Sachsen schläft zu wenig: Viele nehmen Schlafprobleme einfach hin
AOK-Umfrage zeigt: 71 Prozent schlafen weniger als sieben Stunden pro Nacht
Große Teile der sächsischen Bevölkerung bekommen zu wenig Schlaf. Das geht aus einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der AOK PLUS hervor. Demnach hatten 60 Prozent der Menschen im Freistaat in den vergangenen Monaten Schlafprobleme. Obwohl die große Mehrheit weiß, wie wichtig guter Schlaf für die Gesundheit ist, glaubt mehr als jeder Dritte, die eigene Schlafqualität nicht beeinflussen zu können. Die AOK PLUS klärt deshalb über die gesundheitliche Bedeutung von Schlaf auf und zeigt, was jeder selbst für eine bessere Nachtruhe und damit für mehr gesunde Jahre tun kann.
Die Ergebnisse der Befragung zeigen: 71 Prozent der Befragten in Sachsen schlafen weniger als sieben Stunden pro Nacht, knapp ein Drittel (32 Prozent) kommt sogar auf weniger als sechs Stunden. Zugleich bewertet knapp jeder Vierte (26 Prozent) die eigene Schlafqualität als schlecht. Frauen sind mit 31 Prozent deutlich häufiger unzufrieden mit ihrem Schlaf als Männer mit 21 Prozent. Dabei ist das Bewusstsein für die Bedeutung des Schlafs groß. 89 Prozent der Befragten halten guten Schlaf für essenziell für Gesundheit und Wohlbefinden. 80 Prozent verbinden ausreichenden und erholsamen Schlaf mit einer besseren Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit am nächsten Tag.
„Schlaf ist keine Zeitverschwendung, sondern eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Körper und Psyche sich erholen können – und letztendlich für mehr gesunde Jahre. Wer dauerhaft schlecht oder zu wenig schläft, sollte das deshalb nicht einfach als Teil eines stressigen Alltags hinnehmen. Wir möchten die Menschen ermutigen, ihren Schlaf ernst zu nehmen, mögliche Ursachen für unruhige Nächte zu erkennen und aktiv zu werden. Oft lässt sich mit Veränderungen im Alltag schon etwas erreichen. Und wenn das nicht ausreicht, ist es wichtig zu wissen, wo man Unterstützung bekommt.“
Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS
Drei von fünf Sachsen berichten von Schlafproblemen
Wie verbreitet die Probleme sind, zeigt die forsa-Umfrage deutlich: 60 Prozent der Menschen in Sachsen hatten in den vergangenen drei Monaten wiederholt oder Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder sind zu früh aufgewacht. Am häufigsten haben Betroffene Probleme durchzuschlafen: Das geben 76 Prozent der Menschen mit Schlafproblemen an. Knapp der Hälfte fällt das Einschlafen schwer, vier von zehn Befragten wachen früher auf als gewünscht.
Folgen reichen häufig bis in den nächsten Tag: Die Betroffenen leiden unter Müdigkeit, Erschöpfung oder Antriebslosigkeit, fühlen sich im Alltag weniger belastbar und weniger leistungsfähig. Hinzu kommen Gereiztheit und schnelles Genervtsein sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme.
Stress raubt den Sachsen am häufigsten den Schlaf
Die Ursachen für schlechten Schlaf können vielfältig sein. An erster Stelle steht in Sachsen Stress im Alltag oder Beruf, den 63 Prozent der Befragten als Ursache nennen. Es folgen eine unangenehme Raumtemperatur (41 Prozent), körperliche Beschwerden (35 Prozent) sowie Lärm und störende Umgebungsgeräusche (33 Prozent). Existenzielle Sorgen oder Zukunftsängste halten 26 Prozent vom guten Schlaf ab.
Gerade wenn Stress und gedankliche Belastung den Schlaf beeinträchtigen, ist es sinnvoll, nicht erst am Abend anzusetzen. Im AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Online-Programm „Stress im Griff“ können Teilnehmende persönliche Stressauslöser erkennen und Strategien für einen besseren Umgang damit entwickeln. Das Programm umfasst auch eine Schlafberatung und einen Zusatzkurs zum Thema Schlaf. Ebenso können Entspannungsverfahren helfen, zur Ruhe zu kommen. Die AOK PLUS unterstützt ihre Kundinnen und Kunden deshalb unter anderem mit Gesundheitskursen in Yoga, Achtsamkeit oder Progressiver Muskelrelaxation. Bis zu zwei dieser Kurse können sie jährlich kostenfrei nutzen.
