AOK schlägt vor

Die AOK will Deutschland pflegefreundlicher machen und hat dafür mehrere Positionspapiere vorgelegt. Im Mittelpunkt stehen flexiblere Strukturen, die Pflege über Sektorengrenzen hinweg ermöglichen, mehr Gestaltungsspielraum für Regionen sowie Lösungen, die schnell und unbürokratisch vor Ort umgesetzt werden können. Zudem setzt die AOK auf Unterstützung aus einer Hand – etwa durch Systemlotsen für Pflegebedürftige und Angehörige. Und sie will, gemeinsam mit den Kommunen, starke Pflegegemeinschaften schaffen, die Sicherheit geben und den Alltag spürbar entlasten.

Eine weibliche Person spricht, daneben der Schriftzug "Vorschläge"

Wie unser Gesundheitssystem besser wird – aber nicht teurer

Das Gesundheitssystem soll leistungsfähiger und besser werden. Um die Effizienz im Gesundheitswesen zu steigern sind allerdings unbedingt Strukturreformen nötig. Ziel dessen sind: mehr qualitativ hochwertige Versorgungsangebote, mehr Unterstützung für die Versicherten im Krankheits- oder Pflegefall. Und zwar in allen Regionen des Landes. Für die hohen Beiträge der Solidargemeinschaft will die AOK mehr Gegenleistungen, zudem plädiert die AOK dafür, zu einer Ausgabenpolitik zurückzukehren, die sich an den Einnahmen orientiert. 

Deckblatt Positionspapier der AOK zur Bundestagswahl 2025: wie unser Gesundheitswesen besser wird - aber nicht teurer

AOK-Positionspapier zur Bundestagswahl 2025 (Langfassung)

AOK-Positionen zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl 2025

Stabile Finanzen für Gesundheit und Pflege

In seinem Positionspapier „Stabile Finanzen für Gesundheit und Pflege“ fordert der AOK-Bundesverband eine Rückbesinnung auf den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit. Ziel ist die Stabilisierung der Finanzen in der gesetzlichen Krankenversicherung und der Sozialen Pflegeversicherung. Darin werden Maßnahmen für mehr Effizienz aufgezeigt. Dazu gehören unter anderem strukturelle Reformmaßnahmen wie eine konsequente Umsetzung der Krankenhausreform sowie das Nachholen einer Reform der Notfallversorgung. Zudem enthält das Papier Forderungen zur Refinanzierung von kostendeckenden Beitragspauschalen für Bürgergeldbeziehende in der Gesundheitsversorgung. Für den Pflegebereich werden die Dynamisierung des Bundesbeitrags, eine Rückerstattung von Pandemiekosten und die Übernahme der Ausbildungsumlage gefordert.

Stabile Finanzen für Gesundheit und Pflege

Sofortprogramm der AOK-Gemeinschaft für 2025

Struktur- und Finanzreform in der Pflegeversicherung

Die soziale Pflegeversicherung soll bedarfsgerechter und effizienter werden. Die AOK möchte das mit grundlegenden Strukturreformen erreichen, daher schlägt sie in ihren Positionen zur Weiterentwicklung der Pflege in erster Linie eine Flexibilisierung des Leistungsrechts, eine Aufhebung der Sektorengrenzen zwischen ambulanter und stationärer Pflege sowie für eine stärkere Zusammenarbeit von Kommunen, Kranken- und Pflegekassen vor. Leit- und Grundsatz des Positionspapiers ist es, dass Pflege vor Ort stattfindet.

AOK-Positionen zur Weiterentwicklung der Pflege

Leitfaden zur Zusammenarbeit von AOK-Pflegekasse und Kommune

Der Leitfaden zeigt, wie Pflege vor Ort zukunftsfest werden kann. Er beschreibt, wie Kommunen und Pflegekassen gemeinsam tragfähige Strukturen aufbauen, damit Menschen mit Pflegebedarf gut leben und teilhaben können – unabhängig von Alter oder Situation. Die AOK setzt dabei auf enge Kooperation, weniger Silos und eine Versorgung, die sich am Menschen orientiert. Der Leitfaden analysiert bestehende Schnittstellen, skizziert neue Wege der Zusammenarbeit und stellt 14 Beispiele gelungener kommunaler Pflegeorganisation vor. Ein Blick nach Österreich zeigt zudem, wie regionale Pflegemodelle funktionieren können.

Leitfaden zur Zusammenarbeit von AOK-Pflegekasse und Kommune

Mehr Miteinander und Caring Communities

Die AOK setzt sich aktiv dafür ein, gemeinsam mit Ländern und Kommunen tragfähige Pflege-Strukturen vor Ort aufzubauen. In ihrem Beitrag im G+G Spezial macht Irmelind Kirchner, Referentin Pflege im AOK-Bundesverband, deutlich, dass die Zukunft der Pflege nur mit besseren regionalen Konzepten gelingen kann. Sie zeigt auch, warum Caring Communties für Pflegebedürftige immer wichtiger werden. In einem Kurzinterview erläutert Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, wie regionale Lösungen entstehen und warum eine enge Zusammenarbeit aller Akteure nötig ist. Brandenburgs Sozialministerin Ursula Nonnemacher beschreibt in einem Statement, wie Kommunen mit vernetzten Hilfen und alltagsnahen Angeboten gute Pflege zu Hause ermöglichen. 

Mehr Miteinander

G+G Spezial 01/2023: Pflege und Kommunen

Leistungsrecht der Pflegeversicherung vereinfachen

Das Leistungsrecht der Pflegeversicherung ist so komplex geworden, dass viele Betroffene ihre Ansprüche kaum noch verstehen. Die AOK will das ändern. Das Leistungsrecht soll klar, nachvollziehbar und flexibel sein sowie überall gleiche Chancen auf gute Pflege bieten. Dafür schlägt die AOK vor, starre Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aufzulösen und Leistungen in übersichtliche Budgets zu bündeln. Diese Budgets orientieren sich am Pflegegrad und können unabhängig vom Ort eingesetzt werden. So entstehen passgenaue Lösungen, weniger Bürokratie und mehr Entlastung für Pflegebedürftige und Angehörige.

Leistungsrecht der Pflegeversicherung neu gestalten

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