Lösungen entstehen vor Ort
Beim Pflegeforum der AOK Bayern diskutierten Politik, Wissenschaft und Praxis darüber, wie Pflege künftig organisiert werden kann. Die Pflegebevollmächtigte Katrin Staffler fordert mehr Selbstbestimmung für Betroffene, AOK-Chefin Dr. Irmgard Stippler starke regionale Netzwerke. Das Forum zeigte, wie dringend Veränderung ist und welche Lösungen bereits bereitstehen.
Beim Pflegeforum der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Bayern in Nürnberg ging es um nicht weniger als die Frage, wie Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… in Zukunft organisiert werden kann – lokal, digital und zugleich menschlich. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Praxis diskutierten vor rund 100 Gästen über innovative Ansätze: digitale Beratungsangebote, die Pflege-App Nui, robotische Assistenzsysteme wie Garmi und neue Wege, Pflegebedürftige wie Angehörige besser zu unterstützen. Mit dabei waren unter anderem die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), Geriatrieforscher Prof. Nils Lahmann von der Charité Berlin und Markus C. Müller von der Nui Care GmbH..
Den Menschen mehr Gestaltungsspielräume zurückgeben
Schon zu Beginn machte Staffler deutlich, wohin die Reise aus Sicht der Politik gehen muss. „Pflege muss so selbstbestimmt wie möglich und so verlässlich wie irgendwie geht organisiert sein“, sagte sie. Entscheidend sei, den Menschen mehr Gestaltungsspielräume zurückzugeben. „Die Pflegebedürftigen und ihre Familien wissen doch in den allermeisten Fällen selbst am besten, was sie brauchen“, betonte Staffler. Ziel einer Reform müsse es sein, diese Individualität abzubilden und starre Sektorengrenzen abzubauen: „Momentan versuchen wir, die Pflegebedürftigen in ein System zu stopfen, das künstliche Grenzen aufgebaut hat. Diese Grenzen müssen wir ein Stück weit einreißen.“
„Wir müssen vor Ort wirklich die Netzwerke bilden und die Versorgung miteinander gestalten. Nur so können wir die Angehörigen und die Pflegenden gut unterstützen.“
Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern
Regionen müssen die Versorgung gestalten
Im Zentrum des Forums stand aber auch die Rolle der AOK Bayern. Vorstandsvorsitzende Dr. Irmgard Stippler machte deutlich, wie groß der Handlungsdruck ist – und welche Verantwortung die Regionen tragen. „Wir müssen vor Ort wirklich die Netzwerke bilden und die Versorgung miteinander gestalten. Nur so können wir die Angehörigen und die Pflegenden gut unterstützen“ Digitalisierung sieht sie dabei als Möglichkeit, um pflegende und gepflegte Menschen zu entlasten und Ressourcen gezielter einzusetzen. Gleichzeitig warnte sie vor zu großen Erwartungen an Technik allein: „Bei aller Digitalisierung, bei allen Rahmenbedingungen, die geschaffen werden müssen für eine Flexibilisierung und Finanzierung, ist der Schlüssel, dass wir die Strukturen schaffen, damit die Pflege demografiefest wird.“