Wissen allein sorgt noch nicht für guten Schlaf
Viele Sachsen kennen den Befragungsergebnissen zufolge grundlegende Regeln für einen gesunden Schlaf: Eine angenehme Raumtemperatur halten 95 Prozent für förderlich, eine ruhige Umgebung 93 Prozent und regelmäßige Schlafenszeiten 91 Prozent. 81 Prozent kennen den positiven Einfluss von Stressreduktion. Zwischen Wissen und Alltag klafft jedoch teilweise eine Lücke. So wissen 67 Prozent, dass bildschirmfreie Zeit einen positiven Einfluss auf den Schlaf haben kann. Gleichzeitig nutzen 81 Prozent regelmäßig digitale Geräte kurz vor dem Schlafengehen. Nur 27 Prozent reduzieren bewusst ihren Medienkonsum vor dem Schlafen. Regelmäßige Entspannungsübungen haben lediglich sieben Prozent in ihren Alltag integriert.
Wie lassen sich Gewohnheiten zugunsten eines erholsamen Schlafs ändern, ohne dass Leistungsdruck entsteht? Kostenfreie Seminare in ausgewählten Filialen der AOK PLUS vermitteln in den kommenden Wochen alltagstaugliches Wissen rund um gesunden Schlaf und Entspannung und zeigen Möglichkeiten auf, die zum persönlichen Alltag passen. Alle Termine gibt es online unter plus.aok.de. Wer eine digitale Begleitung bevorzugt, kann zudem die App „Aumio“ nutzen. Sie bietet unter anderem Übungen und Inhalte zu Entspannung, Achtsamkeit und Schlaf. Für ihre Versicherten übernimmt die AOK PLUS für ein Jahr die Kosten für die App-Nutzung.
Viele Betroffene suchen keine Hilfe
Besonders auffällig ist ein weiterer Befund der Umfrage: 39 Prozent der Menschen in Sachsen glauben, keinen oder nur geringen Einfluss auf ihre eigene Schlafqualität nehmen zu können. Bei Menschen, die ihren Schlaf als schlecht bewerten, ist dieses Gefühl noch stärker ausgeprägt. Von ihnen glaubt nicht einmal die Hälfte, den eigenen Schlaf durch ihr Verhalten beeinflussen zu können. Unter den gut Schlafenden sind es dagegen 66 Prozent. Auch bei konkreten Problemen zeigt sich eine gewisse Resignation: Von den Menschen, die in den vergangenen drei Monaten unter Schlafproblemen gelitten haben, haben 64 Prozent keine ärztliche oder psychologische Unterstützung gesucht und ziehen das auch nicht in Erwägung.
„Gerade Menschen, die schlecht schlafen, haben offenbar besonders häufig das Gefühl, wenig daran ändern zu können“, so Stefan Knupfer. „Doch es gibt Unterstützung. Wir verstehen uns als Gesundheitslotsin und unterstützen unsere Kundinnen und Kunden dabei herauszufinden, was ihren Schlaf fördert. Gerade wenn Schlafprobleme über längere Zeit bestehen, beeinträchtigen sie den Alltag deutlich. Kommen weitere Beschwerden hinzu, sollten Betroffene ihre Symptome ärztlich abklären lassen.“
AOK-Kampagne thematisiert Zusammenhang von Stress und Schlaf
Wenn die Arbeit, die unbezahlte Rechnung und die defekte Waschmaschine sinnbildlich mit unter der Decke liegen, ist an Schlaf nicht zu denken. Das nächtliche Gedankenkarussell nimmt die AOK-Gemeinschaft in der neuen bundesweiten Kampagne „Nimm den Stress nicht mit ins Bett“ ins Visier. Sie blickt lösungsorientiert auf Schlafprobleme: Im Mittelpunkt steht, dass Schlaf und Stress eng verbunden sind. Aus diesem Kreislauf herauszufinden, ist für viele Menschen eine Herausforderung. Dabei hilft die AOK PLUS, die sich ebenfalls an der Kampagne beteiligt. Dabei gilt: Guter Schlaf bedeutet nicht für jeden Menschen dasselbe. Schlafbedürfnisse und Lebenssituationen unterscheiden sich. Deshalb setzt die Gesundheitskasse nicht auf starre Regeln, sondern auf praktische Impulse, die sich an den persönlichen Alltag anpassen lassen.
Nach den Schwerpunktthemen Bewegung, Ernährung und einer großen Vereinsaktion im Sommer 2026 bildet die Kampagne die Fortsetzung der Gesundheitsinitiative der AOK PLUS. Im Frühjahr 2025 gestartet, bündelt sie Leistungen und Mitmachangebote für die 3,5 Millionen Versicherten. Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, ihr Leben möglichst dauerhaft gesund zu gestalten.
Hinweis für die Redaktionen:
Befragt wurden 755 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in Sachsen ab 18 Jahren.
Die AOK PLUS versichert mit rund 3,5 Millionen Menschen über 57 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten in Sachsen und Thüringen. Aktuell kümmern sich 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitskasse um die Anliegen der Kundinnen und Kunden, um insgesamt rund 180.000 Arbeitgeber in beiden Freistaaten und überregional sowie um rund 40.000 Vertragspartner.
Das Haushaltsvolumen 2026 für die AOK PLUS beträgt insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die Krankenversicherung 18,5 Milliarden Euro, die Pflegeversicherung 4,4 Milliarden Euro und auf den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz 609 Millionen Euro.