Pressemitteilung

Krankschreibungen wegen Long-COVID/Post-COVID in Schleswig-Holstein: Wenige Betroffene, dafür lange Ausfallzeiten

14.09.2022 AOK NordWest 2 Min. Lesedauer

Erkrankte Beschäftigte fehlen im Durchschnitt mehr als sieben Wochen an ihrem Arbeitsplatz

Frau fasst sich an die Stirn.
Von den seit Pandemiebeginn erkrankten erwerbstätigen AOK-Versicherten in Schleswig-Holstein waren in Folge 2,6 Prozent aufgrund einer Long- oder Post-COVID-Symptomatik arbeitsunfähig.

Kiel. Seit Pandemiebeginn ist in Schleswig-Holstein jeder sechste durchgängig erwerbstätige AOK-Versicherte im Zusammenhang mit einer akuten COVID-19-Erkankung am Arbeitsplatz ausgefallen. Das hat eine aktuelle Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ergeben. In der Folge waren 2,6 Prozent dieser Personen aufgrund einer Long- oder Post-COVID-Symptomatik arbeitsunfähig. Das entspricht etwa 0,5 Prozent aller erwerbstätigen AOK-Versicherten. Auf Bundesebene lag der Wert bei allen AOK-versicherten hingegen fast doppelt so hoch bei 0,9 Prozent. Während eine akute COVID-19-Infektion mit durchschnittlich 8,5 krankheitsbedingten beruflichen Ausfalltagen in Schleswig-Holstein verbunden war, sind es bei Beschäftigten mit einer anschließenden Long- oder Post-COVID-Symptomatik mehr als sieben Wochen (50,5 Tage). Insgesamt fielen die bei der AOK NordWest versicherten Erwerbstätigen wegen Long- oder Post-COVID im bisherigen Pandemieverlauf an 44.153 Tagen aus. „Da aktuell nur wenig über die COVID-bedingten Langzeitfolgen bekannt ist, sollte weiterhin gelten, sich und andere bestmöglich vor einer COVID-19-Infektion zu schützen“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Über den gesamten Pandemiezeitraum hinweg zeigte sich in der WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… -Auswertung, dass die weiblichen AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -versicherten Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein häufiger von Long- oder Post-COVID betroffen waren als die Männer. Dabei fielen bei den Frauen 25.617 AU-Tage, bei den Männern 18.536 Tage an. Der Altersdurchschnitt bei den an Long- oder Post-COVID weiblichen Erkrankten betrug 48,4 Jahre, bei den Männern 51,2 Jahre.

Die Bezeichnung Long-COVID umfasst aktuell ein breites Spektrum körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen in der Folge einer akuten COVID-19-Infektion. Ein einheitliches Krankheitsbild lässt sich bis dato nicht eingrenzen. Beeinträchtigungen, die über vier Wochen bis maximal zwölf Wochen nach einer Infektion andauern, werden nach aktueller Definition der Weltgesundheitsorganisation Die WHO ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die als Koordinationsbehörde der… als Long-COVID bezeichnet. Länger anhaltende Beeinträchtigungen werden als Post-COVID definiert.

Um beide Folgen einer akuten COVID-19-Infektion abzubilden, beinhaltet die vorliegende Auswertung des WIdO gemäß den obenstehenden Definitionen sowohl das Long- als auch das Post-COVID-Syndrom. Ausgewertet wurden die entsprechenden Diagnosecodes, die ab Ende 2020 sukzessive eingeführt und damit auch in den arbeitsunfähigkeitsauslösenden Diagnosen dokumentiert wurden sowie AU-Fälle mit dokumentierter Akut-COVID-19-Diagnose, die länger als 28 Tage andauerten.

Kardiale, neurologische, psychische oder weitere Folgeerkrankungen nach einer COVID-19-Erkrankung, die nicht als Long- oder Post-COVID klassifiziert wurden, blieben unberücksichtigt.

2 passende Downloads

  • Pressemitteilung vom 14.09.2022 als PDF

    Format: PDF | 62 KB

  • Foto: Long-COVID/Post-COVID

    Format: JPG | 149 KB | 2332 × 1498 px

    Lizenz: Dieses Angebot (Foto, MP3, PDF...) darf für private und kommerzielle nicht-werbliche Zwecke und in sozialen Medien genutzt werden. Bitte geben Sie die Quellenangabe an.

Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest