Pressemitteilung

GKV-Tag: Reformen brauchen Richtung und gemeinsame Verantwortung

15.09.2026 AOK PLUS 4 Min. Lesedauer

AOK PLUS-Vorstandsvorsitzender Stefan Knupfer: Mehr gesunde Jahre müssen Teil der Antwort auf die Finanzierungsprobleme im Gesundheitswesen sein

Zum heutigen GKV-Tag fordert die AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… PLUS, den Reformkurs im Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… konsequent fortzusetzen und dabei stärker als bisher zu vermitteln, wohin die Veränderungen führen sollen. Nach Auffassung der Gesundheitskasse braucht es neben strukturellen Reformen einen Paradigmenwechsel: Gesundheitspolitik Die Gesundheitspolitik ist ein facettenreiches Gebiet, das weit über die in der Öffentlichkeit mit… darf sich nicht darauf beschränken, Krankheit wird in der Medizin als Abweichung von Gesundheit oder Wohlbefinden verstanden. Allerdings stößt die… möglichst effizient zu behandeln, sondern muss stärker dazu beitragen, Gesundheit zu erhalten und Krankheiten möglichst zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen. 

„Die Menschen spüren längst, dass unser Sozialstaat unter erheblichem Druck steht. Gesundheit, Pflege und Rente sind keine Fachthemen mehr, sondern Fragen der Daseinsvorsorge, die tief in den Alltag der Menschen hineinreichen. Auch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt sollte uns deshalb aufmerksam machen: Die Verunsicherung ist groß. Politik muss die Probleme klar benennen und Reformen angehen. Sie muss den Menschen aber ebenso klar sagen, welches Ziel sie damit verfolgt und was sich für sie konkret verbessern soll.“

Dr. Stefan Knupfer

Vorstand der AOK PLUS

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz sei ein wichtiger erster Schritt gewesen, mehr aber auch nicht. Grundlegende Strukturreformen könne es nicht ersetzen. Die Beitragsleistenden seien hier in Vorleistung gegangen. Entscheidend sei nun, dass Bund, Länder, Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… und Leistungserbringer Unter diesem Sammelbegriff werden alle Personengruppen zusammengefasst, mit denen die Krankenkassen… gemeinsam Verantwortung übernähmen und notwendige Veränderungen nicht an Einzelinteressen scheiterten.

Reformen dürfen nicht an Einzelinteressen scheitern

Knupfer: „Unsere rund 3,5 Millionen Versicherten und ihre Arbeitgeber leisten jeden Monat einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung unseres Gesundheitswesens. Auch wir als AOK PLUS sind bereit, unseren Teil zu leisten und Veränderungen konstruktiv mitzugestalten. Das muss aber für alle gelten. Das Prinzip ,Wasch mich, aber mach mich nicht nass‘ funktioniert nicht länger. Wenn jede notwendige Veränderung am Widerstand einzelner Gruppen scheitert, verlieren die Menschen das Vertrauen in die Fähigkeit von Politik und Institutionen, Probleme tatsächlich zu lösen. Das gefährdet am Ende auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

In der ersten Bundestagsrede des neuen Bundesgesundheitsministers Carsten Linnemann sieht die AOK PLUS deshalb wichtige Signale. Linnemann hatte unter anderem eine solide Finanzierung angemahnt und erklärt, perspektivisch müssten die Beiträge sogar wieder sinken. Auffällig ist zugleich, dass Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… in seiner Rede keine Rolle spielte. 

Mehr gesunde Jahre als Teil der finanziellen Antwort

„Carsten Linnemann hat als Volkswirt einen zentralen Punkt richtig benannt: Dauerhaft steigende Beiträge sind weder für die Menschen noch für unsere Wirtschaft eine tragfähige Perspektive“, so Knupfer. „Wenn wir dieses Ziel ernst nehmen, dürfen wir allerdings nicht ausschließlich darüber sprechen, wie wir Krankheit effizienter behandeln. Wir müssen viel stärker darüber reden, wie Menschen möglichst lange gesund bleiben. Prävention, Früherkennung Im Rahmen der Prävention dienen Maßnahmen der Früherkennung dazu, Krankheiten bereits im Frühstadium… , gezielte Patientensteuerung und eine bessere Begleitung chronisch erkrankter Menschen sind keine Ergänzung zur Versorgung. Sie sind Teil der Lösung.“

Für die AOK PLUS bedeutet das einen Paradigmenwechsel hin zu mehr gesunden Jahren: Krankheiten möglichst verhindern, Risiken früh erkennen, Menschen gezielt durch die Versorgung führen und ihre Gesundheit auch bei bestehenden Erkrankungen möglichst lange stabilisieren.

Knupfer: „Ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem muss beides leisten: Menschen im Krankheitsfall verlässlich versorgen und gleichzeitig alles dafür tun, dass Krankheit möglichst spät oder gar nicht entsteht. Mehr gesunde Jahre bedeuten mehr Lebensqualität für die Menschen – und sie sind zugleich ein entscheidender Ansatz, um unser Gesundheitssystem langfristig leistungsfähig und finanzierbar zu halten. Diesen Paradigmenwechsel sollten wir jetzt gemeinsam angehen.“

Die AOK PLUS versichert mit rund 3,5 Millionen Menschen über 57 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten in Sachsen und Thüringen. Aktuell kümmern sich 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitskasse um die Anliegen der Kundinnen und Kunden, um insgesamt rund 180.000 Arbeitgeber in beiden Freistaaten und überregional sowie um rund 40.000 Vertragspartner.

Das Haushaltsvolumen 2026 für die AOK PLUS beträgt insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die Krankenversicherung 18,5 Milliarden Euro, die Pflegeversicherung 4,4 Milliarden Euro und auf den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen nach dem Aufwendungsaugleichsgesetz 609 Millionen Euro.

Der GKV-Tag ist eine gemeinsame Initiative der gesetzlichen Krankenkassen. Einmal im Quartal weisen die 93 Krankenkassen gemeinsam auf zentrale Anliegen der gesetzlichen Krankenversicherung hin. Sie vertreten rund 75 Millionen Versicherte und stehen für ein solidarisches Gesundheitssystem, das rund 90 Prozent der Bevölkerung unabhängig von Alter, Einkommen oder Krankheitsrisiko absichert. Ziel des GKV-Tages ist es, aktuelle gesundheitspolitische Herausforderungen aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung in die öffentliche Debatte einzubringen.

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Leiter des Stabsbereichs Medien und Politik / Mediensprecher

Pascal Ziehm

Mediensprecher