Pressemitteilung

Taxiverband gefährdet Versorgung schwer kranker Patienten in Mecklenburg-Vorpommern

24.03.2026 AOK Nordost 4 Min. Lesedauer

Krankenkassen unterbreiten Einzelverträge für Krankenfahrten

Gemeinsame Presseinformation der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen Die traditionellen Bundesverbände der gesetzlichen Krankenkassen (zum Beispiel AOK, BKK, IKK) sind… in Mecklenburg-Vorpommern (AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Nordost – Die Gesundheitskasse, vdek – Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern, BKK-Landesverband NORDWEST, IKK – Die Innovationskasse, Knappschaft Die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See fungiert als Renten-, Kranken- und… Regionaldirektion Hamburg und Sozialversicherung Die Sozialversicherung in ihrer heutigen Form geht auf die "Kaiserliche Botschaft" von 1881 und die… für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau)

Schwerin, 24. März 2026 - Die vertragsbeteiligten Landesverbände der Kranken- und Ersatzkassen Ersatzkassen waren ursprünglich privatrechtlich organisierte Versicherungsvereine auf… in Mecklenburg-Vorpommern haben dem Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes im Rahmen der Vergütungsverhandlungen mehrfach Angebote zur Vergütung Die Leistungserbringer im Gesundheitswesen werden nach unterschiedlichen Systemen vergütet. Die… von Krankenfahrten unterbreitet. Zuletzt gab es intensive Verhandlungen. Die Kassen haben ein deutlich verbessertes Angebot einer Erhöhung von durchschnittlich über zehn Prozent mit Startdatum 01.04.2026 unterbreitet. 

Leider sind diese Verhandlungen nun gescheitert. Der Verband war nicht bereit, ein tragfähiges Gegenangebot im Rahmen einer konstruktiven Verhandlung zu unterbreiten. Stattdessen plant der Verband nun offenbar Anfang April, Krankenfahrten im Rahmen von „Aktionstagen“ zu bestreiken. Damit würde er die Versorgung schwer kranker Menschen gefährden, welche die Krankenfahrten benötigen, um Arzttermine wahrnehmen zu können.

Wir fordern die Taxiunternehmerinnen und Taxiunternehmer auf, dem „Streikaufruf“ ihres Landesverbands nicht zu folgen und den Betroffenen, die nichts für das Scheitern der Verhandlungen können, den Transport zu den dringend erforderlichen Behandlungen zu gewährleisten. Mindestens die Hälfte der Unternehmen wird sich sicher nicht am Streik beteiligen.

Hintergrund: Die Krankenkassen Die 93 Krankenkassen (Stand: 01.01.26) in der gesetzlichen Krankenversicherung verteilen sich auf… und Ersatzkassen sahen sich durch das Verhalten des Landesverbandes des Taxi- und Mietwagengewerbes gezwungen, den Unternehmen in MV kasseneinheitliche Einzelvereinbarungen anzubieten, um die Versorgung ab dem 1. April sicherzustellen. Die Vergütungshöhe der Einzelvereinbarungen ist identisch mit dem jüngsten Angebot an den Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes. Bereits rund die Hälfte der Unternehmen in MV hat das Angebot angenommen.

Als gesetzliche Krankenkassen sind wir verpflichtet, verantwortungsvoll mit den uns anvertrauten Versichertengeldern umzugehen und so dem Ziel einer wieder langfristigen Beitragsstabilität zu entsprechen. Unser Angebot ist so ausgestaltet, dass es die Versorgung verlässlich absichert – ohne die Solidargemeinschaft unangemessen zu belasten. Damit tragen wir der wirtschaftlichen Situation der Unternehmen fair Rechnung und schaffen zugleich Planungssicherheit. 

Tom Forbrich, Bereichsleiter Verträge und Produkte, AOK Nordost: „Der Landesverband des Taxi- und Mietwagengewerbes gefährdet mit seinem demonstrativen Pokerspiel nicht nur die Versorgung von zum Teil lebensbedrohlich erkrankten Menschen. Er gefährdet auch die wirtschaftliche Sicherheit seiner Mitgliedsunternehmen.“

Claudia Straub, Leiterin der vdek-Landesvertretung MV: „Vergütungsverhandlungen verlangen in wirtschaftlich angespannten Zeiten Kompromisse von allen Beteiligten. Deshalb ist es gerade jetzt essenziell, dass jeder seiner eigenen Verantwortung nachkommt und zu einer zeitnahen Lösung beiträgt: der Taxiverband im Sinne der Kundinnen und Kunden und seiner Mitgliedsunternehmen. Und die gesetzlichen Krankenkassen im Interesse ihrer Versicherten. Die Krankenkassen haben ihre Möglichkeiten bereits ausgeschöpft.“

Die vertragsbeteiligten Krankenkassen stehen ihren Versicherten für Rückfragen jederzeit zur Verfügung. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um geplante Fahrten umzusteuern. An die einzelnen Taxi- und Mietwagenunternehmen appellieren wir, sich unsere Vertragsunterlagen genau anzusehen und bei Fragen mit uns ins Gespräch zu kommen. Gemeinsam schaffen wir die Planungssicherheit, die Ihnen Ihr Verband derzeit verwehrt“, versichern Straub und Forbrich im Namen aller beteiligten Krankenkassen. 

Ein Großteil der Patientinnen und Patienten, die Krankenfahrten etwa zur Chemotherapie oder Dialyse benötigen, lässt sich auf Unternehmen umsteuern, die einen Vertrag geschlossen haben. Versicherte, die ab dem 1. April eine Krankenfahrt benötigen, wenden sich bitte an Ihre jeweilige Krankenversicherung. Wir bleiben weiterhin gesprächsbereit, um zu einer Lösung zu kommen. 

Ihr Ansprechpartner und Pressekontakt

Pressesprecher

Dirk Becker

AOK Nordost