Krankenstand in Brandenburg leicht gesunken
Fehlzeitenbilanz AOK Nordost 2025
Die krankheitsbedingten Fehlzeiten bei Beschäftigten in Brandenburg sind im Jahr 2025 leicht gesunken. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… (WIdO Das WIdO (Wissenschaftliches Institut der AOK) liefert als Forschungs- und Beratungsinstitut der… ) anhand von Daten der AOK-Mitglieder. Auffällig ist, dass die Diagnosen für psychische Erkrankungen zunehmen. Sie sind einer der Hauptgründe für Langzeiterkrankungen.
Im Durchschnitt 26,9 Tage konnten Angestellte in Brandenburg krankheitsbedingt nicht zur Arbeit gehen. Damit liegen die Fehlzeiten leicht unter dem Niveau des Vorjahres mit 27,4 Tagen. Die Zahl liegt erstmals mehr als einen Tag unter dem bisherigen historischen Höchststand von 2022 mit 28,6 Tagen.
Weiter gestiegen sind hingegen die Fehlzeiten wegen psychischen Erkrankungen: Sie erzeugen die längsten Fehlzeiten mit rund 28 Tagen je Krankheitsfall. Psychische Erkrankungen führen auch am häufigsten zu Langzeiterkrankungen. Die entsprechenden Fehlzeiten haben seit dem Jahr 2016 in Brandenburg um 64 Prozent zugenommen.
Psychische Erkrankungen erzeugen die längsten Ausfallzeiten
Auf AOK-Mitglieder aus Brandenburg entfielen im Schnitt mehr als drei Fehltage je Mitglied aufgrund psychischer Langzeiterkrankungen. Das entspricht einem Anstieg von rund 60 Prozent gegenüber 2016.
Für die meisten Krankheitsfälle je 100 AOK-Mitglieder waren folgende Erkrankungen verantwortlich: Rund 76 Fälle gingen auf Atemwegserkrankungen zurück, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen (37 Fälle), Verdauungserkrankungen (20 Fälle), psychischen Erkrankungen (17 Fälle), Verletzungen (16 Fälle) und Herz-Kreislauferkrankungen (10 Fälle).
Erkrankungen der Psyche liegen damit insgesamt nur auf Platz vier der häufigsten AU-Fälle, sie erzeugen jedoch die längsten Fehlzeiten mit rund 28 Tagen je Krankheitsfall.
„Bei einer psychischen Erkrankung haben Arbeitnehmer im Schnitt die längsten Ausfallzeiten. Arbeitsverdichtung, fehlende Ressourcen, aber auch private Belastungen sind häufige Ursachen. Arbeitgeber können hier proaktiv vorbeugen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet dafür gute Ansätze. Als Gesundheitskasse unterstützen wir Betriebe gern bei der Prävention“, sagt Anke Jurchen von der AOK Nordost.
AOK Nordost ermöglicht Schulungen und Angebote für psychische Gesundheit
Um Unternehmen bei der Prävention Prävention bezeichnet gesundheitspolitische Strategien und Maßnahmen, die darauf abzielen,… psychischer Erkrankungen zu unterstützen, bietet die AOK Nordost verschiedene Programme und Beratungsangebote an. So organisiert die Krankenkasse im Rahmen des Netzwerks KMU-Gesundheitskompetenz regelmäßig Schulungen zum Thema „Umgang mit psychisch auffälligen und erkrankten Beschäftigten“. Ziel ist es, Führungskräfte und Personalverantwortliche für Warnsignale zu sensibilisieren und Handlungssicherheit im Arbeitsalltag zu vermitteln.
Darüber hinaus steht Unternehmen die digitale Plattform Implement zur Verfügung. Sie richtet sich an Beschäftigte und Führungskräfte und unterstützt die Förderung mentaler Gesundheit im Betrieb. Neben einem Analyseinstrument im Sinne der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen bietet die Plattform wissenschaftlich evaluierte Maßnahmen, um psychische Gesundheit nachhaltig zu stärken.
Ergänzend bietet die AOK Nordost individuell auf Unternehmen und Zielgruppen zugeschnittene Workshops zur Stressbewältigung an, beispielsweise zu folgenden Themen:
- Führungskräfte: Gesunde Führung
- Beschäftigte: Resilienz – eigene Ressourcen stärken
- Auszubildende: Stressiges Leben? Ohne mich!
Mit diesen Angeboten unterstützt die AOK Nordost Betriebe erfolgreich dabei, die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu fördern und krankheitsbedingte Fehlzeiten langfristig zu reduzieren.