AOK PLUS-Bericht: Krankenstand in Thüringen gesunken
Vorstand: „Statt Schuldzuweisungen müssen Ursachen für Erkrankungen im Fokus stehen“
Die Berufstätigen in Thüringen waren im Jahr 2025 seltener krank. Zu diesem Ergebnis kommt die Auswertung der Krankschreibungen unter den Versicherten der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… PLUS. Fehlten im Jahr 2024 an einem Arbeitstag noch 7,5 Prozent der Beschäftigten, sank der Krankenstand Der Krankenstand beziffert die Zahl der arbeitsunfähig geschriebenen Kranken bezogen auf 100… im vergangenen Jahr leicht auf 7,3 Prozent ab. Im bundesweiten Vergleich liegt Sachsen nach wie vor über dem Durchschnitt. Dieser betrug unter allen AOK-Versicherten 6,4 Prozent.
Von den berufstätigen Versicherten der AOK PLUS waren im vergangenen Jahr 68,8 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2024, als die Arbeitsunfähigkeitsquote bei 68,9 gelegen hatte. Ebenfalls leicht gesunken ist die durchschnittliche Dauer der Krankschreibungen: Diese lag im Jahr 2025 bei 11,5 Kalendertagen (und war damit um 1,7 Prozent geringer als im Jahr 2024). Am höchsten war der Krankenstand im Kyffhäuserkreis (8,1 Prozent) sowie im Kreis Hildburghausen (8 Prozent). Am niedrigsten fiel er in Jena (6,5 Prozent) sowie Erfurt, Greiz, Weimar und im Saale-Orla-Kreis (jeweils 7 Prozent) aus.
„Niemand wird freiwillig krank. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung macht seit ihrer Einführung sichtbar, wie hoch die Belastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich ist. Wir müssen als Gesellschaft die Ursachen für den hohen Krankenstand verstehen und gemeinsam daran arbeiten, ihn zu senken. Viele Arbeitgeber haben das bereits verstanden und wollen für ihre Mitarbeitenden eine gesundheitsförderliche Arbeitsumgebung schaffen. Das gemeinsame Ziel muss sein, dass die Menschen länger gesund leben. Pauschale Schuldzuweisungen gegen die Krankgeschriebenen helfen dabei nicht.“
Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS
Gesund Leben in Betrieben und im Alltag
Ein Eckpfeiler für mehr gesunde Jahre ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Im vergangenen Jahr hat die AOK PLUS 550 Betriebe dabei unterstützt, mit nachhaltigen Maßnahmen die Gesundheit der Mitarbeitenden zu erhalten – beispielsweise durch eine verbesserte Arbeitsorganisation, eine gesundheitsorientierte Arbeitsplatzeinrichtung, mehr Bewegung im Betriebsalltag, Änderungen in der Führungskultur oder Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit.
„Vielen Ursachen für Krankschreibungen lässt sich vorbeugen – das gilt auch für die die Lebensweise im Privaten. Wer heute in die eigene Gesundheit investiert, profitiert auch langfristig davon“, fügt Dr. Stefan Knupfer hinzu. „Wir stehen unseren Versicherten als Gesundheitslotsin zu Seite und unterstützt sie dabei, gesund durchs Leben zu gehen.“ So stehen den Kundinnen und Kunden der AOK PLUS jährlich Gutscheine für zwei kostenfreie Gesundheitskurse zur Verfügung. Zusätzlich ist die App „AOK NAVIDA“ eine digitale Begleiterin im Alltag, die mit leicht zugänglichen Challenges zu regelmäßiger Bewegung und bewusster Ernährung motiviert, sowie gesunden Schlaf und Entspannung fördert.
Zahl von Kurzzeit-Krankschreibungen gestiegen
Auffällig ist, dass im vergangenen Jahr die Zahl von Krankschreibungen mit einer Dauer von einem bis drei Tagen gestiegen ist. Machten sie im Jahr 2024 noch 34,5 Prozent aller Arbeitsunfähgkeitsmeldungen aus, stieg dieser Wert im vergangenen Jahr auf 35,6 Prozent. „Häufig können ein paar Tage Ruhe bereits ausreichen, um wieder vollständig fit zu werden. Auch für Arbeitgeber ist das ein positives Signal, denn so können längere Krankschreibungen mitunter vermeiden werden“, sagt Dr. Stefan Knupfer. Im selben Zeitraum ist der Anteil der Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen ebenfalls leicht gestiegen, von 3,5 auf 3,6 Prozent. Sie sorgen jedoch wegen der langen Ausfallzeiten der Betroffenen für rund 39 Prozent aller Krankentage.
Ursachen für Krankschreibungen bleiben unverändert
Nach wie vor werden die meisten Krankschreibungen durch Erkrankungen der Atemwege verursacht. Ihr Anteil lag im Jahr 2025 mit 27,1 Prozent nur unwesentlich höher als im Jahr davor (26,9 Prozent). Muskel- und Skeletterkrankungen veränderten sich nicht und blieben gleich bei 12,7 Prozent, ebenso Verdauungskrankheiten mit 7,8 Prozent. Psychische Erkrankungen lagen bei 5,4 Prozent.
Grundlage der Analyse waren die gemeldeten Arbeitsunfähigkeitsfälle von rund 503.000 Mitgliedern der AOK PLUS in Thüringen im Jahr 2025.
Die AOK PLUS versichert mit rund 3,5 Millionen Menschen über 57 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten in Sachsen und Thüringen. Aktuell kümmern sich 6.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitskasse um die Anliegen der Kundinnen und Kunden, um insgesamt rund 182.000 Arbeitgeber in beiden Freistaaten und überregional sowie um rund 40.000 Vertragspartner.
Das Haushaltsvolumen 2026 für die AOK PLUS beträgt insgesamt 23,5 Milliarden Euro. Davon entfallen auf die Krankenversicherung 18,5 Milliarden Euro, die Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… 4,4 Milliarden Euro und auf den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz 609 Millionen Euro.