prognosen zufolge werden dann 234.000 Menschen in der Region Rhein/Ruhr an Demenz erkrankt sein.
Die Zahl der Demenz-Erkrankungen im Rheinland wird bis zum Jahr 2060 um fast 80.000 Fälle auf mehr als 234.000 Betroffene steigen, ein Zuwachs von 51,3 Prozent seit 2020. Das zeigen aktuelle Prognosen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) in Kooperation mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln. Die Expertinnen und Experten weisen darauf hin, dass durch den demografischen Wandel zugleich ein deutlicher Rückgang der erwerbstätigen Bevölkerung und damit eine Lücke in der Versorgung von Demenz-Erkrankten zu erwarten ist.
Infolge der zunehmenden Lebenserwartung ist davon auszugehen, dass die Zahl der Demenz-Fälle im Rheinland von aktuell knapp 155.000 auf mehr als 234.000 im Jahr 2060 ansteigen wird. Nach heutigem Stand der Wissenschaft können eine bessere Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… von demenzbegünstigenden Faktoren wie Bluthochdruck und Diabetes sowie ein höheres Bildungsniveau dazu beitragen, etwa die Hälfte der Demenz-Neuerkrankungen zu vermeiden. Demnach könnten die Demenz-Fallzahlen im Jahr 2060 zwischen rund 143.000 und rund 171.000 und somit deutlich niedriger liegen als in den aktuellen Prognosen.
„Demenz ist nicht ausschließlich altersabhängig, sondern wird durch eine Vielzahl von Risikofaktoren beeinflusst. Präventiven Maßnahmen kommt daher eine zentrale Bedeutung zu“, sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. „Nach aktueller Forschung wird ein reduziertes Erkrankungsrisiko mit einer ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger körperlicher Aktivität sowie kognitiver und sozialer Interaktion in Verbindung gebracht. Der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum kann zudem den Krankheitsbeginn hinauszögern.“
Ländliche Regionen im Rheinland besonders betroffen
Die Prognose der Demenz-Entwicklung und der Bevölkerungszahlen des WIdO basiert auf einem neuartigen Verfahren, mit dem es auch möglich ist, Ergebnisse regional bis auf Kreisebene darzustellen. Die Zahlen aus dem Rheinland zeigen, dass die bereits heute bestehenden Unterschiede zwischen städtischen Regionen mit junger Bevölkerung und ländlichen Regionen mit relativ alter Bevölkerung deutlich größer werden. Für das Jahr 2060 wird erwartet, dass der Anteil der Bevölkerung, der zu einem bestimmten Zeitpunkt mit Demenz lebt, je nach Region variiert: In Köln werden dann 1,9 Prozent der Bevölkerung an Demenz erkrankt sein, während in Viersen der höchste Wert von 3,4 Prozent erwartet wird. Der Unterschied zwischen der Region mit der höchsten und der niedrigsten Krankheitshäufigkeit (Prävalenz ist eine Messgröße aus der Epidemiologie, die die Häufigkeit einer Krankheit zu einem bestimmten… ) beträgt damit rund das 1,8-fache.
Mehr Menschen mit Demenz, weniger potenzielle Versorgende im Rheinland
Die Auswertung für das Rheinland zeigt, dass die Zahl der Demenz-Fälle deutlich zunehmen wird, während die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter gleichzeitig zurückgeht. Dadurch wird einer steigenden Zahl von Menschen mit Demenz eine zunehmend kleinere Gruppe von Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren gegenüberstehen, die potenziell die Versorgung sicherstellen können.
Im Jahr 2020 kamen auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter durchschnittlich 2,5 Menschen mit Demenz. Rechnerisch standen einem Demenz-Fall ca. 40 Personen im erwerbsfähigen Alter für die Versorgung gegenüber. Bis zum Jahr 2060 werden auf eine an Demenz erkrankte Person nur noch 23 Personen im erwerbsfähigen Alter kommen. Es werden also deutlich mehr an Demenz Erkrankte von weniger Personen zu versorgen sein. Selbst im besten Fall, in dem sich die Demenz-Zahlen stabilisieren, wird sich das Verhältnis zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verschlechtern, sodass auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter immer noch 2,7 Demenz-Fälle kommen.
Auch in der Prognose zu den erwerbstätigen Personen pro Demenz-Fall zeigt sich eine große regionale Spanne. Die Werte der Demenz-Fälle je 100 Personen schwanken zwischen 3,0 in Köln und 6,5 in Viersen. So würden in Viersen 2060 rechnerisch nur noch etwa 15 Personen im erwerbsfähigen Alter für die Versorgung einer an Demenz erkrankten Person zur Verfügung stehen. „Unsere Ergebnisse zeigen klar: Demenz ist eine konkrete Herausforderung auf kommunaler Ebene. Die regionalen Unterschiede werden größer. Darauf müssen sich Versorgungsstrukturen, Pflegeangebote und Kommunalpolitik einstellen“, betont Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO.
myReha
Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg können jetzt mithilfe eines modernen digitalen Versorgungsangebots individuelle Therapie-Impulse setzen. Die App ‚myReha‘ ist als Medizinprodukt zertifiziert und wird bereits in der Therapie von neurologischen Erkrankungen wie Demenz eingesetzt. Die Therapielösung bietet Übungen, um Sprache, Gedächtnis und Alltagsfähigkeiten zu trainieren. Dabei ist die Anwendung intuitiv und auch für Personen ohne digitale Vorerfahrung leicht zu verstehen. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können die Übungen an den individuellen Bedarf angepasst werden. Rund 65.000 Übungen für Sprache, Gedächtnis, Konzentration, Wahrnehmung und Alltagstraining aus den Bereichen Logopädie wirken überwiegend äußerlich zur Heilung oder Linderung einer Krankheit auf den Körper ein. Der… , Ergotherapie Zu den Heilmitteln gehören Maßnahmen der Physiotherapie, der Ergotherapie, der Stimm-, Sprech-,… und Neuropsychologie können ausgewählt werden.
Hinweise für die Redaktionen:
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