Pressemitteilung

Hitzewelle: Elf Prozent mehr Krankmeldungen in Brandenburg

16.07.2026 AOK Nordost 4 Min. Lesedauer

AOK-Auswertung zur Rekordhitze Ende Juni

Die Hitzewelle Ende Juni hat sich in Brandenburg deutlich in den Krankmeldungen niedergeschlagen. Vom 26. bis 28. Juni registrierte die AOK Nordost bei Brandenburger Beschäftigten rund elf Prozent mehr Krankmeldungen als im Durchschnitt der Vergleichszeiträume der Jahre 2023 bis 2025. Besonders stark stiegen die Krankschreibungen wegen direkter Hitzeschäden.

Am 28. Juni wurden in Neißemünde-Coschen im Landkreis Oder-Spree 41,7 Grad gemessen, der höchste jemals in Brandenburg gemessene Wert. Es war der Höhepunkt einer fünf Tage andauernden Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad. 

Daten der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… Nordost zeigen nun: In der zweiten Hälfte dieser Hitzewelle nahmen die Krankmeldungen in Brandenburg deutlich zu. Konkret registrierte die Krankenkasse in Brandenburg rund 850 neu beginnende Krankmeldungen vom 26. bis 28.Juni 2026. Im Schnitt vergleichbarer Vorjahreszeiträume waren es nur rund 760 Krankmeldungen. Vor und nach der Hitzewelle lagen die Krankmeldungen in Brandenburg deutlich niedriger als in den Vorjahren. Am Hitze-Wochenende stiegen sie dagegen um elf Prozent an.

Betriebe sollten Hitzeschutz systematisch vorbereiten

„Hitze ist zunehmend ein konkretes Gesundheitsrisiko im Arbeitsalltag“, sagt Anke Jurchen, Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der AOK Nordost. „Unsere Auswertung zeigt: Wenn hohe Temperaturen mehrere Tage anhalten, schlägt sich das auch in den Krankmeldungen nieder. Betriebe sollten Hitzeschutz systematisch vorbereiten – mit möglichst kühlen Arbeitsräumen, Schattenbereichen, Trinkmöglichkeiten und flexiblen Arbeits- und Pausenzeiten. Auf Beschäftigte mit Vorerkrankungen sollten Betriebe besondere Rücksicht nehmen.“

Auffällig war der Anstieg bei Diagnosen, die unmittelbar mit Hitze und Sonnenlicht zusammenhängen. Unter dem ICD-10-Code T67 „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ wurden in Brandenburg während der Hitzewelle und dem Montag danach (24. – 29. Juni) 94 AU-Fälle registriert. Im Durchschnitt der wochentags gleichen Vergleichszeiträume der Jahre 2023 bis 2025 waren es nur rund zehn Fälle.

Zu den unter T67 erfassten Diagnosen zählen unter anderem Hitzekollaps, Hitzschlag, Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfe und Sonnenstich. Die Fallzahlen zeigen deutlich, dass die extreme Wärmebelastung auch in den ärztlich attestierten Krankmeldungen sichtbar wurde.

Die Ergebnisse passen zu einer groß angelegten Analyse des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung auf Basis von AOK-Daten. Danach steigt die Zahl der Krankmeldungen an Hitzetagen mit Temperaturen über 30 Grad. Bei mehreren Hitzetagen in Folge nimmt der Effekt deutlich zu.

Die AOK Nordost wertet die Zahlen als Hinweis darauf, dass Hitzebelastung nicht nur für ältere, chronisch kranke oder pflegebedürftige Menschen relevant ist, sondern auch für Beschäftigte. Besonders betroffen sind laut PIK-Studie Beschäftigte mit körperlich anstrengenden Berufen mit viel Arbeit im Freien, wenig Möglichkeiten zur flexiblen Anpassung der Arbeitszeiten und mit vergleichsweise geringem Einkommen. Aber auch in Berufsgruppen mit geringerem Risiko steigen die Krankmeldungen während längerer Hitzeperioden an.

Vorbereitet sein, bevor die nächste Hitzewelle kommt

Aus Sicht der AOK Nordost sollten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber Hitzeschutz im Betrieb systematisch vorbereiten.

„Vieles ist nicht kompliziert, muss aber vorbereitet sein, bevor die nächste Hitzewelle kommt“, sagt Jurchen. „Wichtig ist, dass Führungskräfte und Beschäftigte wissen, was bei großer Hitze gilt.“ Die AOK Nordost unterstützt Unternehmen im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist ein fortlaufender Prozess mit dem Ziel, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über… dabei, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu entwickeln. 

Hinweis für Redaktionen:

Grundlage der Auswertung sind AU-Daten beschäftigter AOK-Nordost-Versicherter mit Wohnort in Brandenburg. Gezählt wurden neu beginnende AU-Fälle nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit, nicht nach dem Eingang der elektronischen AU-Meldung bei der Krankenkasse. Der Datenstand ist der 10. Juli 2026. Spätere Nachmeldungen und Korrekturen können die Werte geringfügig verändern. 

Für den Vergleich wurden wochentags gleiche Zeiträume herangezogen. Das Hitze-Wochenende 2026 umfasste Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. Juni 2026. Verglichen wurde mit dem Durchschnitt folgender Zeiträume: Freitag, 27. bis Sonntag, 29. Juni 2025, 28. bis 30. Juni 2024 und 30. Juni bis 2. Juli 2023. Damit werden typische Unterschiede zwischen Wochentagen berücksichtigt.

Die Diagnosegruppe T67 „Schäden durch Hitze und Sonnenlicht“ umfasst unter anderem Hitzschlag, Sonnenstich, Hitzekollaps, Hitzeerschöpfung und Hitzekrämpfe.