Statement

Statement von Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, für eine starke Primärversorgung

17.03.2026 AOK Nordost 3 Min. Lesedauer

"Primärversorgung ist der Schlüssel zu einem Gesundheitssystem, das sich endlich konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientiert."

Zum ersten GKV-Tag des Jahres 2026 ein Statement für eine starke Primärversorgung Unter Primärversorgung wird die gesundheitliche Grundversorgung und Beratung verstanden, in der auch… von Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Nordost

Eine konsequent gestärkte Primärversorgung würde mehrere Probleme gleichzeitig lösen: Sie macht Versorgung verständlicher und koordinierter, sie reduziert unnötige Doppeluntersuchungen und sie verkürzt Wartezeiten auf Facharzttermine. Gleichzeitig stärkt sie Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… und die kontinuierliche Betreuung chronisch kranker Menschen – zwei Bereiche, die in einer alternden Gesellschaft immer wichtiger werden.

Damit das gelingt, brauchen wir jetzt den politischen Mut, Primärversorgung strukturell neu zu denken. Dazu gehören mehr Gestaltungsspielräume für regionale Versorgungsmodelle, eine verlässliche Finanzierung innovativer Teamstrukturen und eine konsequente digitale Vernetzung aller Beteiligten.

Unser Gesundheitssystem bietet ganz überwiegend medizinisch eine hervorragende Qualität ist ein zentrales Versorgungsziel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Im Rahmen der… . Doch für viele Patientinnen und Patienten fühlt sich der Weg dorthin unnötig kompliziert an. Zu viele Menschen verlieren sich im System, warten monatelang auf Facharzttermine oder landen mit kleinen gesundheitlichen Problemen in der Notaufnahme. Das ist weder effizient noch patientengerecht.

Eine moderne Primärversorgung kann das ändern – und sie muss es auch.

Die Idee ist klar: Eine gut erreichbare erste Anlaufstelle (telefonisch oder online) übernimmt die Koordination der Versorgung und begleitet Patientinnen und Patienten durch das Gesundheitssystem. Hausärztliche Praxen entwickeln sich zu echten Primärversorgungsteams, in denen Ärztinnen und Ärzte, Pflegefachkräfte, Physician Assistants und weitere Gesundheitsberufe eng zusammenarbeiten. Diese Teams verbessern die Erreichbarkeit, entlasten Ärztinnen und Ärzte und nutzen die Kompetenzen aller Gesundheitsberufe deutlich besser.

Primärversorgung wird so zur Steuerungsinstanz im System.

Denn viele Menschen erleben das Gesundheitssystem heute als unübersichtlich: verschiedene Anlaufstellen, lange Wartezeiten, doppelte Untersuchungen und fehlende Koordination. Eine starke Primärversorgung kann genau hier Ordnung schaffen. Sie gibt Orientierung, koordiniert Behandlungswege und sorgt dafür, dass medizinische Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden.

Dass dieses Modell funktioniert, zeigen viele Länder längst. In Norwegen oder Finnland zum Beispiel steuert die Primärversorgung den Zugang zum Gesundheitssystem. Patientinnen und Patienten erhalten schneller die passende Behandlung, während interprofessionelle Teams und digitale Strukturen den gesamten Prozess unterstützen.

Auch für Deutschland liegt hier eine große Chance.

Digitale Instrumente wie die elektronische Patientenakte Mit der ePA können Patientinnen und Patienten sowie die an Ihrer Behandlung beteiligten Ärztinnen… , digitale Ersteinschätzungen oder eine intelligente Terminvermittlung müssen endlich flächendeckend genutzt werden – nicht als Zusatz, sondern als selbstverständlicher Bestandteil moderner Versorgung.

Primärversorgung ist damit weit mehr als eine organisatorische Reform. Sie ist eine der wichtigsten gesundheitspolitischen Weichenstellungen der kommenden Jahre. Und sie ist der Schlüssel zu einem Gesundheitssystem, das sich endlich konsequent an den Bedürfnissen der Menschen orientiert: verständlich, erreichbar und gut koordiniert.

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Dirk Becker

AOK Nordost