forsa-Umfrage im Norden: Bei Online-Recherche zu Gesundheitsthemen viel Verunsicherung
AOK führt neues Qualitätssiegel für fachgeprüfte Inhalte ein
Kiel. Eine große Mehrheit (86 Prozent) der Menschen in Schleswig-Holstein nutzen das Internet für die Recherche zu Gesundheitsthemen. Gleichzeitig führt die Online-Suche nach Krankheitssymptomen, Behandlungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten bei fast einem Drittel (28 Prozent) der Befragten zu Verunsicherung. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK NordWest. Um das Vertrauen in Gesundheitsinformationen zu stärken und die fachliche Kompetenz zu bescheinigen, hat die AOK nun ein Qualitätssiegel eingeführt. „Mit diesem Siegel garantieren wir, dass Gesundheitsinformationen auf unseren AOK-Kanälen vorab von Fachpersonen inhaltlich auf Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft wurden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann bei der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse.
„Gesundheitsinformationen aus dem Internet sorgen aus unterschiedlichen Gründen leider häufig für Verunsicherung.“
Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest
Online-Recherche in mehreren Quellen
Wenn Bürgerinnen und Bürger online nach Gesundheitsinformationen recherchieren, nutzen 92 Prozent mehr als nur eine Quelle. Fast zwei Drittel unter ihnen (63 Prozent) empfinden die gefundenen Informationen häufig als widersprüchlich und jeder Zweite (51 Prozent) zweifelt an der Richtigkeit. Für fast ein Fünftel (18 Prozent) geht die Online-Recherche nach hinten los: Sie fühlen sich danach unwissender als zuvor. 31 Prozent der Befragten, die zum Thema Gesundheit im Internet gesucht haben, sind außerdem schon einmal auf Informationen gestoßen, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.
Schwierigkeiten, verlässliche Quellen zu finden
„Gesundheitsinformationen aus dem Internet sorgen aus unterschiedlichen Gründen leider häufig für Verunsicherung. So haben 28 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein Probleme damit, vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen zu finden“, erklärt AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Vorstandschef Tom Ackermann. Drei Viertel dieser verunsicherten Personen (72 Prozent) fällt es schwer, verlässliche Quellen zu erkennen. Zwei von drei Personen (64 Prozent) vermuten zudem, dass die Suchergebnisse kommerziell beeinflusst sind oder wirken. Zwei Drittel (68 Prozent) sagen, es sei oft unklar, ob die Online-Informationen wissenschaftlich überprüft worden seien. Fast die Hälfte der Befragten (42 Prozent) gibt an, dass ihnen Fachwissen fehle, um die Informationen einzuordnen.
’AOK-Fachprüfungsstempel‘ sorgt für Transparenz
„Wir nehmen die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Menschen in der digitalen Welt ernst und wollen sie in diesem Informationsdschungel nicht allein lassen. Daher haben wir uns für die Einführung eines Qualitätssiegels entschieden“, so Ackermann. Seit Ende 2025 werden von Expertinnen und Experten geprüfte medizinische Inhalte auf allen AOK-Kanälen mit dem „AOK-Fachprüfungsstempel“ gekennzeichnet. Das AOK-Engagement kommt zum richtigen Zeitpunkt: 62 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein würden die Einführung von Kennzeichen zur Qualitätsprüfung bei Gesundheitsinformationen begrüßen. 81 Prozent halten ein solches Kennzeichen für besonders vertrauenswürdig, wenn es von einer gesetzlichen Krankenkasse stammt. Noch größer ist das Vertrauen (je 88 Prozent), wenn ärztliche Fachgesellschaften und Universitäten dahinterstehen.
Junge Leute nutzen Künstliche Intelligenz
Die aktuelle Studie liefert auch Ergebnisse zu der Frage, wie oft in Schleswig-Holstein bei der Suche nach Gesundheitsinformationen bereits auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen wird. Laut Selbsteinschätzung nutzen 20 Prozent der Befragten Suchergebnisse, die mithilfe künstlicher Intelligenz generiert wurden. Bei jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ist dies deutlich häufiger der Fall (39 Prozent) als in der Generation 60 plus (9 Prozent). Das könnte auch mit dem Vertrauen in die moderne Technik zu tun haben, denn hier zeigen sich ähnliche Unterschiede: 23 Prozent der Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren vertrauen der künstlichen Intelligenz als Quelle für Gesundheitsinformationen, von den über 60-Jährigen tun dies jedoch nur sieben Prozent. „Die Nutzung von künstlicher Intelligenz wird auch im Kontext Gesundheit weiter zunehmen. Dennoch ist es wichtig, auch Informationen der KI weiterhin kritisch zu hinterfragen“, so Ackermann.
Zur Umfrage
Die repräsentative forsa-Umfrage erfolgte im Auftrag der AOK NordWest. Zwischen dem 18. Dezember 2025 bis 17. Januar 2026 wurden 758 zufällig ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Schleswig-Holstein online befragt.
Hinweise Tipps zur Online-Suche nach Gesundheitsinformationen:
- Achten Sie bei der Suche nach Gesundheitsinformationen darauf, dass die Quellen seriös sind. Zu den ersten Anlaufstellen gehören Ärzte und Ärztinnen und anderes medizinisches Fachpersonal, Informationen/Webseiten von Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… , Informationsangebote von staatlichen Institutionen und Gesundheitsportale von unabhängigen Instituten oder auch die Leitlinien werden definiert als systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Ärzte und Patienten, die eine… der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften.
- Erkennen Sie in 60 Sekunden, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist: Achten Sie auf das Impressum, Aktualisierungsdatum, klare Quellenangaben, Verlinkung auf Leitlinien/Studien, Qualitätssiegel wie den AOK-Fachprüfungsstempel, die Qualifikation der Autorinnen und Autoren sowie mögliche Interessenkonflikte. Möchte die Webseite, auf der Sie suchen Ihnen etwas verkaufen? Dann beeinflusst das wahrscheinlich die Empfehlungen, die sie Ihnen gibt.
- Nutzen Sie KI, um sich medizinische Begriffe, Fachwörter und Zusammenhänge erklären zu lassen. Bei komplizierten Sachverhalten empfiehlt es sich jedoch, vor einer Entscheidung die Fachmeinung eines Arztes oder einer Ärztin einzuholen.
- Widerspruch = Warnsignal: Wenn Sie bei einer Recherche auf starke Widersprüche treffen, fragen Sie medizinisches Fachpersonal, das sich mit dem Thema auskennt.
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Grafik: Einschätzung zu Gesundheits-Labeln in Schleswig-Holstein
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