Pressemitteilung

Norovirus-Infektionen in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

06.02.2026 AOK NordWest 4 Min. Lesedauer

Besonders für Kinder und Senioren können Erreger gefährlich werden

Eine Frau, der es sichtbar nicht gut geht, liegt auf einem Sofa, halb zugedeckt mit einer Strickdecke und mit einer Wärmflasche auf dem Bauch, die in einer bunt karierten Schutzhülle steckt.
Noroviren verursachen Übelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle. Sie verbreiten sich von Mensch zu Mensch oder über verunreinigte Gegenstände.

Dortmund. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Norovirus-Infektionen weiter gestiegen. Das teilte heute die AOK NordWest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit. Danach wurden im Jahr 2025 in NRW insgesamt 17.064 Fälle gemeldet, davon 8.880 Fälle in Westfalen-Lippe. Im Vorjahr waren es 16.138 Fälle in NRW und 8.651 Fälle in Westfalen-Lippe. „Noroviren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Durchfallerkrankungen verantwortlich. Besonders für Kinder und ältere Menschen können die Erreger gefährlich werden. Da es keine Impfung gegen Noroviren gibt, ist es umso wichtiger, bestimmte Hygieneregeln zu beachten, die vor den Erregern schützen können“, sagt AOK-Chef Tom Ackermann.

„Besonders für Kinder und ältere Menschen können die Erreger gefährlich werden.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Bei Magen-Darm-Erkrankungen viel trinken

Noroviren sind für einen Großteil der nicht-bakteriellen Durchfallerkrankungen verantwortlich. Sie verursachen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Betroffene fühlen sich schwach und matt, haben oft Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen, gelegentlich leichtes Fieber. Dann heißt es: Bettruhe einhalten, viel trinken und sich mit Schonkost begnügen. Damit ist die Infektion nach ein bis zwei Tagen meistens überstanden. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen. Sie können bei länger anhaltenden Durchfällen Kreislaufprobleme bekommen, weil sie über geringere Flüssigkeitsreserven verfügen. Bei Durchfall und Erbrechen ist es daher wichtig, viel zu trinken. Um den Verlust von Salzen auszugleichen, sollte auf eine leicht verdauliche Nahrung mit ausreichender Salzzufuhr geachtet werden. Außerdem kann gegebenenfalls der Einsatz von sogenannten Elektrolyt-Ersatzlösungen aus der Apotheke Den Apotheken als Gewerbebetrieben für die Zubereitung und den Verkauf von Arzneimitteln ist durch… sinnvoll sein. 

Übertragung von Mensch zu Mensch

Infektionen mit Noroviren können das ganze Jahr über auftreten, wobei ein saisonaler Gipfel häufig in den Monaten Oktober bis März zu beobachten ist. Sie können von Mensch zu Mensch, über verunreinigte Gegenstände, aber auch über Lebensmittel übertragen werden. Über Stuhl und Erbrochenem scheiden die Erkrankten die Viren aus, die dann hauptsächlich über eine Schmierinfektion von Mensch zu Mensch oder verunreinigte Gegenstände übertragen werden. Im Rahmen eines schwallartigen Erbrechens können die Erreger auch über die Luft durch kleine Tröpfchen übertragen werden. 

Hände waschen schützt

Um niemanden anzustecken, sollten die Betroffenen deshalb bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome möglichst abgeschirmt bleiben. Das heißt, Kontakte mit anderen Menschen auf ein Minimum reduzieren, eigene Handtücher und Hygieneartikel nutzen, wenn möglich auch eine eigene Toilette. Und: Kein Essen für andere zubereiten, weil die Erreger auch an Lebensmitteln haften bleiben können. Auch auf Türklinken, Toilettensitzen, Treppengeländern, Handtüchern, Wasserhähnen und sogar Kleidungsstücken bleiben sie viele Tage lang infektiös. Eine grundlegende Hygienemaßnahme ist, sich die Hände immer wieder zwischendurch gründlich mit Seife zu waschen und eventuell ein wirksames Desinfektionsmittel gegen Noroviren zu verwenden. Das RKI Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für… empfiehlt Produkte in der Wirkkategorie ‚begrenzt viruzid PLUS‘. 

Hygiene auch bei Lebensmitteln

Auch Lebensmittel können mit Noroviren belastet sein und zu einer Ansteckung führen: Obst und Salat sollten daher gründlich gewaschen, gesäubert und geschält werden. Bereits zubereitete warme Gerichte vor dem Verzehr gut erhitzen oder einmal aufkochen lassen. Benutztes Besteck und Geschirr mit heißem Wasser und Spülmittel abschrubben oder ein entsprechendes Programm für die Geschirrspülmaschine auswählen. Räume regelmäßig lüften und bei der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… eines Erkrankten sowie bei Reinigungsarbeiten Einmalhandschuhe und Einmaltücher verwenden. Benutzte Wäsche bei mindestens 60 Grad waschen.

Die Hygieneregeln sind auch dann noch zu beachten, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Denn die Viren werden in der Regel noch bis zu 14 Tage nach einer akuten Erkrankung mit dem Stuhl ausgeschieden. 

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest