Kopfschmerzen und Migräne: Diagnosen nehmen seit Jahren zu
AOK PLUS-Auswertung zeigt steigende Diagnosezahlen – frühe Unterstützung soll Lebensqualität erhalten
Diagnosen von Kopfschmerzen und Migräne treten bei Versicherten der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… PLUS häufiger auf als noch in den Vorjahren: 2025 erhielt mehr als jeder zehnte Versicherte in Sachsen und Thüringen mindestens einmal eine entsprechende Diagnose. Besonders hoch ist der Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen: Er liegt bei 20 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK PLUS anlässlich des Kopfschmerztags am 5. September und des Migränetags am 12. September.
In Thüringen sind nach Auswertung der Gesundheitskasse mit 22,1 Prozent mehr Kinder und Jugendliche betroffen als in Sachsen mit 19,9 Prozent. Auch zwischen den Altersgruppen zeigen sich Unterschiede: Während sich der Anteil der Betroffenen in Sachsen bereits bis zur Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen etwa halbiert, wird dieser Wert in Thüringen erst bei den 60- bis 69-Jährigen erreicht.
„Wenn Kopfschmerzen schon in jungen Jahren regelmäßig auftreten, sollten wir nicht warten, bis sie den Alltag dauerhaft prägen. Gerade weil die Diagnosequote bei jungen Erwachsenen so hoch ist, müssen wir früher ansetzen. Als Gesundheitslotsin unterstützen wir Kinder, Jugendliche und ihre Familien dabei, Beschwerden einzuordnen, mögliche Auslöser zu erkennen und passende Hilfe zu finden. Unser gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Dresden entwickeltes Kopfschmerzprogramm setzt genau dort an. Damit wollen wir Lebensqualität erhalten und Menschen mehr gesunde Jahre ermöglichen.“
Vorstand der AOK PLUS
Dresdner Kinder- und Jugendkopfschmerzprogramm (DreKiP)
Zusammen mit der Kopfschmerzambulanz am Uniklinikum Dresden hat die AOK PLUS das Programm DreKiP speziell für Kinder und Jugendliche mit wiederkehrenden Kopfschmerzen entwickelt. Im Rahmen des Programms lernen die Teilnehmenden und ihre Familien verschiedene Strategien zur Bewältigung der Beschwerden kennen. Grundlage ist ein umfassendes Kopfschmerz-Assessment, bei dem die Beschwerden eingeordnet sowie mögliche Auslöser, Häufigkeit und Intensität erfasst werden. Darauf aufbauend vermittelt das Programm unter anderem Methoden des Stressmanagements, Entspannungstechniken und Ansätze zur Förderung körperlicher Aktivität.
Das Programm richtet sich an alle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die regelmäßig Kopfschmerzen haben. Die Teilnahme am Programm erfolgt auf Überweisung durch den behandelnden Haus- oder Kinderarzt.
Frauen häufiger betroffen als Männer
Frauen erhalten deutlich häufiger die Diagnose Kopfschmerz oder Migräne als Männer. Im vergangenen Jahr traf dies auf 13,7 Prozent der weiblichen AOK PLUS-Versicherten zu. Bei den Männern waren es dagegen 7 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Unterschied bei Migräne: Frauen erhielten diese Diagnose mehr als dreimal so häufig wie Männer.
Kontinuierlicher Anstieg
Auch regional zeigen sich Unterschiede: In Sachsen erhielten 2025 insgesamt 10,1 Prozent der AOK PLUS-Versicherten mindestens einmal eine Diagnose von Kopfschmerzen oder Migräne, in Thüringen 11,8 Prozent. In beiden Bundesländern ist der Anteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Durchschnitt erhöhte er sich jährlich um 2,5 Prozent.
Die AOK PLUS versichert mit rund 3,5 Millionen Menschen über 57 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten in Sachsen und Thüringen. Aktuell kümmern sich 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitskasse um die Anliegen der Kundinnen und Kunden, um insgesamt rund 180.000 Arbeitgeber in beiden Freistaaten und überregional sowie um rund 40.000 Vertragspartner.
Das Haushaltsvolumen 2026 für die AOK PLUS beträgt insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die Krankenversicherung 18,5 Milliarden Euro, die Pflegeversicherung 4,4 Milliarden Euro und auf den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz 609 Millionen Euro.