Versorgung effizienter machen
Das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen schafft Voraussetzungen für eine stärker datenbasierte Versorgung. Die elektronische Patientenakte nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Das Gesundheitssystem in Deutschland ist komplex. Zu viele Zugangsmöglichkeiten erschweren die Antwort auf die Frage: Wo bin ich mit meinen Beschwerden richtig aufgehoben? Erste Lichtblicke finden sich im Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… (GeDIG). Digitale Instrumente sollen zukünftig mehr Orientierung bieten und die Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… stärken. So ebnet das GeDIG den Weg für eine standardisierte und strukturierte digitale Bedarfsabschätzung, die sowohl für die Patientensteuerung in der Notfall In Notfällen gewährleistet der Rettungsdienst lebensrettende Maßnahmen und den Transport kranker und… - und Akutversorgung als auch in einem künftigen Primärversorgungssystem von elementarer Bedeutung ist.
Dreh- und Angelpunkt für die Versicherten bleibt die elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… (ePA). Patienten erhalten über die ePA-Apps der Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… einen zusätzlichen digitalen Einstieg in die Versorgung. Das angestrebte Ziel: Versicherte sollen von einer digitalen Versorgungskette profitieren - über eine bundesweit einheitliche, standardisierte Ersteinschätzung, hin zur direkten Terminvereinbarung in die passende Versorgungsebene. Weitere Features wie die elektronische Überweisung und die Möglichkeit, ergänzende Komfort- und Personalisierungsfunktionen zu nutzen, erschaffen ein eigenes Ökosystem rund um die ePA. „Der digitale Weg in die Versorgung bietet viele Chancen, um sich im Krankheitsfall schnell zu orientieren“, erklärt Bernd Marchlowitz, Unternehmensbereichsleiter Versorgung bei der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… NordWest. „Das wird zu einer Steigerung der Effizienz im Gesundheitssystem führen.“
„Der digitale Weg in die Versorgung bietet viele Chancen, um sich im Krankheitsfall schnell zu orientieren. Das wird zu einer Steigerung der Effizienz im Gesundheitssystem führen.“
Unternehmensbereichsleiter Versorgung bei der AOK NordWest
Das GeDIG setzt zudem auf eine bessere Nutzung der Versorgungs- und Gesundheitsdaten, unter anderem zur frühzeitigen Erkennung individueller Gesundheitsrisiken. Davon können die Versicherten unmittelbar profitieren, meint Marchlowitz: „Die Datennutzung ermöglicht es uns in Zukunft, Präventionsangebote zielgerichtet an unsere Versicherten zu adressieren. Chronischen Krankheiten, wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kann so aktiv vorgebeugt werden.“ Auch die geplanten Reallabore befürwortet er: „Sie ermöglichen uns, innovative Formen der Datennutzung zu erproben und evidenzbasiert weiterzuentwickeln.“ Darüber hinaus können Versicherte mit ihrer Einwilligung weitere Daten aus der ePA sowie zusätzliche Informationen – zum Beispiel getrackt durch Wearables – zur Verfügung stellen. Diese ermöglichen erweiterte Auswertungsoptionen, um individuelle Gesundheitsrisiken zu erkennen und gezielte Versorgungsangebote zu empfehlen.
Doch nur wenn die innovativen Anwendungen eine breite Akzeptanz im Gesundheitswesen erfahren, können sie ihr volles Potenzial entfalten. Einen positiven Beitrag soll die digitale Impfübersicht leisten, welche in die ePA integriert wird. Auch anstehende Impfungen Aufgrund des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes sind Leistungen für bestimmte Schutzimpfungen seit dem… entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission sollen perspektivisch aufgeführt sein. Aber: Die Impfübersicht basiert auf den Abrechnungsdaten der Krankenkassen und erfasst somit nicht alle Impfungen. Sämtliche Impfungen, die beispielsweise durch Betriebsärzte oder Gesundheitsämter durchgeführt wurden, sind nicht mit aufgelistet. „Wir fordern deshalb, diese Lücke durch einen digitalen Impfpass zu schließen“, so Marchlowitz.
Das Gesetz habe das Potenzial, die Versorgungsabläufe effizienter zu gestalten. Das helfe am Ende nicht nur den Versicherten, sondern auch den Leistungserbringenden sowie den Krankenkassen. Wichtig dabei sei, dass die notwendigen Daten taggleich in strukturierter und interoperabler Form zur Verfügung stehen, so Marchlowitz.