Pressemitteilung

Ministerin Aminata Touré und AOK-Landesdirektorin Iris Kröner eröffnen ‘Woche der pflegenden Angehörigen’

14.09.2026 AOK NordWest 5 Min. Lesedauer
Fünf Frauen stehen nebeneinander vor blauem Hintergrund.
Eröffneten heute gemeinsam die landesweite 'Woche der pflegenden Angehörigen' bei NAH.SH in Kiel (v.l.): Birgit Austen (Geschäftsführerin NAH.SH GmbH), Nicole Knudsen (Verein wir pflegen SH e.V.), Sozialministerin Aminata Touré, Kaja Lipfert, Pflege-Guide in Ausbildung (NAH.SH GmbH) und Iris Kröner, Mitglied des Vorstandes der AOK NordWest.

KIEL. Mehr als 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Schleswig-Holstein werden zu Hause versorgt – überwiegend von Familienmitgliedern, Freunden oder Nahestehenden. Für pflegende Angehörige ist die Vereinbarkeit von Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… und Beruf dabei eine besondere Herausforderung. Die vom Sozialministerium geförderte „Woche der pflegenden Angehörigen“ macht in diesem Jahr zum dritten Mal auf die Situation pflegender Angehöriger aufmerksam und informiert über Unterstützung, Beratung und Entlastungsmöglichkeiten. Zum Auftakt informierte sich Sozialministerin Aminata Touré heute bei der NAH.SH über das Pilotprojekt „Pflege-Guides“.

 

„Beruf und Pflege lassen sich oft nur schwer unter einen Hut bringen. Die betrieblichen Pflege-Guides können in dieser Situation die Beschäftigten konkret entlasten.“

Iris Kröner

Mitglied des Vorstandes der AOK NordWest

„Viele Menschen übernehmen Verantwortung für die Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen und stehen gleichzeitig mitten im Berufsleben. Sie organisieren Arzttermine, unterstützen im Alltag, koordinieren die ambulante Pflege und sind für ihre Angehörigen da. Diesen Spagat täglich zu meistern und dabei die Anforderungen des eigenen Arbeitsplatzes und der beruflichen Entwicklung im Blick zu behalten, ist eine riesige Herausforderung. Mit der ‚Woche der pflegenden Angehörigen‘ wollen wir diese wichtige und herausfordernde Aufgabe sichtbar machen. Außerdem soll sie einen Überblick über konkrete Unterstützungs- und Entlastungsangebote geben“, sagte Touré.

„Die bisherigen Vorschläge des Bundes für eine Pflegereform waren ein Schlag ins Gesicht für pflegende Angehörige. Es ist gut, dass das auch der neue Bundesgesundheitsminister Linnemann erkannt hat und die vorgesehenen Kürzungen bei den Rentenpunkten zurücknehmen will. Diesen kleinen Schritt in die richtige Richtung muss der Minister jetzt unbedingt weitergehen und eine Pflegereform auf den Weg bringen, die echte Entlastungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen bedeutet“, so die Ministerin weiter: „Auf Landesebene machen wir im September eine Veranstaltung, um dieses wichtige Thema mit Betroffenen und Interessierten weiter zu diskutieren.“

Im Rahmen der „Woche der pflegenden Angehörigen“ finden in dieser Woche mehr als 100 Veranstaltungen in ganz Schleswig-Holstein statt. Das Programm umfasst unter anderem Vorträge, Informationsveranstaltungen, Beratungsangebote und Gesprächsrunden. Im Mittelpunkt des Auftakts steht in diesem Jahr die Frage, wie Pflege, Beruf und selbstbestimmtes Leben besser miteinander vereinbart werden können.

Dazu informierte sich Ministerin Touré bei der NAH.SH über das von der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… NordWest finanzierte Pilotprojekt „Pflege-Guides“. Betriebliche Pflege-Guides sind Beschäftigte, die sich als Ansprechpersonen für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege qualifizieren. Häufig tritt die Pflegebedürftigkeit Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) vom 27. November 2015 wurde der Begriff der… eines Angehörigen unvermittelt ein und die betroffenen Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen stehen vor großen Herausforderungen. Pflege-Guides können ihnen eine erste Orientierung geben, über betriebliche und gesetzliche Unterstützungsmöglichkeiten informieren und bei der Suche nach individuellen Lösungen unterstützen. Die Qualifizierung der betrieblichen Pflege-Guides in Schleswig-Holstein wird von der AOK NordWest organisiert. Das Pilotprojekt richtet sich an die Unternehmen im ganzen Land, um für pflegende Beschäftigte eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu erreichen.

