Mehrheit in Brandenburg in Sorge vor hohen Pflegekosten
AOK Nordost fordert politische Antwort auf Herausforderungen in der Pflege
Die Menschen im Land Brandenburg blicken mit wachsender Sorge auf die Zukunft der Pflege Kann die häusliche Pflege nicht im erforderlichen Umfang erbracht werden, besteht Anspruch auf… . Ergebnisse einer repräsentativen Civey-Umfrage im Auftrag der AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… zeigen: Viele Bürgerinnen und Bürger zweifeln an der finanziellen Stabilität des Pflegesystems und erwarten steigende Belastungen.
So haben 88 Prozent der Befragten geringes Vertrauen in die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung wurde 1995 als fünfte Säule der Sozialversicherung eingeführt. Ihre Aufgabe… in den kommenden zehn Jahren. 84 Prozent rechnen bereits kurzfristig mit steigenden Beiträgen zur Pflegeversicherung. Gleichzeitig befürchten 90 Prozent, dass sie private Zusatzkosten in einem Pflegeheim finanziell überfordern könnten. Die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen im Land Brandenburg liegt nach Abzug der nach Wohndauer gestaffelten Leistungszuschläge der Pflegeversicherung inzwischen bei rund 2400 Euro pro Monat. Laut Medienberichten zur Pflegereform könnten diese Belastung künftig sogar noch weiter steigen.
Besonders pflegende Angehörige unter Druck
Mehr als drei Viertel (80 Prozent) aller Befragten in Brandenburg halten die Unterstützung für Pflegende und Pflegebedürftige für unzureichend. 61 Prozent der Befragten in Brandenburg sind der Meinung, dass die Pflegeversicherung für Menschen, die Angehörige pflegen, schlechte Rahmenbedingungen bietet.
Auch die Bewertung der Pflegeinfrastruktur fällt kritisch aus: Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Befragten beurteilen das Angebot an Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Tagespflege und Beratungsstellen in Brandenburg als schlecht.
Sorge vor Qualitätsverlust und finanzieller Überforderung
Pflege wird damit für viele nicht nur zur Frage der Versorgungsqualität, sondern auch zur Frage der finanziellen Sicherheit. Konkrete Sorgen, die die Menschen in Brandenburg umtreiben sind:
- kein bezahlbares Pflegeheim in der Nähe zu finden (56 Prozent)
- Der Familie finanziell zur Last zu fallen (54 Prozent)
- in einem Mehrbettzimmer wohnen zu müssen (53 Prozent)
AOK Nordost fordert politische Antworten
„Die Ergebnisse sind ein deutliches Signal: Die Menschen erwarten eine verlässliche, bezahlbare und wohnortnahe Pflege. Pflegende Angehörige brauchen spürbare Entlastung. Pflege darf weder Familien überfordern noch im Alter zum Armutsrisiko werden“, sagt Daniela Teichert. Die Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost fordert politische Antworten: „Was es jetzt braucht, sind keine weiteren Absichtserklärungen – sondern echte Entscheidungen. Für die Gesetzgebung zur Pflegereform sind aus meiner Sicht drei Punkte essenziell: eine verlässliche Finanzierung der Pflegeversicherung, spürbare Entlastung für pflegende Angehörige und ein konsequent und an den Bedarfen orientierter Ausbau der regionalen Pflegeinfrastruktur.
Pflege vor Ort stärken
Ziel müsse es sein, die Pflege vor Ort bedarfsgerechter zu gestalten. Dazu gehören aus Sicht der AOK Nordost eine Vereinfachung des Leistungsrechts, die Überwindung starrer Sektorengrenzen sowie eine engere Zusammenarbeit von Kommunen sowie Kranken- und Pflegekassen.
Mit der Initiative „Pflege vor Ort – für ein pflegefreundliches Deutschland“ zeigt die AOK-Gemeinschaft bereits, wie innovative regionale Ansätze die Versorgung verbessern können.
Hinweise für die Redaktionen:
Methodik-Hinweis: Civey hat im Auftrag der AOK bundesweit 10.000 Personen befragt. Davon entfallen 476 Befragte auf Brandenburg.
Die Ergebnisse sind für die jeweilige Ebene repräsentativ. Dies wird durch ein modellbasiertes, statistisches Verfahren für kleine Datenräume (Small Area Methode) gewährleistet. Der statistische Fehler liegt auf Bundeslandebene zwischen 3,1 und 8,1 Prozentpunkten.