Pressemitteilung

Ausgaben für Antidiabetika in Westfalen-Lippe steigen auf fast 286 Millionen Euro

10.11.2022 AOK NordWest 2 Min. Lesedauer

Weniger Insulin, dafür neue Therapieoptionen für Typ-2-Diabetiker

Einem Patienten wird ein Blutzuckermessgerät an den Finger gehalten.
Die Ausgaben für blutzuckersenkende Präparate sind in Westfalen-Lippe weiter gestiegen. Grund sind neue Therapieoptionen für Typ-2-Diabetiker.

Dortmunde. In Westfalen-Lippe steigen die Ausgaben für blutzuckersenkende Präparate auch in 2021 weiter an. Die Ausgaben für so genannte Antidiabetika betrugen nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest auf Basis von Zahlen des GKV-Spitzenverbandes 285,9 Millionen Euro. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 6,3 Prozent. Besonders auffällig ist der Kostenanstieg bei blutzuckersenkenden Wirkstoffen, die speziell bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt werden. Wurden Typ-2-Diabetiker früher relativ schnell mit Insulin behandelt, geht der Trend jetzt zu neuen Therapieoptionen. Dafür stellten die niedergelassenen Ärzte in 2021 für alle gesetzlich Krankenversicherten im Land Rezepte im Wert von 168,2 Millionen Euro aus. Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr um 17,9 Prozent (142,6 Millionen Euro). „Auffällig ist eine Verschiebung der Verordnungen bei Typ-2-Diabetikern von Insulinpräparaten zu neuen Wirkstoffen mit höheren Kosten“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann anlässlich des Welt-Diabetestages am 14. November.

Zu den Therapieoptionen für Diabetiker gehören neue Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren. Diese vermindern die Rückresorption der Glucose in der Niere und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. GLP-1-Analoga ahmen ein körpereigenes Hormon nach. Beide Therapien bieten durch zusätzliche Insulin-unabhängige Wirkmechanismen eine gute weitere Therapieoption des Typ 2-Diabetes.

Von Typ-2-Diabetes sind in Westfalen-Lippe mehr als 710.000 Menschen betroffen. Über 50 Prozent der Betroffenen sind über 70 Jahre alt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an der sogenannten ‚Zuckerkrankheit‘ zu erkranken deutlich an. „Das Alter ist einer der bestimmenden Risikofaktoren für die Entwicklung der Erkrankung“, sagt AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann. Dabei fällt auf, dass über alle Altersgruppen hinweg Männer häufiger an Diabetes Typ 2 erkranken als Frauen.

Die Ursachen für Diabetes mellitus Typ 2 sind komplex: Neben einer genetischen Disposition gehören Übergewicht und mangelnde Bewegung zu den größten Risikofaktoren. „Wir können die Erkrankung nur wirksam bekämpfen, wenn es uns gelingt, die Menschen vor dem Auftreten einer Erkrankung zu schützen. Geeignetes Mittel sind vor allem Lebensstiländerungen wie ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung und der Abbau von Übergewicht“, so Ackermann. Experten gehen davon aus, dass sich dadurch mehr als 50 Prozent der Diabetes-Erkrankungen verhindern ließen. Um das zu erreichen, hilft die AOK NordWest ihren Versicherten mit speziellen Angeboten im Rahmen ihres Kursprogramms ‚Gesund leben‘ und mit dem Online-Coach Diabetes.

„Die Lebensqualität der Betroffenen ist oft erheblich eingeschränkt. Häufig treten Nierenschädigungen, Erblindungen oder Amputationen als diabetesbedingte Komplikationen auf“, so Ackermann. Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle können dazu führen, dass Patienten frühzeitig versterben. Daher engagiert sich die AOK NordWest seit Jahren für eine bessere und strukturierte medizinische Versorgung von Typ-2-Diabetikern in Westfalen-Lippe. So ist beispielsweise das Disease-Management-Programm (DMP) ‚AOK-Curaplan‘ für Diabetiker ein fester Bestandteil der Versorgung. Im DMP werden die Patienten auf der Grundlage wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse behandelt. Dabei koordiniert der behandelnde Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… die gesamte Behandlung und legt gemeinsam mit dem Patienten Therapieziele fest – abgestimmt auf die persönliche Lebenssituation des Patienten und seines Gesundheitszustandes.

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest