Daniela Teichert für eine verlässliche Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum
Anlässlich der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock speziell zum Thema einer verlässlichen Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ein Statement von Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost.
Die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum braucht keine weiteren kurzfristigen Modellprojekte, sondern verlässliche und dauerhaft tragfähige Strukturen.
Zahlreiche erfolgreiche Beispiele zeigen bereits heute, dass gute Versorgung insbesondere dort gelingt, wo regionale Netzwerke, multiprofessionelle Teams und eine verbindliche Koordination zusammenkommen. Eine moderne Primärversorgung darf deshalb nicht ausschließlich über klassische hausärztliche Strukturen gedacht werden.
Entscheidend ist vielmehr ein integrierter Ansatz mit einer engen Zusammenarbeit zwischen ambulanter Versorgung, Krankenhäusern, Pflege und Nachsorge, mit verbindlichem Case-Management und sektorenübergreifender Koordination, mit digitalen Lösungen, die Versorgung tatsächlich unterstützen und mit regionaler Verantwortung und einem klaren Regelwerk für Entscheidungen und Verantwortlichkeiten.
Gerade im ländlichen Raum übernehmen Patientinnen und Patienten noch immer zu häufig selbst die Organisation ihrer gesundheitlichen Versorgung. Das darf kein Dauerzustand bleiben.
Dabei gibt es bereits erfolgreiche Projekte. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, gute Ansätze systematisch in die Regelversorgung zu überführen und bundesweit skalierbar zu machen.
Die anstehenden Reformen im Krankenhausbereich, in der Pflege und bei der Digitalisierung müssen deshalb stärker miteinander verzahnt werden. Nur wenn Versorgung sektorenübergreifend gedacht wird, kann echte Versorgungskontinuität entstehen.
Die ländliche Gesundheitsversorgung braucht weniger Parallelstrukturen und mehr verbindliche Zusammenarbeit – nah an den Menschen und orientiert an ihrem tatsächlichen Versorgungsbedarf.