„Beruf und Pflege lassen sich oft nur schwer unter einen Hut bringen. Die betrieblichen Pflege-Guides können in dieser Situation die Beschäftigten konkret entlasten. Sie geben den Kolleginnen und Kollegen eine erste Orientierung im Umgang mit der Pflegesituation und leiten Informationen über externe Hilfs- und regionale Beratungsnetze weiter. Sie informieren über Vereinbarkeitsangebote im Unternehmen, geben einen Überblick über gesetzliche Regelungen und unterstützen pflegende Beschäftigte bei individuellen Lösungen zum Aufbau eines tragfähigen Pflegearrangements im privaten Umfeld“, sagte Iris Kröner, Mitglied des Vorstandes der AOK NordWest.

Auch Nicole Knudsen vom Verein wir pflegen SH e.V. unterstrich die Bedeutung besserer Rahmenbedingungen für pflegende Angehörige: „Die durchschnittliche Pflegezeit Die 2008 mit dem Pflegezeitgesetz eingeführte Pflegezeit ermöglicht es Beschäftigten, sich für… ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen - auf inzwischen mehr als sieben Jahre. Die Hauptpflegepersonen sind dabei Frauen, fast 70 Prozent der Pflegenden sind unter 64 Jahre alt und somit in einem erwerbsfähigen Alter. Doch durch die Pflege sind Angehörige schon jetzt durch reduzierte Erwerbstätigkeit, damit einhergehende Einkommensverluste und geringere Rentenansprüche überdurchschnittlich häufig von Armut bedroht. Eine mangelnde Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wird somit auch ökonomisch für die Familien zur Schlüsselfrage.“

NAH.SH-Mitarbeiterin Kaja Lipfert lässt sich in dieser Woche schulen. Zwei Tage dauert die Qualifizierung, danach kann sie als Pflege-Guide starten. NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen betonte: „Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für uns ebenso Teil einer modernen Unternehmenskultur wie Vielfalt und Chancengleichheit. Pflege sollte selbstverständlich von Menschen aller Geschlechteridentitäten getragen werden. Dafür braucht es Arbeitsbedingungen, die die Übernahme von Pflegeverantwortung ermöglichen, ohne berufliche Perspektiven einzuschränken. Mit der Qualifizierung eines betrieblichen Pflege-Guides möchten wir dazu beitragen, dass Mitarbeitende in dieser herausfordernden Lebensphase frühzeitig Orientierung und Unterstützung erhalten.“

Die „Woche der pflegenden Angehörigen“ wird vom Verein wir pflegen SH organisiert und durch das Forum Pflegegesellschaft und das Kompetenzzentrum Demenz unterstützt. Das Sozialministerium fördert die Aktionswoche in diesem Jahr mit rund 40.000 Euro. Sie ist eine Maßnahme aus dem Maßnahmenpaket zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung in Schleswig-Holstein des Landespflegeausschusses.

Weitere Informationen und alle Termine: www.woche-der-pflegenden-angehoerigen-sh.de.

Informationen zur Pflegeveranstaltung des Sozialministeriums: schleswig-holstein.de - Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung - Pflegende Angehörige und die Zukunft der Pflege - was muss sich jetzt ändern?

2 passende Downloads

  • Gemeinsame Pressemitteilung vom 14.09.2026 als PDF

    Format: PDF | 181 KB

  • Foto: 'Woche der pflegenden Angehörigen' in Schleswig-Holstein

    Format: JPG | 2 MB | 2953 × 1829 px

    Lizenz: Dieses Bild darf nur für private und kommerzielle (nicht werbliche!) Zwecke und nur im Zusammenhang mit der nebenstehenden Berichterstattung auch in den sozialen Medien genutzt werden. Bitte geben Sie folgende Quelle (Copyright) an: Gahrens/AOK/hfr.

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest